Am 31. Mai 2026 versammelten sich in der Wallfahrtskirche Maria Rain rund 300 Gläubige, um gemeinsam einen besonderen Moment zu feiern – die Bestellung von sieben neuen Akolythen. Unter ihnen waren eine Frau und sechs Männer, die sich in einem Jahr der Vorbereitung und geistlichen Vertiefung auf diesen Dienst vorbereitet hatten. Es war ein bewegender Gottesdienst, der nicht nur die Zusage der neuen Akolythen, sondern auch die Verbundenheit der Gemeinde feierte.
Bischof Dr. Josef Marketz, der die Feier leitete, hob in seiner Predigt die wesentlichen Grundhaltungen eines Akolythen hervor: Liebe und Barmherzigkeit. Diese Eigenschaften sind entscheidend für die Aufgaben, die die neuen Akolythen in ihren Pfarren übernehmen werden. Sie sind künftig verantwortlich für das eucharistische Leben, bereiten liturgische Feiern vor und bringen Kranken die heilige Kommunion. Die Albe, das liturgische Gewand, das sie nach dem Gebet des Bischofs erhielten, symbolisiert nicht nur die Taufe, sondern auch die Berufung jedes Christen zur Mitwirkung am Aufbau der Kirche.
Ein Vorreiter in Österreich
Kärnten gehört zu den Vorreitern bei der Einführung des Amtes des Akolythen – ein Dienst, der 2021 von Papst Franziskus geschaffen wurde. Die Diözese Gurk hat diesen Dienst als erste in Österreich in neuer Form eingeführt. Bei der Feier wurden nicht nur die neuen Akolythen berufen, sondern auch die Bedeutung ihrer Rolle im liturgischen Leben betont. Bischof Marketz dankte allen, die diesen Dienst antreten und wünschte ihnen viel Freude und Erfüllung in ihrer Aufgabe.
In der Diözese Gurk gibt es mittlerweile insgesamt 10 Akolythinnen und 20 Akolythen, was zeigt, wie wichtig dieser Dienst für die Gemeinde ist. Die Aufgaben der Akolythen sind vielfältig: Sie bereiten den Altar vor, helfen beim Austeilen der Kommunion und bringen diese auch zu alten und kranken Menschen. Zudem fördern sie die aktive Teilnahme der Gemeindemitglieder und wirken im Pfarrgemeinderat mit. Der nächste Kurs für interessierte Bewerber startet im Januar 2027 in Spittal an der Drau, und man kann sich bei Klaus Einspieler melden.
Ein Fest der Gemeinschaft
Die Feier war nicht nur spirituell, sondern auch ein Fest der Gemeinschaft. Verschiedene liturgische Dienste waren beteiligt, und die Musik wurde von dem Quartett Quadrophonia+ unter der Leitung von Mag. Sigrid Konnerth, sowie von Nicklas Dovjak an der Orgel und Peter Hribernik als Kantor, wunderbar unterstützt. Sara Lee Petschnig spielte Harfe und begleitete die Gläubigen beim Gebet für die neuen Akolythen. Nach der Zeremonie gab es im Haus der Begegnung die Gelegenheit, sich auszutauschen und zu feiern. Ein Moment der Freude und der Verbundenheit.
Die Diözese Gurk ist nicht nur in Kärnten, sondern auch in Österreich ein Vorreiter, da sie als erste liturgische Dienste für weibliche Laien eingeführt hat. Diese Veränderungen, die durch die Anpassung des Kirchenrechts durch Papst Franziskus im Jahr 2021 und die Rahmenordnung von Bischof Marketz aus 2022 angestoßen wurden, werden in vielen Teilen der Weltkirche bereits praktiziert, jedoch nicht mit dem gleichen ständigen Charakter. So wird dieser Dienst nicht nur als Durchgangsstufe zum Weiheamt gesehen, sondern hat einen festen Platz im liturgischen Leben der Gemeinde gefunden.
Die neuen Akolythen und Akolythinnen, die an diesem festlichen Tag berufen wurden, sind nicht nur Helfer am Altar, sondern auch Brückenbauer in ihren Gemeinden. Ihre Aufgaben reichen von der Feier der hl. Messe bis zu besonderen Anlässen wie Taufen und Begräbnissen. Ein wichtiger Schritt für die Kirche in Österreich – und ein ganz besonderes Erlebnis für alle, die an diesem Tag dabei waren.
