Am Montag, den 8. Juni, wird der Rathausplatz in Villach zum Schauplatz eines besonderen künstlerischen Spektakels. Unter dem Motto „Platz für alle – Kunst aus Holz“ organisiert die Diakonie de La Tour eine Veranstaltung, die es in sich hat. Von 9 bis 15 Uhr können Besucher*innen live beobachten, wie talentierte Künstler der Bildhauerwerkstatt an beeindruckenden Holzskulpturen arbeiten. Die Idee dahinter? Barrieren abbauen – sowohl bauliche als auch mentale. Das ist ein spannendes Ziel, das Kunst und Inklusion miteinander verbindet. Und nicht nur das: Es wird auch eine Präsentation von bereits fertiggestellten Kunstwerken geben, die sicher viele Blicke auf sich ziehen werden. Sollte das Wetter nicht mitspielen, gibt es einen Ersatztermin im September.
Die Verbindung zwischen öffentlicher Kunst und sozialer Inklusion ist ein Thema, das derzeit nicht nur in Villach, sondern auch international diskutiert wird. Eine Untersuchung in Wien hat gezeigt, dass es bisher nur wenige empirische Studien zu diesem Thema gibt. Die Annahme, dass öffentlicher Raum Kunst zugänglicher macht, wird hinterfragt. Dabei wird untersucht, ob öffentliche Kunst als Konsummittel oder zur Förderung sozialer Inklusion fungiert. Historische Wandlungen, die durch verschiedene Paradigmen gekennzeichnet sind, werden beleuchtet. Spannend wird es, wenn man die Raumtheorien von Henri Lefebvre und Pierre Bourdieu mit einbezieht – so wird deutlich, dass die Strategien der Kunstinitiativen je nach Größe und Reichweite stark variieren können.
Öffentliche Kunst und ihre Zugänglichkeit
Die Diskussion um die Zugänglichkeit von Kunst im öffentlichen Raum ist nicht neu, aber sie gewinnt zunehmend an Bedeutung. Die Frage, wie Kunstbarrieren abgebaut werden können, ist gerade im Kontext der Veranstaltung in Villach sehr relevant. Die Ergebnisse von qualitativen Interviews mit Initiativen zur Produktion öffentlicher Kunst zeigen, dass es wichtig ist, explizite Angebote für spezifische Zielgruppen zu formulieren. Diese Sichtweise wird durch die Tatsache unterstützt, dass über 50 % der UNESCO-Weltkulturerbestätten in Deutschland kostenlos zugänglich sind, was einen positiven Schritt in Richtung Inklusion darstellt. Dennoch bleibt die Herausforderung, auch in weniger zentralen Stadtteilen Kunst erlebbar zu machen.
Ein Blick über die Grenzen Österreichs hinaus zeigt, dass viele Städte, wie beispielsweise in Deutschland, ähnliche Herausforderungen meistern. Eine Untersuchung der University of Europe for Applied Sciences hat 123 UNESCO-Weltkulturerbestätten in Deutschland untersucht und festgestellt, dass 38 % der Stätten uneingeschränkt barrierefrei sind. Diese Statistiken sind nicht nur interessant, sie verdeutlichen auch, wie wichtig es ist, Kunst für alle zugänglich zu machen – unabhängig von körperlichen oder mentalen Barrieren. In Villach sollte die Veranstaltung am Rathausplatz also nicht nur ein Fest für die Sinne, sondern auch ein Zeichen für eine offene und inklusive Gesellschaft sein.
Wie es aussieht, wird der 8. Juni ein aufregender Tag für Kunstliebhaber und Neugierige in Villach. Das Zusammenspiel von live entstehenden Holzskulpturen und der Möglichkeit, sich mit den Künstlern auszutauschen, könnte vielleicht sogar die eine oder andere Barriere im Kopf abbauen. Und wer weiß, vielleicht sind wir alle beim nächsten Mal wieder dabei, wenn es heißt: Kunst für alle!
Für weitere Informationen zur Veranstaltung können Sie die vollständige Ankündigung hier nachlesen.
