Am 23. Mai 2026 begaben sich zwei 20-jährige Freundinnen aus Oberösterreich auf eine erlebnisreiche Wanderung von der Leonhardhütte zum Faschaunereck. Die Gemeinde Malta im Bezirk Spittal/Drau ist bekannt für ihre beeindruckenden Wanderwege und atemberaubenden Ausblicke. Die beiden jungen Frauen hatten sich sicher auf den Weg gemacht, doch nach dem Erreichen des Gipfels folgte der Abstieg in ein steiles, wegloses Gelände, das ihnen bald zum Verhängnis wurde.

Die eine Freundin fühlte sich in dieser exponierten Lage überfordert und konnte nicht mehr weiter. Währenddessen war die andere gezwungen, sich auf den Weg ins Tal zu machen. Gegen 17 Uhr, als der Handyempfang fehlte, setzte sie einen Notruf ab. Die alarmierten Mitglieder der Bergrettung Lieser Maltatal und ein Beamter der AEG hatten zunächst Schwierigkeiten, die genaue Position der beiden Wanderinnen zu bestimmen. In solch kritischen Situationen kann jeder Moment entscheidend sein.

Rettung aus der Not

Um die Lage zu klären, wurde ein FLIR-Hubschrauber angefordert. Die Crew dieses speziellen Hubschraubers konnte schließlich die Melderin im Bereich der Perschitz Alm lokalisieren. Ein Beamter der AEG Spittal/Drau wurde abgesetzt, um die zweite Frau im absturzgefährdeten Gelände zu finden und zu sichern. Die Situation war angespannt, doch die Rettungskräfte blieben ruhig und konzentriert.

Die zweite Freundin wurde schließlich mittels eines Tauchens vom Polizeihubschrauber „Libelle Lima“ geborgen. Diese dramatische Rettungsaktion erforderte nicht nur Geschick und Mut, sondern auch präzise Planung und Zusammenarbeit: Insgesamt waren drei Einsatzkräfte der Bergrettung Lieser/Maltatal und ein Bergrettungsarzt im Einsatz, um das Schicksal der beiden jungen Frauen zu wenden.

Die Wanderung zum Faschaunereck

Die Wanderung, die die beiden unternahmen, ist nicht nur eine sportliche Herausforderung, sondern bietet auch atemberaubende Ausblicke auf die umliegenden Berglandschaften. Der Weg führt von der Leonhardhütte über die Kramerhütte und weiter auf einem Fahrweg in die Faschaun. Nach einer Abzweigung bei knapp 1800 Metern geht es zur Unteren Ochsenhütte, bevor der Aufstieg zum Gipfel des Faschaunerecks beginnt. Mit einer Höhe von etwa 2480 Metern bietet dieser Ort nicht nur ein kleines Gipfelkreuz, sondern auch eine herrliche Aussicht über die Hochalm. Besonders im Herbst ist dieser Gipfel eine gute Alternative zu den stark frequentierten Routen.

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Die Region ist bekannt für ihre Wanderbusverbindungen, die seit 2025 auf den Maltaberg fahren. So können selbst weniger geübte Wanderer die Schönheit der Natur genießen, ohne sich allzu sehr anstrengen zu müssen. Ein angenehmer Vorteil ist der hohe Ausgangspunkt, der oft über dem Hochnebel liegt und daher lange schneefrei bleibt.

Wandern in Österreich: Risiken und Statistiken

Doch trotz der Schönheit dieser Wanderungen ist das Wandern in Österreich nicht ohne Risiko. Jährlich sterben im Durchschnitt 106 Menschen beim Wandern, was diese alpine Disziplin zu einer der gefährlichsten macht. Im Vergleich dazu gibt es auf Pisten und Skirouten nur etwa 29 Todesfälle pro Jahr. Diese Zahlen stammen aus der alpinen Unfallstatistik von ÖKAS und BMI und zeigen, wie wichtig Sicherheit und Vorbereitung sind. Susanna Mitterer, Geographin am ÖKAS, ist sich dieser Herausforderungen bewusst und arbeitet daran, die alpine Notfalldatenbank zu betreuen sowie das Alpinforum zu organisieren.

Die dramatische Rettung der beiden Wanderinnen erinnert uns daran, wie schnell sich ein Abenteuer in eine kritische Situation verwandeln kann. Sicherheit sollte immer an erster Stelle stehen, besonders in den Bergen, wo die Natur sowohl wunderschön als auch unberechenbar sein kann.