Im schönen Hermagor, wo die Alpen sich in die Höhe schrauben und die Natur mit all ihren Wundern lockt, gibt es ein ganz besonderes Programm, das Kinder in die Welt des Naturschutzes einführt. Seit 2022 betreibt die Kärntner Bergwacht das Miniranger-Programm, welches sich gezielt an Volksschulkinder richtet. Es ist nicht nur ein weiteres Schulprojekt; es ist eine Einladung, die Natur zu entdecken und sie gleichzeitig zu schützen. Verantwortlich für die Umsetzung sind Sonja Kucher und Ivonne Groinig, die mit viel Engagement und Herzblut dabei sind.

Die teilnehmenden Schulen sind die Volksschulen in St. Stefan/Gail, Egg, Hermagor und Weissbriach. Aktuell freuen sich rund 200 Kinder, die Möglichkeit zu haben, durch praxisnahe Projekte und gemeinsames Erleben ein Bewusstsein für die Natur zu entwickeln. Von Müllsammelaktionen im Frühling bis hin zu kreativen Projekten wie dem Bau von Insektenhotels – hier wird Vielfalt großgeschrieben. Auch Vorträge über geschützte Tiere und Pflanzen finden in den Schulen statt. So wird den Kids nicht nur Wissen, sondern auch die nötige Begeisterung für den Naturschutz vermittelt.

Einblicke in spannende Projekte

Ein echter Höhepunkt steht im Schuljahr 2025/26 an, wenn die Schüler zusammen mit Dr. Andreas Kleewein von BirdLife Austria Nistkästen für Meisen bauen und anbringen. Solche Aktionen sind nicht nur lehrreich, sondern auch unglaublich spannend für die Kinder, die so hautnah erleben, wie sie zur Erhaltung der Natur beitragen können. Auch die Volksschule Egg hat ihre Finger im Spiel, indem die Schüler Stieleichen mit den Österreichischen Bundesforsten pflanzen. Und die Volksschule Weissbriach? Die pflanzte Tannen am Kreuzberg. Man muss sich nur vorstellen, wie die kleinen Hände die Setzlinge in die Erde drücken, umgeben von frischer Luft und dem Duft der Wälder!

Ein weiteres Projekt, das die Neugier der Kinder weckt, ist „Der Frosch im Wassertropfen“, das in Zusammenarbeit mit der Universität Innsbruck durchgeführt wird. Hier wird frühzeitig für Natur- und Umweltschutz sensibilisiert. Mit weiteren Projekten soll das Interesse der Kinder an der Natur weiter gefördert werden. Unterstützung erhalten die Organisatoren nicht nur von den Schulen, sondern auch von der Kärntner Bergwacht und dem Alpenverein Hermagor, die sich für die wichtige Aufgabe des Naturschutzes stark machen.

Inspirierende Vorbilder aus Deutschland

Das Miniranger-Programm ist nicht das einzige seiner Art. In Deutschland gibt es das bundesweite Junior-Ranger-Programm, ins Leben gerufen von EUROPARC Deutschland und WWF Deutschland im Jahr 2008. Dieses Programm zielt auf Kinder im Alter von 7 bis 12 Jahren ab und fördert das Bewusstsein für Natur und Umwelt durch konkrete Aktivitäten. Junior Ranger engagieren sich für den Schutz von Nationalparken und Biosphärenreservaten. Sie sind die Botschafter für die Natur und vermitteln Wissen und Werte an andere. Ähnlich wie in Kärnten, wo Kinder durch praxisnahe Projekte lernen, wird auch hier ein Grundstein für eine nachhaltige Jugendbewegung gelegt.

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Die deutschen Junior Ranger haben eine strukturierte Herangehensweise: Unter anderem gibt es die „Junior-Ranger-Region“, die Angebote für Kinder in der Nähe von Großschutzgebieten bereitstellt. Durch diese Programme werden nicht nur die Kinder, sondern auch ihre Familien in den Naturschutz einbezogen. Ein jährliches bundesweites Treffen der Junior Ranger ermöglicht zudem den Austausch und das Kennenlernen verschiedener Großschutzgebiete in Deutschland. Wer mehr darüber erfahren möchte, findet auf der Website www.junior-ranger.de weitere Informationen.

Ein Blick über die Grenzen

Wenn wir schon bei Kinder- und Jugendprogrammen sind, darf die NAJU (Naturschutzjugend im NABU) nicht unerwähnt bleiben, Deutschlands größte Jugendorganisation im Natur- und Umweltschutz. Hier können Kinder im Alter von 6 bis 13 Jahren aktiv werden, an Entdeckerwettbewerben teilnehmen oder sich in Mitmachprojekten engagieren. Die NAJU bietet eine Vielzahl von Aktionen an, die den Kindern helfen, die Natur zu erforschen und zu schützen. Von der Vogelzählung zur „Schulstunde der Wintervögel“ bis hin zum Wettbewerb „Erlebter Frühling“ – die Möglichkeiten sind schier endlos.

Die Begeisterung für die Natur, die sowohl in Kärnten als auch in Deutschland spürbar ist, zeigt, wie wichtig es ist, Kinder frühzeitig für den Naturschutz zu sensibilisieren. Ob durch das Miniranger-Programm in Hermagor oder durch das Junior-Ranger-Programm in Deutschland – es ist eine gemeinsame Anstrengung, die Zukunft unserer Umwelt zu gestalten. Und vielleicht, nur vielleicht, werden die Kinder, die heute in den Schulen aktiv sind, eines Tages selbst zu den Hütern unserer Natur.