Heute ist der 22.04.2026 und die Situation rund um die Wasserversorgung in Feldkirchen könnte nicht besser sein. Während in vielen anderen Gemeinden Österreichs Wasserknappheit herrscht, verkündet Vizebürgermeister Siegfried Huber (ÖVP) stolz, dass die Quellschüttungen in Feldkirchen konstant sind. Besonders die großen lokalen Quellwasser-Vorkommen sorgen dafür, dass die Trinkwasserversorgung auch in Zukunft gesichert ist. Der Autowäsche oder dem Befüllen von Pools steht also nichts im Wege, da es keinen offiziellen Aufruf zum Wassersparen gibt.
Die Stadtgemeinde hat in den letzten Jahren erhebliche Instandhaltungsinvestitionen getätigt, um die Quellen zukunftssicher zu machen. Besonders auffällig ist die Nadlinger Quelle, die aufgrund der Trockenheit aktuell nur ein Schüttungsvolumen von rund 6 Litern pro Sekunde hat. Dies stellt die Versorgungslage ernsthaft auf die Probe, da die Stadtgemeinde und die Wassergenossenschaft Nadling das Wasser im Verhältnis 2:1 nutzen. Trotz dieser Herausforderung bleibt die Versorgungssicherheit für die Feldkirchner Bevölkerung gewährleistet.
Investitionen und Infrastruktur
Die Stadt Feldkirchen kann auf eine umfassende Infrastruktur in der Trinkwasserversorgung zurückblicken. Über 235 Kilometer Versorgungsleitungen und 333 Hydranten sorgen dafür, dass die Bevölkerung gut versorgt ist. Zudem gibt es 15 Hochbehälter mit einem Gesamtspeichervolumen von 3.400 m³ sowie 17 Quellen in fünf Quellgebieten. Der mittlere Tagesbedarf an Trinkwasser beträgt 2.000 m³, was zeigt, wie wichtig eine zuverlässige und gut gewartete Wasserversorgung ist.
Besonders erwähnenswert sind die Kressequellen, die eine Schüttung von 18 Litern pro Sekunde aufweisen und deren Ausbau bereits geplant ist. Ein weiterer wichtiger Punkt ist der Tiefbrunnen in Lendorf, der mit einem großen unterirdischen Wasserreservoir verbunden ist. Die Quelle in Waiern wurde 2022 saniert und kann rund 1.300 Personen versorgen. Dies zeigt, dass Feldkirchen nicht nur auf kurzfristige Lösungen setzt, sondern auch langfristige Strategien verfolgt.
Finanzielle Aspekte
Trotz der soliden Infrastruktur ist die finanzielle Lage im Wasserhaushalt herausfordernd. Der Schuldenstand beläuft sich auf rund 10 Millionen Euro, weshalb Preisanpassungen geplant sind, um diesen zu senken. Ab dem 1. Januar 2026 wird der Gebührensatz für Trinkwasser bei 4,15 Euro pro m³ liegen und im Jahr darauf auf 4,29 Euro pro m³ ansteigen. Diese Maßnahmen sind notwendig, um die Instandhaltungsarbeiten an den vielen Versorgungsleitungen, die oft älter als 50 Jahre sind, zu finanzieren.
Angesichts der globalen Wasserproblematik ist es wichtig, dass die Wasserversorgung in Feldkirchen als Beispiel für verantwortungsbewusste Verwaltung betrachtet wird. Der Klimawandel und die ungleiche Verteilung von Wasserressourcen weltweit zeigen, wie wichtig es ist, dass Österreich seine großen Trinkwasservorkommen nachhaltig nutzt. In Europa leben nahezu die Hälfte der Menschen in Ländern mit Wasserknappheit, und Schätzungen zufolge haben 2,2 Milliarden Menschen keinen Zugang zu sicherem Trinkwasser. Diese Herausforderungen machen die lokale Wasserversorgung umso bedeutender.
Feldkirchen zeigt, dass mit gezielten Investitionen und einem klugen Management die Wasserversorgung auch in trockenen Zeiten gesichert werden kann. Es bleibt zu hoffen, dass solche Initiativen auch in anderen Regionen Nachahmer finden und somit die Wasserversorgung als strategische Ressource bewahrt werden kann. Weitere Informationen zu den Herausforderungen und der Bedeutung der Wasserversorgung finden Sie in einem Artikel auf bmluk.gv.at.