Heute ist der 17.05.2026 und in Völkermarkt gibt es Neuigkeiten, die das Herz eines jeden Literaturfans höherschlagen lassen. Peter Handke, der Literaturnobelpreisträger und Ehrenbürger von Griffen, hat seine Heimat für drei Tage besucht. Der Grund für seinen Aufenthalt? Ein nostalgischer Rückblick auf die Stätten seiner Kindheit, wo Erinnerungen und alte Freundschaften aufblühen sollten.
Begleitet wurde Handke von Bürgermeister Josef Müller und dem Autor Valentin Hauser. Gemeinsam machten sie sich auf, um einige der bedeutendsten Orte seiner Jugend zu besuchen. Dazu zählte ein Ausflug zu einem Obstgarten in Altenmarkt, der von Handkes Onkel Gregor Siutz angelegt wurde, der im Zweiten Weltkrieg gefallen ist. Bei einem Spaziergang am Griffner See konnte Handke in Erinnerungen schwelgen – dort sammelte er einst mit seinem Großvater Schilf und Grünpflanzen für das Vieh. Auch der Friedhof von Stift Griffen, wo die Gräber seiner Familie ruhen, war ein wichtiger Halt während seines Besuchs.
Einblick in die Vergangenheit
Inmitten der Besuche traf Handke auch alte Bekannte und informierte sich über die aktuellen Geschehnisse in der Gemeinde. Ein weiteres Highlight war sein Besuch bei Monsignore Johann Dersula im Pflegeheim in Bleiburg, wo die musikalischen Klänge von Arthur Ottowitz die Luft erfüllten. An den Abenden teilte Handke in geselliger Atmosphäre viele Erinnerungen, und es schien, als ob die Zeit stillstand.
Ein emotionaler Abschied folgte, bei dem Handke seine Vorfreude auf ein baldiges Wiedersehen in Griffen äußerte. Es ist nicht nur ein Besuch, es ist eine Rückkehr zu den Wurzeln. Handkes Verbindung zu seiner Heimat ist tief und das zeigt sich in jeder Geste, bei jedem Lächeln, das er seinen alten Freunden schenkt.
Ein Leben im Zeichen der Literatur
Peter Handke wurde am 6. Dezember 1942 in Griffen, Kärnten, geboren. Seine ersten Lebensjahre waren geprägt von den Schrecken des Krieges und den Herausforderungen, die seine Familie durchlebte. Seine Mutter, eine Kärntner Slowenin, hatte es nicht leicht. Handke erfuhr erst 1961 von seinem leiblichen Vater, was seine Kindheit zusätzlich komplizierte. Die Familie lebte in ärmlichen Verhältnissen, was Handkes Kindheit prägen sollte.
Sein Weg führte ihn über verschiedene Schulen, bis er schließlich die Matura mit Auszeichnung ablegte. Ein Studium der Rechtswissenschaften in Graz begann, doch die Liebe zur Literatur war stärker. Handke brach das Studium ab, um sich ganz dem Schreiben zu widmen. 1966 feierte er mit dem Sprechstück „Publikumsbeschimpfung“ seinen Durchbruch und von da an nahm seine Karriere Fahrt auf.
Die 1980er Jahre waren für Handke künstlerisch besonders fruchtbar, während er in Salzburg lebte und bedeutende Werke veröffentlichte. Die politische Aktivität in den 1990er Jahren – insbesondere seine Position während der Jugoslawienkriege – führte zu Kontroversen, die bis heute nachhallen. Im Jahr 2019 wurde ihm der Nobelpreis für Literatur verliehen, was sowohl Anerkennung als auch Kritik nach sich zog.
Handke, ein Autor mit einem komplexen Leben, bleibt ein faszinierendes und manchmal umstrittenes Thema in der literarischen Welt. Seine Rückkehr nach Griffen ist nicht nur eine persönliche Reise, sondern auch ein Kapitel in der Geschichte eines Mannes, dessen Worte die Welt bewegt haben. Und so bleibt die Vorfreude auf das nächste Wiedersehen in Griffen spürbar, für Handke und all jene, die ihn schätzen.
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