Heute ist der 16.05.2026 und die Sonne scheint über Völkermarkt. Ein ganz besonderer Besuch hat das kleine Städtchen in der Nähe von Grifffen zu einem lebendigen Ort der Erinnerungen gemacht. Der Ehrenbürger, Schriftsteller und Literatur-Nobelpreisträger Peter Handke hat seine Heimatgemeinde besucht. Es ist nicht nur ein einfacher Besuch, sondern eine Reise in die eigene Vergangenheit, ein Aufeinandertreffen mit den Wurzeln.
Handke kam, um die Stätten seiner Kindheit wiederzusehen, alte Erinnerungen aufleben zu lassen und Freunde zu treffen. Begleitet wurde er von Bürgermeister Josef „Seppi“ Müller und seinem langjährigen Freund Valentin Hauser. Gemeinsam machten sie sich auf zu den Orten, die für Handke in seiner Jugend von Bedeutung waren.
Rückkehr zu den Wurzeln
Ein Highlight der Reise war der Obstgarten in Altenmarkt, der von Handkes Onkel Gregor Siutz, der im Zweiten Weltkrieg fiel, angelegt wurde. Hier hütete der junge Peter als Kind Kühe – eine Zeit voller Unbeschwertheit und Kinderspiele. Erinnerungen an die frische Luft und das sanfte Wiehern der Kühe kommen da sofort hoch. Auch der Griffner See stand auf der Liste der besuchten Orte. Dort sammelte Handke gemeinsam mit seinem Großvater Schilf und Grünpflanzen für das Vieh. Es sind diese kleinen Details, die das Bild seiner Kindheit lebendig werden lassen.
Ein weiterer bewegender Moment war der Besuch des Friedhofs von Stift Griffen, wo die Gräber seiner Familie zu finden sind. In stiller Andacht erinnerte sich Handke an die Menschen, die ihn geprägt haben. Während seines Aufenthalts traf er auch einige Bekannte und informierte sich über aktuelle Geschehnisse in der Gemeinde. Es ist beeindruckend, wie sehr der Schriftsteller trotz seiner internationalen Erfolge den Kontakt zu seinen Wurzeln aufrechterhält.
Musikalische Klänge und gesellige Abende
Ein herzlicher Besuch fand im Pflegeheim in Bleiburg statt, wo Handke seinen Freund Johann Dersula traf. Die musikalische Darbietung von Arthur Ottowitz mit der Mundharmonika sorgte für eine stimmungsvolle Atmosphäre. Man kann sich gut vorstellen, wie die Melodien durch den Raum schwebten und die Herzen der Anwesenden berührten. Handke verbrachte drei Tage in Grifffen und teilte abends viele Erinnerungen aus früheren Zeiten in geselliger Runde. Diese Abende waren sicherlich geprägt von Lachen, Geschichten und vielleicht auch dem ein oder anderen Glas Wein – eine Mischung aus Nostalgie und Freude über das Wiedersehen.
Am Ende seines Besuchs äußerte Handke, dass er sich auf ein baldiges Wiedersehen in Grifffen freue. Es ist bemerkenswert, wie diese Rückkehr nicht nur für ihn, sondern auch für die Gemeinde eine Bedeutung hat. Der Austausch zwischen Vergangenheit und Gegenwart, zwischen der großen Welt und den kleinen, persönlichen Geschichten, macht solche Besuche so wertvoll. Die Verbundenheit zu den eigenen Wurzeln ist stärker denn je und wird durch solche Begegnungen lebendig gehalten.
Für viele in Grifffen bleibt dieser Besuch in Erinnerung – nicht nur als das Kommen eines berühmten Schriftstellers, sondern als ein Zeichen dafür, dass Heimat immer ein Teil von uns bleibt, egal wo wir hinreisen.
Weitere Informationen zu Handkes Besuch finden Sie in dem ausführlichen Bericht auf klick-kaernten.at.