In Völkermarkt steht die geplante Generalsanierung der Fachberufsschule unter kritischer Beobachtung. Der Kärntner Landesrechnungshof (LRH) hat in seinem aktuellen Bericht zahlreiche Mängel bei der Planung und Durchführung der Sanierung festgestellt. Die Gesamtkosten der Sanierung belaufen sich auf 25,76 Millionen Euro. Besonders ins Gewicht fallen die unzureichende Analyse möglicher alternativer Standorte und die mangelhafte Kostenermittlung, die nicht alle notwendigen Änderungen berücksichtigte.
Die Empfehlungen des LRH sind klar: Um einen effizienten Mitteleinsatz zu gewährleisten, sollten alle relevanten Alternativen geprüft und deren Kosten ermittelt werden. Eine Kooperation mit dem WIFI-Technikzentrum in Klagenfurt wurde dabei nicht ausreichend in Betracht gezogen. Bereits 2023 hatte der Landesrechnungshof empfohlen, die Anzahl der Berufsschulstandorte in Kärnten zu evaluieren und Kompetenzzentren zu schaffen, um die Ausbildungsbedingungen zu verbessern.
Geplante Maßnahmen und Verbesserungen
Das Ziel der Generalsanierung ist die Verbesserung der Ausbildungsbedingungen für Lehrlinge, insbesondere in den Bereichen Bau sowie Raum & Design. Zu den geplanten Maßnahmen gehören die Sanierung bestehender Gebäude, die Erneuerung von Werkhallen und der Ausbau des Internats. Künftig sollen die Internatszimmer als Zwei-Bett-Zimmer mit eigenem Sanitärbereich gestaltet werden. Ein geschlossener Innenhof durch die Anordnung der Werkhallen sowie Maßnahmen zur Energieeffizienz und der Einbau einer Photovoltaikanlage sind ebenfalls vorgesehen.
Allerdings gibt es auch hier Bedenken: Der Planer hat ungenaue Längen verwendet und nicht alle Änderungen in der Mengenermittlung berücksichtigt. Der LRH empfiehlt, die bestehenden Bemaßungen für Mengenermittlungen zu nutzen und die Kostenermittlung basierend auf präzisen Ausschreibungsplänen sorgfältiger durchzuführen.
Bildungssystem und seine Herausforderungen
Die Diskussion um die Generalsanierung der Fachberufsschule Völkermarkt wirft auch ein Licht auf das Bildungssystem in Österreich. Die AHS-Oberstufe beginnt in der fünften Klasse und führt Schüler oft zur Matura. In der heutigen Zeit ist es wichtig, die Ausbildungsstätten an die Bedürfnisse der Schüler anzupassen und moderne Lernumgebungen zu schaffen. Schulautonomie ermöglicht es Schulen, spezifische Schwerpunkte zu setzen und sich an den Anforderungen der Wirtschaft zu orientieren.
Die Notwendigkeit, Berufsschulen wie die in Völkermarkt zu modernisieren, ist unbestritten. Die Schaffung von Kompetenzzentren könnte nicht nur die Ausbildungsqualität erhöhen, sondern auch die Attraktivität der Berufsausbildung steigern. In Anbetracht der Empfehlungen des LRH und der anstehenden Herausforderungen im Bildungssystem bleibt abzuwarten, wie die Verantwortlichen auf diese Kritik reagieren werden.
Für weitere Informationen kann der Bericht des LRH [hier](https://www.meinbezirk.at/voelkermarkt/c-wirtschaft/generalsanierung-der-fachberufsschule-voelkermarkt-kritisiert_a8611595) eingesehen werden.