Der Schönsonntagmarkt in Wolfsberg hat in den letzten Jahren für einiges an Gesprächsstoff gesorgt. Auf Facebook wurde die Veranstaltung sowohl kritisiert als auch für ihr Potenzial gelobt. Einige Besucher fühlten sich durch das Fehlen traditioneller Elemente enttäuscht. Auch die unprofessionelle Organisation ließ zu wünschen übrig. Ein weiteres großes Thema war die Dominanz von DJs in der musikalischen Untermalung – das kam bei vielen nicht gut an. Beschwerden über schlechte Planung und das frühe Ende des Marktes machten die Runde. Die Stadtgemeinde hat sich nun vorgenommen, Feedback zu sammeln, um den Markt im nächsten Jahr zu verbessern. Das klingt nach einer Chance, doch wird dies ausreichen, um die Gemüter zu beruhigen? Kleine Zeitung berichtet darüber.

Interessanterweise fand der Schönsonntagmarkt 2022 erstmals wieder in der Innenstadt von Wolfsberg statt. Nach der Veranstaltung gab es zwar allgemeine Zufriedenheit, doch die kritischen Stimmen verhallten nicht. Der verregnete Markt im Jahr 2021 hinterließ Spuren. Ein großes Thema war die lange Aufbauzeit und die von Fieranten zugestellten Auslagen. Einige Bürger fordern sogar eine Rückkehr nach Kleinedling, wo der Markt früher stattfand. Diese Forderungen stießen auf Widerstand: Ein Verlegungsantrag der ÖVP wurde am 5. Oktober 2023 von SPÖ und Grünen abgelehnt. Bürgermeister Hannes Primus (SPÖ) äußerte, dass eine Festlegung zu diesem Zeitpunkt nicht sinnvoll sei, und signalisierte Gesprächsbereitschaft.

Der Runde Tisch zur Verbesserung

Am 29. Januar 2024 veranstaltete die Wirtschaftskammer Wolfsberg einen runden Tisch, um über den Schönsonntagmarkt zu diskutieren. Es waren ausschließlich Betriebe eingeladen, keine politischen Vertreter. Von 130 geladenen Betrieben nahmen nur 25 teil, wobei andere Quellen von lediglich 15 sprachen. Anwesend waren Thomas Schmid (Büro Bürgermeister Primus) und Eva Schatz (Stadtmarketing), die die Argumente an die Politik weitertragen sollten. Unternehmer betonten, dass der Markt zur Belebung der Innenstadt wichtig sei, aber Anpassungen in der Durchführung notwendig seien. Gewünscht wird eine Straffung der Veranstaltung von vier auf zwei oder drei Tage und eine Verkürzung der Aufbauzeit. Auch der Handel und die Dienstleister forderten, dass ihre Auslagen nicht von den Ständen verdeckt werden.

Die Unzufriedenheit über mangelnde Kostentransparenz und die Nicht-Teilnahme der Politik ist ein weiteres heißes Eisen. Stadträtin Isabella Theuermann (FPÖ) berichtete von kritischen Rückmeldungen von Unternehmern und Anrainern zur Durchführung des Markts in der Innenstadt. Sie wies auf die hohen Kosten des Marktes hin und äußerte Bedenken hinsichtlich möglicher Gebührenerhöhungen für die Bürger. Es bleibt abzuwarten, ob und wie die Stadtgemeinde auf diese Bedenken reagieren wird.

Die Bedeutung von Stadtfesten

Stadtfeste wie der Schönsonntagmarkt sind nicht nur ein gesellschaftlicher Höhepunkt, sie spielen auch eine wichtige Rolle für die lokale Wirtschaft. Sie kurbeln den Konsum an, denn Besucher geben Geld für Spezialitäten, Kunsthandwerk und Aktivitäten aus. Das zieht nicht nur Einheimische an, sondern auch Touristen, was die Nachfrage nach Unterkünften erhöht. Der Zustrom von Besuchern führt zu zusätzlichen Einnahmen für die lokale Hotellerie und fördert langfristig den Tourismus. Außerdem schaffen solche Feste temporäre Arbeitsplätze und bieten lokalen Unternehmen, Handwerkern und Künstlern eine Plattform zur Präsentation ihrer Produkte. Gut organisierte Stadtfeste steigern die Attraktivität der Innenstadt und ziehen langfristig mehr Besucher an. Es bleibt also zu hoffen, dass die Verantwortlichen in Wolfsberg diese Aspekte nicht aus den Augen verlieren.

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