In Villach ist man gerade ganz schön ins Schwitzen geraten. Ein Hubschrauberabsturz am Dobratsch hat die Trinkwasserquellen der Stadt verunreinigt. Die Folgen sind dramatisch: Das Wasser wird ungenießbar, und wie lange das so bleibt, steht in den Sternen. Was wäre, wenn das auch in Klagenfurt passierte? Stellen Sie sich vor, ein großes Industriegelände steht in Flammen, und die Feuerwehr hat keine Wasserreserven mehr. Ein absolutes Horrorszenario, das uns alle betrifft.

Erich Eibensteiner, Geschäftsführer des Wasserverbandes Kärnten, hat sich besorgt über die Verteilungsprobleme bei der Wasserversorgung geäußert. Der Wasserverband, der vor einem Jahr von Klagenfurt, Villach, St. Veit und Feldkirchen gegründet wurde, hat sich hohe Ziele gesetzt: die langfristige Sicherung der Trinkwasserversorgung im Zentralraum und eine flexible Wasserverteilung. Das geplante Ringleitungsnetz, das die Städte in den kommenden elf Jahren miteinander verbinden soll, ist ein großer Schritt in die richtige Richtung.

Ein Jahrhundertprojekt

Das Ringleitungsnetz wird rund 100 Kilometer lang sein und kostet schätzungsweise 118 Millionen Euro netto. Die Finanzierung wird durch das Land (51 %), den Bund (16 %) und die Gemeinden (33 %) sichergestellt. Der erste Bauabschnitt, eine 35 Kilometer lange Leitung zwischen Klagenfurt und Villach, wird mit etwa 35 Millionen Euro veranschlagt. Der Projektantrag soll im Juni oder Juli beim Land eingereicht werden, und der Baustart ist für Anfang 2028 vorgesehen. Es wird also spannend! Aber das ist noch nicht alles: Weitere Bauabschnitte sind geplant, um auch die Verbindungen zwischen Feldkirchen und Villach sowie Klagenfurt und St. Veit bis 2037 fertigzustellen.

Im Notfall könnte Villach Wasser aus den Krappfelder Quellen beziehen, während Klagenfurt auf die Wasserressourcen vom Dobratsch zurückgreifen könnte. Diese neue Ringleitung soll vor allem die regionalen Wasserspitzen besser ausgleichen, doch bei Verunreinigungen im lokalen Leitungsnetz wird sie nicht helfen können. Klagenfurts Bürgermeister Christian Scheider hat die Sensibilität des Themas Trinkwasser betont, während Villachers Amtskollege und Verbandsobmann Günther Albel das Vorhaben als „Jahrhundertprojekt“ bezeichnet hat.

Wasserversorgung für die Zukunft

Mit 87 Prozent der Kärntner Bevölkerung, die öffentlich mit Trinkwasser versorgt wird, ist das Thema von größter Bedeutung. Der Rest wird von kleinen privaten Genossenschaften versorgt. Umweltlandesrat Rolf Holub hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Wasserversorgung für zukünftige Generationen zu sichern. Die geplante Ringleitung im Zentralraum ermöglicht nicht nur den Transport von Wasser in alle Richtungen, sondern auch die Einspeisung von Wasser von außen. Hierbei könnten die Tiebelquellen und der Förolacher Erbstollen wichtige Ressourcen darstellen.

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Der Klimawandel ist ein weiterer Grund, warum wir uns aktiv um die Wasserversorgung kümmern müssen. Längere Trockenperioden und steigende Temperaturen führen zu weniger Wasser im Boden und sinkenden Grundwasserständen. Gleichzeitig steigt der Wasserbedarf in vielen Bereichen. Marika Lagger-Pöllinger, Wasserreferentin, hat betont, dass die Versorgungssicherheit proaktiv angegangen werden sollte – nicht erst dann, wenn das Wasser knapp wird.

Ein engagierter Schritt nach vorn

Die Bedeutung einer stabilen und krisensicheren Trinkwasserversorgung wird immer klarer. Kärnten investiert in die Wasserversorgung, regionale Vernetzung und Vorsorgemaßnahmen gegen Trockenperioden. Der Klimastatusbericht 2025 zeigt bereits die zunehmenden Auswirkungen der Klimaveränderung auf Grundwasser und die Versorgungssicherheit. Der Rückgang der Grundwasserressourcen betrifft nicht nur die Landwirtschaft, sondern auch die Wirtschaft und die Versorgungssicherheit der Bevölkerung.

Das geplante überregionale Wassernetz im Kärntner Zentralraum ist ein Schritt in die richtige Richtung, um die Trinkwasser- und Notversorgung langfristig abzusichern und die Gemeinden auf Trockenperioden und Krisensituationen vorzubereiten. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation entwickelt und ob die geplanten Maßnahmen rechtzeitig greifen werden. Eines steht fest: Wasser wird zunehmend zu einer zentralen Zukunftsfrage – nicht nur für Kärnten, sondern für uns alle.

Wer mehr über die aktuellen Entwicklungen erfahren möchte, kann die ausführlichen Informationen in der Quelle nachlesen: Kleine Zeitung.