Herausforderungen für den Einzelhandel und Tourismus in Unterkärnten
Heute, am 12. Juni 2026, werfen wir einen Blick auf die Handelslandschaft in Unterkärnten, die vor zahlreichen Herausforderungen steht. Eine aktuelle Studie, die auf Daten von 2.617 Konsumenten, 484 Betrieben und 106 Unternehmern basiert, zeigt, dass die wirtschaftliche Entwicklung in den Bezirken durch eine stagnierende Bevölkerungsentwicklung gebremst wird. Trotz einer beeindruckenden einzelhandelsrelevanten Kaufkraft von etwa 24.400 Euro pro Kopf, die über dem Kärntner Durchschnitt von 23.650 Euro liegt, fließt das Geld zunehmend in den Online-Handel oder in größere Ballungsräume wie Klagenfurt und Graz.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist der Tourismus, der als bedeutende Finanzquelle für den lokalen Einzelhandel fungiert. Tagesgäste und Nächtigungstouristen tragen maßgeblich zur Belebung der Wirtschaft bei. Besonders St. Kanzian am Klopeiner See hebt sich als die nächtigungsstärkste Gemeinde im Bezirk hervor. Im Vergleich dazu verzeichnet Wolfsberg einen jährlichen Einzelhandelsumsatz von rund 347 Millionen Euro, was zeigt, wie unterschiedlich die regionalen Handelsbedingungen sein können.
Wettbewerbsfähigkeit und Digitalisierung
Eine beunruhigende Erkenntnis aus der Studie ist, dass 22% der Handelsbetriebe eine niedrige Wettbewerbsfähigkeit aufweisen. 46% sind im mittleren Bereich, während 32% hoch wettbewerbsfähig sind. Doch der Druck durch den Online-Handel ist für 45% der Unternehmen spürbar. Um im digitalen Zeitalter bestehen zu können, ist es für die Handelsbetriebe unerlässlich, sich digital aufzustellen. Aktuell nutzen 35% der Handelsbetriebe keine digitalen Instrumente, und nur 24% haben einen eigenen Online-Shop. Irgendwie erstaunlich, dass in einer Zeit, in der alles online passiert, so viele Unternehmen noch nicht den Schritt gewagt haben.
Ein weiteres Problem sind die Leerflächen in den Gemeinden. Nur etwa ein Viertel aller Leerstände ist marktfähig. Hier wären innovative Nutzungskonzepte gefragt! Empfehlungen zur Verbesserung der Situation umfassen unter anderem interkommunale Ortsmarketing-Verbünde und gezielte Digitalisierungsmaßnahmen. Die Gemeinden, die Wirtschaft, die Politik und die Gesellschaft sind aufgerufen, gemeinsam an der Umsetzung dieser Erkenntnisse zu arbeiten.
Tourismus als Schlüsselressource
Der Tourismus ist nicht nur in Deutschland ein bedeutender Wirtschaftsfaktor, sondern auch in Österreich von zentraler Bedeutung. Die Branche beeinflusst eine Vielzahl von Sektoren, darunter Verkehr, Handel und Handwerk. In Deutschland erwirtschaftete die Tourismuswirtschaft 2019 124 Milliarden Euro, was 4% der gesamten Wertschöpfung entspricht. Die Corona-Pandemie hat allerdings auch hier deutliche Spuren hinterlassen. Ein Umsatzeinbruch von 39% im Gastgewerbe und über 71% in der Reisewirtschaft 2020 sind alarmierende Zahlen!
Aktuelle Herausforderungen wie steigende Energiekosten, Lebensmittelpreise und Inflation sowie ein Fachkräftemangel im Hotel- und Gastgewerbe machen die Situation nicht einfacher. Die nationale Tourismusstrategie zielt darauf ab, die Resilienz und Wettbewerbsfähigkeit der Branche zu stärken, mit einem besonderen Fokus auf Klimaneutralität und Digitalisierung. Hier gibt es also auch Parallelen zu den Herausforderungen, die der lokale Einzelhandel in Unterkärnten zu meistern hat.
Die Notwendigkeit, nachhaltige Strukturen im Tourismus nach der Pandemie zu erhalten und fortzuentwickeln, wird immer deutlicher. Zudem wird es entscheidend sein, die digitale Infrastruktur und Kompetenzen zu fördern, um nicht den Anschluss zu verlieren. Die Bundesregierung plant, umweltfreundliche Verkehrsmittel zu unterstützen und die Wettbewerbsfähigkeit des Tourismus durch Investitionen in Infrastruktur und Kulturangebote zu stärken.
Insgesamt zeigt sich, dass sowohl der Einzelhandel als auch der Tourismus in Unterkärnten und darüber hinaus vor großen Herausforderungen stehen. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation entwickeln wird, aber eines ist sicher: Es braucht kreative Lösungen und eine enge Zusammenarbeit aller Beteiligten, um die Zukunft des Handels und des Tourismus in der Region zu sichern. Hier finden Sie weitere Details zur aktuellen Situation in Unterkärnten.
