In Kärnten tut sich was! Die Dürreperioden der letzten Jahre haben klar gezeigt, wie wichtig eine zuverlässige Trinkwasserversorgung ist. Auch wenn Kärnten grundsätzlich genug Trinkwasser hat, ist die Verteilung alles andere als gleichmäßig. Besonders in Völkermarkt, im Lavanttal und in Teilen Oberkärntens gibt es immer wieder Engpässe. Doch jetzt kommt Licht ins Dunkel: Das Projekt „Wasserschiene Kärnten“ wird umgesetzt, um die Wasserversorgung für alle zu verbessern. Die Eckpunkte dieses ehrgeizigen Projekts wurden kürzlich bei einer Pressekonferenz in Klagenfurt vorgestellt. Und, um es gleich vorwegzunehmen: Villachs Bürgermeister Günther Albel bezeichnet das Vorhaben als „Jahrhundert-Projekt“!
Das große Ziel dieser Initiative? Eine Ringleitung soll von Villach über Klagenfurt, St. Veit bis nach Feldkirchen bis 2027 gebaut werden. Damit wird die Wasserversorgung für rund die Hälfte der Kärntner Bevölkerung und viele Pendler sichergestellt. Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf über 100 Millionen Euro, wobei 51% vom Land Kärnten, 16% vom Bund und 33% von den beteiligten Gemeinden getragen werden. Die ersten Leitungskilometer im Drautal sind bereits in Arbeit, und das Herzstück des Projekts ist ganz klar die Verbindung zwischen Klagenfurt und Villach.
Ein historischer Schritt für Kärnten
Landeshauptmann Daniel Fellner hat den Startschuss für die Wasserschiene als historischen Schritt für die Daseinsvorsorge und die zukünftige Widerstandsfähigkeit Kärntens bezeichnet. Auch Landesrätin Marika Lagger-Pöllinger hat betont, wie wichtig rechtzeitige Planung und Investitionen für die langfristige Trinkwasserversorgung sind. Gerade in Trockenperioden und Krisenfällen wird die Verbesserung der Versorgungssicherheit für die beteiligten Gemeinden entscheidend sein.
Die Pressekonferenz fand im Hotel Sandwirth in Klagenfurt statt, und die Anwesenden umfassten unter anderem Bürgermeister Christian Scheider und die technischen Experten DI Smole und DI Erich Eibensteiner. Letzterer erklärte, dass die Wasserschiene nicht nur eine Nothilfe ermöglichen, sondern auch einen Ausgleich zwischen wasserreichen und wasserarmen Regionen schaffen wird. Die Zusammenarbeit mit anderen Städten ist dabei von zentraler Bedeutung, um die Trinkwasserversorgung langfristig zu sichern.
Ein globales Problem?
Und während wir uns hier in Kärnten auf die Wasserschiene freuen, gibt es einen Blick über die Grenzen hinaus, der uns nachdenklich stimmt. Laut einem aktuellen UN-Bericht sind mehr als zwei Milliarden Menschen von sauberem Trinkwasser abgeschnitten. Das ist schon krass, oder? Deutschland gilt zwar als wasserreiches Land, aber der Klimawandel verschärft die Situation auch hierzulande. Über 70 Prozent der Erdoberfläche sind mit Wasser bedeckt, doch nur drei Prozent davon sind Süßwasser, und viele Teile sind unzugänglich – in Gletschern oder tief unter der Erde versteckt. Das zeigt, wie ungleich Trinkwasser verteilt ist und wie wichtig es ist, in Regionen wie Kärnten vorausschauend zu handeln.
Die Herausforderungen sind vielfältig, und wir erleben auch in Deutschland sinkende Grundwasserstände, was zu Problemen in der Wasserversorgung führt. Der Pro-Kopf-Wasserverbrauch ist zwar gesunken, doch die neuen Bedarfe – wie etwa durch Aufstellpools im Sommer – bringen die Versorgungsnetze an ihre Grenzen. In Kärnten geht man jetzt proaktiv an die Sache heran und plant, um zukünftigen Engpässen vorzubeugen.
Es bleibt spannend zu beobachten, wie sich das Projekt „Wasserschiene Kärnten“ entwickeln wird. Geplant ist, die Unterlagen noch 2023 dem Land Kärnten vorzulegen, um Ende 2027 oder Anfang 2028 mit dem Bau zu beginnen. Bis dahin heißt es: Daumen drücken und hoffen, dass alles nach Plan verläuft!
Für mehr Informationen zu diesem Thema können Sie die vollständige Pressemitteilung auf der Webseite der Stadt Villach nachlesen: villach.at.