In Villach, am 20. Mai 2026, fand eine bewegende Feier zur Erweiterung des „Denkmals der Namen“ statt. Die Veranstaltung, unter der feierlichen Begleitung zahlreicher Ehrengäste, wurde von Sabina Schautzer von den Grünen Villach eröffnet. Sie begrüßte die Anwesenden und stellte die Bedeutung dieser Gedenkstätte heraus. Zu den Gästen zählten unter anderem Abgeordnete wie Olga Voglauer, Bürgermeister Günther Albel sowie Bgm Doris Liposchek aus Wernberg, und auch die Stadträte Baumann und Pober waren vertreten. Es war ein Moment, in dem die Gemeinschaft zusammenkam, um der Vergangenheit zu gedenken.
BGM Albel sprach eindringlich über den „Villacher Weg“ der Erinnerung und betonte, dass dieser Prozess noch lange nicht abgeschlossen sei. Erinnerungen sind lebendig, und die Gedenkstätte ist ein Ort der Reflexion. Mag. Alexandra Schmidt, die Obfrau des Vereins „Erinnern Villach“, erläuterte die bewegte Geschichte der Gedenkstätte, deren Anfänge bis ins Jahr 1946 zurückreichen. Die erste Tranche wurde 1999 umgesetzt, und seitdem gab es immer wieder Versuche, einen allgemeinen Gedenkort zu schaffen, die jedoch oft an den individuellen Schicksalen der Menschen scheiterten.
Erweiterung und musikalische Umrahmung
Hans Haider, der als Initiator gilt, übergab 1999 die Verantwortung an einen privaten Verein. Seitdem wurde das „Denkmal der Namen“ bereits sechsmal erweitert, doch es wurde auch häufig Ziel von Vandalismus – in insgesamt 14 Fällen aus rechtsextremen Motiven zerstört. Ein trauriger Umstand, der die Dringlichkeit und den Wert solcher Gedenkstätten unterstreicht. Felix Strasser und Yulia Ysmailova vom Verein „VADA“ verlasen die Namen von 56 neuen Opfern, die dem Denkmal hinzugefügt wurden. Ein berührender Moment, der viele zu Tränen rührte.
Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung vom Kärntner Slowenischen Ensemble „Prapotnice“, das das bewegende „Dachaulied“ von Jura Soyfer sang. Die Melodien hallten durch die Gedenkstätte und verliehen dem Anlass eine besondere Atmosphäre. Die Feier endete mit einer Kranzniederlegung durch die Ehrengäste, ein symbolisches Zeichen des Gedenkens, das die Anwesenden mit einem tiefen Gefühl des „Niemals vergessen“ und „nie wieder“ entließ.
Bedeutung der Gedenkstätten
Die Bedeutung solcher Gedenkstätten wird nicht nur lokal, sondern auch auf bundesweiter Ebene anerkannt. Die Bundesregierung hat die Gedenkstättenkonzeption grundlegend erneuert, um die Relevanz der Erinnerungsarbeit zu verstärken. Diese neue Fassung, die am 11. November 2025 verabschiedet wurde, bekräftigt die Singularität der Schoah und benennt das Unrecht der SED-Diktatur. Ein wichtiger Schritt, um die politische und wissenschaftliche Unabhängigkeit der Gedenkstätten zu unterstreichen und neue Schwerpunkte in der Projektförderung zu setzen. Interessanterweise wird die Auseinandersetzung mit dem deutschen Kolonialismus nicht Teil dieser Konzeption sein, was Fragen aufwirft.
Insgesamt zeigt die Feier in Villach, dass die Erinnerungskultur lebendig bleibt und dass die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit für die Demokratie von zentraler Bedeutung ist. Die Gedenkstätte wird auch in Zukunft ein Ort des Gedenkens, der Reflexion und des Lernens sein, und das ist es, was diese Veranstaltungen so wertvoll macht. Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie hier: ORF Kärnten und zu den Gedenkstätten auf der offiziellen Seite des Bundes: Gedenkstättenkonzeption.