In Oberkärnten, genauer gesagt im Bezirk Spittal an der Drau, ist die Wasserversorgung aktuell ein heißes Thema. Martin Rohr, Unterabteilungsleiter der Wasserwirtschaft Spittal, hat sich hierzu geäußert. Die Trockenheit macht sich nicht nur bemerkbar, sondern sorgt auch für ernsthafte Herausforderungen, etwa in der Landwirtschaft und durch die Gefahr von Waldbränden. Dennoch, so Rohr, ist die Wasserversorgung für mittlere Verbrauchstage gut aufgestellt. Eine flächendeckende Wasserknappheit wird nicht erwartet, auch wenn es regionale und zeitliche Engpässe, besonders bei Spitzenverbräuchen, geben könnte.
Einige Gemeinden haben bereits reagiert und Wassersparappelle herausgegeben. Hier wird beispielsweise die Befüllung von Pools sorgfältig reglementiert. Die Situation ist nicht neu: Langjährige Messdaten belegen, dass es in den 1980er und 1990er Jahren ebenfalls weniger Niederschlag gab. Aktuell liegt das Niederschlagsminus für das Jahr 2023 zwischen 40 und 50 Prozent. Der fehlende Niederschlag im Frühjahr hat die Schneeschmelze beeinträchtigt und trägt zur verstärkten Trockenheit bei. Die Wasserstände und Abflussmengen in Oberkärnten sind am unteren Rand der langjährigen Werte angesiedelt. Ein besorgniserregendes Abflussdefizit von rund 31 Prozent für 2026 wird prognostiziert, während in Unterkärnten sogar etwa 50 Prozent erwartet werden.
Hoffnung auf Regen
Doch es gibt auch Lichtblicke: Meteorologe Martin Ortner hat für diese Woche flächendeckenden Niederschlag angekündigt, mit Mengen zwischen 10 und 20 Litern pro Quadratmeter. Das könnte der Natur etwas helfen und die Wasserbilanz in der Region stabilisieren. Dennoch bleibt die Frage, wie es in Zukunft mit der Wasserversorgung weitergeht, insbesondere im Kontext des Klimawandels.
Ein Blick über die Grenzen zeigt, dass das Wasserproblem nicht nur in Österreich, sondern auch in Deutschland ernst genommen wird. Eine gemeinsame Studie von NABU und BCG verdeutlicht, dass Deutschland nicht an Regenmangel leidet, sondern an der schlechten Speicherkapazität der Böden. Der Klimawandel verschärft die Situation, da verdichtete Böden und vereinfachte Vegetationsstrukturen dazu führen, dass Regenwasser nicht mehr versickern kann. Bei Starkregen kann der Boden oft nicht mehr genug Wasser aufnehmen, was zu Wasserverlust führt, bevor es ökologisch genutzt werden kann.
Natürliche Lösungen für die Wasserkrise
Um die Wasserbilanz wieder ins Gleichgewicht zu bringen, sind naturbasierte Lösungen gefragt. Regenerative Landwirtschaft könnte durch dauerhafte Bodenbedeckung und reduzierte Bodenbearbeitung die Bodenstruktur und Wasserspeicherfähigkeit verbessern. Auch der Umbau von Wäldern zu klimaresilienten Mischbeständen kann helfen, die Kühlwirkung der Landschaft zu erhöhen und die Stabilität der Böden zu fördern. Studien zeigen, dass durch solche Maßnahmen jährlich bis zu 7,5 Milliarden Kubikmeter Wasser zusätzlich gespeichert werden könnten. Ein zukunftsweisender Ansatz, um die Wasserkrise zu bekämpfen und Kosten von bis zu 25 Milliarden Euro pro Jahr bis 2050 zu vermeiden.
Das Trockenjahr 2018 hat bereits gezeigt, wie verletzlich unsere Wasserversorgung ist. Lange Trockenperioden und hohe Temperaturen führten damals zu einem erhöhten Wasserbedarf. Wasserversorger müssen sich darauf einstellen, dass zukünftige extreme Trockenphasen durchaus Realität werden könnten. Der Diskurs über die Priorisierung der Trinkwasserversorgung vor anderen Wassernutzungen ist unerlässlich. Auch die Wasserqualität für verschiedene Nutzungen, wie etwa die landwirtschaftliche Beregnung, muss geklärt werden. Es bleibt abzuwarten, wie die Verantwortlichen die Herausforderungen meistern werden – ein intensiver Austausch zwischen Wasserversorgern, Kommunen und Behörden ist nötig, um die Wasserversorgung auch in Zukunft sicherzustellen.
Für die Region Spittal an der Drau ist es also essenziell, dass alle an einem Strang ziehen. Das Thema Wasser wird uns noch lange begleiten und wir sollten besser vorbereitet sein, um nachhaltig mit dieser wertvollen Ressource umzugehen.