Die Karnischen Alpen, ein wahres Juwel im Süden Österreichs, erstrecken sich entlang der italienischen Grenze bis hin nach Osttirol. Diese eindrucksvolle Gebirgslandschaft verbindet nicht nur Italiener mit Österreichern, sondern auch die majestätischen Alpen mit dem mediterranen Flair. Ein Ort, wo die Natur in ihrer unberührten Ruhe erstrahlt, wo Wanderer und Naturliebhaber die Almen und Wanderwege genießen können. Es ist nicht verwunderlich, dass Manfred Christ und sein Filmteam für die Dokumentation „Karnische Alpen – Ein Gebirge voller Kostbarkeiten“ viele Tausende Kilometer zurücklegten. Sie fuhren nicht nur auf der Autobahn zwischen Wien und dem Gailtal, sondern erkundeten auch die schmalen Forststraßen, um diese Region von unterschiedlichsten Perspektiven zu zeigen.
Die Dreharbeiten waren kein Kurztrip. Über 60 Tage war das Kamerateam zwischen Hermagor und der Osttiroler Grenze aktiv. Sie erlebten die Natur hautnah, stiegen mit Geologen in steile Wände, wagten sich beim Rafting in die Lesachtalschlucht und tauchten im beeindruckenden Wolayersee, der auf stolzen 2000 Metern Höhe liegt. Diese Alpen sind nicht nur ein Augenschmaus, sondern auch geologisch bedeutsam. Sie gelten als eines der am besten untersuchten Gebiete der Erde, wo seit dem Biedermeier Forscher die faszinierende Erdgeschichte mit versteinerte Pflanzen und Meerestiere dokumentieren.
Einblicke in die Erdgeschichte
Besonders interessant ist der Geopark Karnische Alpen, der sich durch einzigartige Gewässer und Gesteinsformationen auszeichnet. Im Besucherzentrum in Dellach können Interessierte mehr als 500 Millionen Jahre Erdgeschichte erkunden. Und wusstest du, dass hier vor 290 Millionen Jahren Dinosaurier durchs Gailtal zogen? Fossilienfunde und Gesteinspuren belegen diese faszinierende Vergangenheit. Der Weissensee, der mit 930 Metern Höhe Europas höchstgelegener Badesee ist, lädt im Sommer mit Temperaturen von bis zu 26 Grad zum Baden ein. Aber auch der Zollnersee und der Wolayersee, die auf 1.780 bzw. 1.960 Metern liegen, sind wahre Naturparadiese.
Die Mauthner- und Garnitzenklamm bieten spektakuläre Wanderungen durch beeindruckende Felslandschaften. Hier wird die Kraft des Wassers sichtbar, das über Jahrtausende die Felsen geformt hat. Die Natur ist hier nicht nur schön, sondern auch lebendig. Seltene Tiere wie Steinadler, Blauflügel-Prachtlibellen und Murmeltiere sind hier zu Hause, während Pflanzenarten wie der Gelbe Frauenschuh in den saftigen Almen und Moorwiesen gedeihen. Einfach atemberaubend, nicht wahr?
Entdeckungsreise durch die Geotrails
Die fünf Geotrails entlang der Karnischen Alpen sind eine Einladung, die geologischen Geheimnisse dieser Region zu entdecken. Entlang der Trails gibt es insgesamt 70 Schauplätze, die verschiedenste Facetten der Erdgeschichte präsentieren. Versteinerte Wälder, Überreste urzeitlicher Meeresbewohner und sogar Spuren prähistorischer Giganten warten darauf, von neugierigen Entdeckern erkundet zu werden. Komischerweise fühlt es sich fast ein bisschen magisch an, durch diese Landschaft zu wandern und sich dabei vorzustellen, wie die Erde vor Millionen Jahren aussah.
Der Wolayersee beherbergt sogar die ältesten Steine der Alpen, oft bedeckt mit Fossilien, während der Zollnersee spannende Informationen zur Entstehung der Alpen bietet. Die Trails am Nassfeld und in Laas sind ebenfalls eine Entdeckung wert. Hier hat die Natur nicht nur Schönheit, sondern auch Geschichte und Abenteuer zu bieten.
In der Sendung „Karnische Alpen – Ein Gebirge voller Kostbarkeiten“, die auf ORF 3 ausgestrahlt wird, wird all dies lebendig. Es ist eine Hommage an eine Region, die nicht nur für ihre landschaftliche Schönheit, sondern auch für ihre geologische Relevanz bekannt ist. Die Karnischen Alpen sind ein Ort, an dem Geschichte und Natur in perfekter Harmonie miteinander verschmelzen.
