Die Buschenschanksaison im Lavanttal startet in diesem Jahr mit einem eher ernüchternden Bild: Nur drei Betriebe haben sich bereit erklärt, ihre Türen zu öffnen. Im Vergleich zu 2013, als es noch acht Buschenschenken in der Region gab, ist das ein drastischer Rückgang. Die Gründe dafür sind vielfältig und reichen von einer hohen Arbeitsbelastung bis hin zu einem Mangel an familiären Arbeitskräften. Diese Herausforderungen machen es den Betreibern nicht leicht, sich in der Branche zu behaupten.

Die Veränderungen, die durch das erleichterte Buschenschankgesetz von 2020 eingeführt wurden, sollen eigentlich helfen. Flexiblere Öffnungszeiten und eine vereinfachte Speisenverarbeitung klingen vielversprechend. Dennoch bleibt der begrenzte Zukauf regionaler Produkte bestehen, was für viele Betriebe eine zusätzliche Hürde darstellt. Ein Blick auf die aktuellen Betreiber zeigt, dass Martina Lippitz und Elisabeth Vallant mit ihren regionalen und teils vegetarischen Angeboten durchaus erfolgreich sind. Roswitha Plösch hingegen sieht trotz der wetterabhängigen Herausforderungen eine positive Zukunftsperspektive für die Buschenschenken.

Herausforderungen und Chancen

Die Situation ist nicht nur für die Betreiber selbst, sondern auch für die Region ein Thema. Das Kärntner Buschenschankgesetz gehört zu den strengsten in ganz Österreich. Das hat zur Folge, dass kaum ein landwirtschaftlicher Betrieb die gesamte Produktpalette abdeckt. Die Konsumenten erwarten sich mehr Auswahl, was den Zukauf von Kaltspeisen, Obst und Gemüse von landwirtschaftlichen Produzenten betrifft. Dies ist jedoch nur unter strengen Auflagen möglich. Der Gast muss stets informiert werden, dass diese Produkte nicht im Supermarkt erworben werden dürfen.

Die Novelle des Kärntner Buschenschankgesetzes, die am 23. Juli 2020 beschlossen wurde, zielt darauf ab, die Bedingungen für die Betreiber zu verbessern. Es gibt eine neue Regelung, die es den Buschenschenken ermöglicht, ihre Ausschanktage flexibler zu setzen, solange sie 200 geöffnete Tage pro Jahr einhalten. Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger betont, dass diese flexiblen Öffnungszeiten besser auf die Bedürfnisse von Touristen und einheimischen Gästen eingehen sollen. Die Erleichterungen sind also durchaus als Schritt in die richtige Richtung zu sehen.

Ein Blick in die Zukunft

Trotz aller Schwierigkeiten gibt es Anzeichen für Optimismus. Roswitha Plösch und ihre Kolleginnen sind bereit, sich den Herausforderungen zu stellen und die Buschenschanksaison zu gestalten. Die Landwirtschaftsministerin hat angekündigt, dass die neue Regelung ab Mitte August in Kraft treten soll, was den Betrieben eine spürbare Erleichterung bringen könnte. Ein weiterer Punkt ist das Zertifizierungsprogramm „Gutes vom Bauernhof“, das gefördert wird, um die Qualität der Lebensmittelproduktion zu garantieren. Das Land Kärnten übernimmt sogar die Teilnahmekosten für Buschenschankbetriebe an diesem Programm.

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Die Zukunft der Buschenschanken im Lavanttal bleibt spannend. Trotz der vielen Herausforderungen, die es zu bewältigen gilt, scheinen die Betreiber fest entschlossen, ihr Angebot aufrechtzuerhalten und die Tradition des Buschenschanks lebendig zu halten. Wie es weitergeht? Das bleibt abzuwarten.