Im August wird das Theaterstück „Paolo Santonino“ von Engelbert Obernosterer wieder auf die Bühne gebracht. Die Aufführungen finden in der malerischen Umgebung von Möderndorf bei Hermagor und der Spitalskirche/BORG Lienz statt. Es ist wirklich spannend, dass sich die Theatergruppe Gailtal, die aus mehreren regionalen Gruppen besteht, um die Aufführung kümmert. Unter der Regie von Mag. Werner Wölbitsch, der schon 2004 die Rolle des Grafen von Görz spielte, wird das Stück am 7. und 8. August um 20:30 Uhr in Möderndorf und am 13. und 14. August um 20:00 Uhr in Lienz aufgeführt.

Das Stück selbst ist ein wahres Sittenbild in fünf Aufzügen, das auf den Reisetagebüchern von Paolo Santonino basiert. Dieser hat im Jahr 1485 eine Reise durch Kärnten und Osttirol unternommen, die von dem Bischof von Caorle angeführt wurde. Santonino dokumentiert seine Erlebnisse detailliert, und die Handlung spiegelt nicht nur die gesellschaftlichen Umstände seiner Zeit wider, sondern bietet auch wertvolle Einblicke in die regionale Geschichte. Themen wie der Niedergang des Adels, Bauernaufstände und Krisen des Glaubens und der Autorität werden auf packende Weise behandelt.

Eine Reise durch die Zeit

Die ursprüngliche Uraufführung fand übrigens 2004 auf dem Wieserberg bei Dellach im Gailtal statt, ein Ereignis, das anlässlich des 950-Jahr-Jubiläums der Pfarrkirche St. Daniel gefeiert wurde. Damals war die Begeisterung groß, und auch zwei Jahre zuvor gab es eine erfolgreiche Neuauflage des Stücks. Michael „Buzgi“ Buchacher wird in diesem Jahr die Rolle des Santonino spielen, während Bernd Herta erstmals den Bischof verkörpert. Das sind spannende Neubesetzungen, die die Vorfreude weiter steigern!

Die Reise von Santonino begann am 29. September 1485 von San Daniele und führte die Gruppe über den Plöckenpass, den der Reisende als „schwer passierbar, steil, felsig und auf jede Art für Menschen und Pferde unwegsam“ beschreibt. Mehrere Nächte verbrachte die Gruppe in Mauthen, bevor sie sich aufmachte, um das Lesachtal, das Drautal und Osttirol zu erkunden. Von dort aus ging es weiter das Gailtal abwärts bis nach Hermagor und ins Gitschtal bis zum wunderschönen Weißensee.

Ein Blick in die Vergangenheit

Die Kirchenherrschaft in dieser Region war spannend: bis zur Drau gehörte das Gebiet zum Patriarchat von Aquileia, während nördlich davon das Erzbistum Salzburg die Oberhand hatte. Hier teilten sich die weltliche Macht die Grafen von Görz, Ortenburg und Cilli mit ihren Lehen von den Habsburgern. Diese historischen Verflechtungen sind nicht nur interessant, sondern geben auch dem Stück eine tiefere Bedeutung.

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Es ist faszinierend zu sehen, wie Obernosterer die Erlebnisse Santoninos als Spiegel für die Gegenwart nutzt. Die detailverliebten Erzählungen fangen nicht nur die Kunst und die Sitten der damaligen Zeit ein, sondern schaffen auch einen Dialog mit der heutigen Gesellschaft. Es wird spannend sein, wie die Zuschauer auf die Darbietung reagieren und inwieweit sie sich mit den Themen identifizieren können.

Insgesamt verspricht die Wiederaufführung von „Paolo Santonino“ ein unvergessliches Erlebnis zu werden. Mit über 20 Personen, die an der Aufführung beteiligt sind, einschließlich Musik, Technik, Bühnenbild und Maske, ist die ganze Region auf den Beinen, um dieses Stück lebendig werden zu lassen. Und wer weiß, vielleicht wird die Magie dieser Inszenierung auch die Herzen der Zuschauer berühren und sie auf eine Reise in die Vergangenheit entführen.

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