Am 21. Mai 2026 war es endlich so weit: Die offizielle Eröffnung der neuen AROX-Trinkwasseraufbereitungsanlage in Forst bei St. Margarethen, die von den Wolfsberger Stadtwerken ins Leben gerufen wurde. Mit einer Investition von rund drei Millionen Euro setzen die Stadtwerke ein wichtiges Zeichen für die Trinkwasserversorgung im Bezirk Wolfsberg. Ein Ereignis, das nicht nur die Anwesenden begeisterte, sondern auch die Weichen für eine sichere Wasserversorgung der Zukunft stellt.

Die neue Anlage hat sich der Aufbereitung arsenhaltigen Quellwassers verschrieben. Arsen ist ein Stoff, der in manchen geologischen Zonen, wie auch im Raum Wolfsberg, vorkommt. Projektleiter Michael Verdnik erklärte, dass in geeigneten Quellen häufig Marmorzüge mit arsenhaltigen Ablagerungen entdeckt werden. Um das Wasser trinkbar zu machen, kommt die innovative AROX-Technologie (Arsen und Oxidation) zum Einsatz. Diese oxidiert das Arsen im Wasser und ermöglicht somit dessen Entfernung – ein entscheidender Schritt zur Erhöhung der Versorgungssicherheit.

Technische Details und Vorteile der neuen Anlage

Aber wie genau funktioniert das eigentlich? Die AROX-Anlage simuliert einen natürlichen Bodendurchfluss mithilfe von speziellen Filterkesseln, die mit mineralischem Granulat auf Eisenoxidbasis gefüllt sind. Diese Filterkessel sind eine wahre Errungenschaft, denn sie ermöglichen eine Arsenreduktion auf Null – der gesetzliche Grenzwert für Arsen im Trinkwasser liegt bei 0,01 mg/l. Mit drei großen Filterkesseln hat die Anlage eine aktuelle Leistung von 20 Litern pro Sekunde, und in der zweiten Ausbaustufe soll diese Kapazität sogar auf 30 Liter pro Sekunde erhöht werden. Das bedeutet, dass künftig insgesamt 40 Liter zusätzliches Trinkwasser pro Sekunde zur Verfügung stehen werden. Ein echter Gewinn für die Region!

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist der Reinwasserbehälter der Anlage, der ein Fassungsvermögen von 70 Kubikmetern hat. Die wasserrechtliche Bewilligung für diesen Betrieb wurde auf 25 Jahre ausgestellt, was eine langfristige Planung und Sicherheit für die Bürgerinnen und Bürger bedeutet. Bürgermeister Alexander Radl hob in seiner Rede die Bedeutung des Projekts für Wolfsberg und die umliegenden Gemeinden hervor. Die Eröffnungsfeier wurde musikalisch vom Quartett der Trachtenkapelle St. Margarethen umrahmt, und ein kirchlicher Segen von Stadtpfarrer Krzysztof Kranicki und Pfarrerin Renate Moshammer verlieh dem Anlass einen feierlichen Rahmen.

Hintergrund und regionale Herausforderungen

Doch was bedeutet das alles für die Wasserversorgung in der Region? Die Planung des Projekts begann bereits vor mehreren Jahren, basierend auf der Studie „Wasserschatz Kärnten“ von 2021. Diese Studie zeigte, dass das Wasserangebot und der Wasserverbrauch in Wolfsberg bereits 2026 aufeinandertreffen könnten. Die erste Maßnahme war der Bau eines Verbundbrunnens in St. Andrä, der bis zu zehn Liter Wasser pro Sekunde liefert.

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Arsen im Trinkwasser ist ein ernstzunehmendes Problem, das nicht nur in Kärnten existiert. Laut einer Studie zeigen BGR-Karten regionale Variationen der Arsen-Gehalte im Grundwasser, die von geologischen Bedingungen und historischen Nutzungseinflüssen abhängen. Besonders in Regionen mit einer langen Bergbaugeschichte oder der Verwendung arsenhaltiger Pestizide sind die Werte oft erhöht. Das zeigt, wie wichtig es ist, dass Wasserversorger regelmäßig Kontrollen durchführen und moderne Verfahren zur Arsenentfernung anwenden, um die Trinkwasserqualität sicherzustellen.

Die neue AROX-Anlage in Wolfsberg ist also nicht nur ein technisches Meisterwerk, sondern auch ein wichtiger Schritt in die Zukunft der Wasserversorgung. Die feierliche Eröffnung hat gezeigt, wie sehr die Bevölkerung hinter diesem Projekt steht und welche Hoffnungen damit verbunden sind. Es bleibt zu hoffen, dass solche Initiativen auch in anderen betroffenen Regionen Schule machen und die Trinkwasserqualität überall verbessert wird.