Am 11. Juli 1926 wurde die Evangelische Schneerosenkirche in Hermagor feierlich eingeweiht. Damit begann eine Geschichte, die nun bereits seit 100 Jahren das evangelische Leben in der Region prägt. In der Zwischenkriegszeit war der Bau der Kirche ein Gemeinschaftsprojekt, das den persönlichen Einsatz der Mitglieder des Kirchenbau-Komitees erforderte. Heute, am Jubiläumstag, versammelten sich zahlreiche Gläubige, um dieses bedeutende Ereignis gebührend zu feiern.

Besonders beeindruckend war die Anwesenheit von Bischöfin Cornelia Richter, die in ihrer Predigt die Relevanz der Kirche in der heutigen Zeit hervorhob. Moderator Arno Kronhofer sorgte dafür, dass die Feier nicht nur festlich, sondern auch nachdenklich war: Offene Gespräche über aktuelle Themen wie Kirchen-Austritte und die NS-Geschichte fanden Raum. Ungefähr 300 Besucher hatten sich im Gottesdienst eingefunden, der mit dem Lied „Nun danket alle Gott“ endete – musikalisch begleitet von Diözesankantor Martin Lehmann und dem Blasmusikverein Vellach.

Gemeinschaft und Geschichte

Pfarrer Reinhard Ambrosch präsentierte eine Chronik zur Entstehungsgeschichte der Schneerosenkirche, die alle Anwesenden in Erinnerungen schwelgen ließ. Bürgermeister Leopold Astner und Landtagsabgeordneter Luca Burgstaller überbrachten Grußbotschaften, die die positive Rolle der Kirche in der Gemeinschaft unterstrichen. Stadtpfarrer Georg Granig und andere Vertreter der Ökumene bekräftigten die gute Zusammenarbeit in Hermagor, was besonders in der heutigen Zeit von Bedeutung ist.

Ein ganz persönlicher Moment kam von Karlheinz Essl, dem Enkel des Kirchenbauers, der seine familiären Erinnerungen an den Kirchenbau teilte. Solche Geschichten sind es, die das Band zwischen den Generationen stärken. Kurator Karl Wassertheurer dankte den Helfern für 3.000 Stunden ehrenamtlicher Arbeit und erwähnte Investitionen von 300.000 Euro in Renovierungen – ein Zeichen dafür, dass die Kirche auch in Zukunft ein zentraler Ort des Glaubens und der Begegnung bleibt. Wassertheurer kündigte zudem seine Nachfolgerin Angelika Schwilk an.

Festlichkeiten und Tradition

Der Festzug von der Kirche zum Rathaus war ein weiteres Highlight des Tages, bei dem verschiedene lokale Gruppen und Vereine ihre Verbundenheit demonstrierten. Die Jubiläumsfeier im Stadtsaal Hermagor, wo ein Festmahl serviert wurde, rundete den Tag ab. Es war eine Gelegenheit, nicht nur zurückzublicken, sondern auch nach vorne zu schauen und den Platz der Kirche in der modernen Gesellschaft zu reflektieren.

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Die Evangelische Schneerosenkirche hat im Laufe der Jahre viele Herausforderungen gemeistert. In Österreich sind die Mitglieder der Evangelischen Kirchen A. B. und H. B. von 429.493 im Jahr 1951 auf nur mehr 255.738 im Jahr 2023 gesunken. Das entspricht einem Anteil von 2,79 % der Gesamtbevölkerung. Die Entwicklung ist nicht zu leugnen – die evangelische Kirche war und ist oft in einer Diaspora-Situation in einem mehrheitlich katholischen Land. Der Einfluss, den die Schneerosenkirche auf das lokale Leben hat, ist umso bedeutsamer.

Die Geschichte der Evangelischen Kirchen in Österreich ist eng mit der politischen und sozialen Entwicklung des Landes verbunden. Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich erlebten die Kirchen eine schwierige Phase, die jedoch die Widerstandskraft und den Zusammenhalt innerhalb der Gemeinschaft stärkte. Die Integration von über 80.000 Flüchtlingen nach dem Zweiten Weltkrieg in die evangelische Kirche zeigt, dass die Gemeinschaft stets ein Ort der Hoffnung und der neuen Anfänge war.

So bleibt auch die Schneerosenkirche ein lebendiges Symbol für Glauben, Gemeinschaft und Tradition. Mit jedem Jahr, das vergeht, wird deutlich, dass die Kirche nicht nur ein Gebäude ist, sondern ein Teil der Seele Hermagors – und das wird sie auch weiterhin sein.

Neues Design, maximale Performance: Wie gefällt Ihnen unsere neue Website?

Unser neues Website-System (VeloCore) vereint mehrere zentrale Anforderungen moderner Nachrichtenportale: kurze Ladezeiten, hohe Datenschutzstandards und eine wartbare, redaktionell skalierbare Architektur. Die technische Umsetzung mit diesem Anspruch an Qualität und Zukunftssicherheit erfolgte durch Daniel Wom / VeloCore.