Hitzestress auf dem Bauernhof: Tiere kämpfen gegen die Sommerhitze
Die Sommerhitze hat Villach fest im Griff, und nicht nur wir Menschen kämpfen mit den hohen Temperaturen. Auch die Tiere auf den Bauernhöfen der Region haben ganz schön zu kämpfen. Rinder, Yaks, Schweine und Hühner leiden unter den extremen Bedingungen. Ihre Wohlfühltemperaturen liegen weit unter dem, was wir während einer Hitzewelle erleben. Das führt nicht nur zu Unwohlsein, sondern auch zu einer Leistungsminderung in der Milchproduktion. Professionelle Rinderzüchter reagieren darauf mit modernen Stallungen, die mit Ventilatoren ausgestattet sind, um das Raumklima zu regulieren. Kühe dürfen bei dieser Hitze erst abends ins Freie, wenn die Temperaturen etwas erträglicher werden.
Aber nicht nur die Kühe haben ihre eigenen Strategien. Yaks, die in den Alpen nicht ganz so häufig anzutreffen sind, haben ihre ganz eigene Art, mit der Hitze umzugehen. Sie schwitzen nicht, sondern kompensieren die hohen Temperaturen durch eine schnellere Atmung. Ferdinand Schaunig, ein Yakzüchter aus der Region, hat fünf Yaks, darunter drei Waisen, die er mit der Flasche aufgezogen hat. Diese Yaks verbringen viel Zeit im Schatten und kommen erst am Nachmittag auf die Weide, wenn die Sonne nicht mehr so brennt.
Schweine im Schlammtümpel
Biolandwirt Peter Janezic hat ebenfalls interessante Beobachtungen gemacht. Seine Schweine nutzen einen Schlammtümpel, um sich einzucremen und Sonnenbrand zu vermeiden. „Es ist verrückt, wie sich die Tiere anpassen“, sagt er. Janezic hat festgestellt, dass Hitzewellen seit 30 Jahren ein Thema sind, aber die ständigen Temperaturwechsel und die Trockenheit stellen die Landwirte vor erhebliche Herausforderungen. Besonders gefährdet sind Schweine in der Endmast, die aufgrund ihrer hohen Tageszunahmen und der intensiven Stoffwechselaktivität besonders anfällig für Hitzestress sind. Wenn die Temperaturen steigen, sinkt die Futteraufnahme der Tiere, was Kreislaufprobleme, Leistungseinbußen und sogar Fruchtbarkeitsprobleme nach sich ziehen kann.
Schweine haben übrigens keine funktionierenden Schweißdrüsen. Sie regulieren ihre Körpertemperatur durch erhöhte Atemfrequenz. Um sie während der Hitze gut zu versorgen, muss sauberes Tränkwasser permanent verfügbar sein. Das ist gesetzlich vorgeschrieben! Die Tränken sollten gut erreichbar sein, und die Durchflussraten müssen regelmäßig kontrolliert werden. In der Mast beispielsweise sollte die Durchflussrate zwischen 0,8 und 1,2 Litern pro Minute liegen – da kann man sich schon mal fragen, wo das Wasser bleibt.
Herausforderungen durch den Klimawandel
Der Klimawandel verschärft die Situation noch. Steigende Temperaturen führen nicht nur zu Hitzestress bei den Tieren, sondern auch zu neuen Tierkrankheiten, die sich durch mildere Winter und feuchtere Sommer weiter nach Norden ausbreiten. Die Landwirtschaft wird durch häufigere Dürren zusätzlich belastet, was die Futter- und Wasserversorgung erschwert. Dabei wissen wir, dass die Tierhaltung ebenfalls einen Beitrag zur Erderwärmung leistet – insbesondere durch die Methanemissionen von Wiederkäuern.
Die Anpassungen in der Tierhaltung sind unumgänglich. Stallbau und Weidemanagement müssen sich auf die neuen klimatischen Bedingungen einstellen. Schattenplätze und Zugang zu Wasser müssen sichergestellt werden, und auch die Futterqualität leidet unter den steigenden Temperaturen. Futteranbau muss an die klimatischen Veränderungen angepasst werden, zum Beispiel durch die Züchtung hitzetoleranter Pflanzen. Und das ist nur ein Teil der Herausforderung, die die Landwirte in der Region bewältigen müssen. Es bleibt spannend, wie sie sich an diese neuen Gegebenheiten anpassen werden. Vielleicht können wir ja von den Tieren lernen, wie man mit den widrigen Bedingungen umgeht – so wie es Peter Janezic vorschlägt.
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