In der charmanten Stadt Wolfsberg wird ein neues Kapitel in der Würdigung der österreichischen Literaturgeschichte aufgeschlagen. Die Christine Lavant Gesellschaft hat die Schaffung einer Gedenkbank am Gassersteig initiiert, um die bedeutende Lyrikerin Christine Lavant (1915-1973) zu ehren. Bislang gab es in der Innenstadt kein sichtbares Zeichen für ihr beeindruckendes Werk, das auch die Herzen vieler Poesie-Interessierter berührt.
Die Gedenkbank wird nicht nur als Ruhepol fungieren, sondern auch als Inspirationsquelle für alle, die sich für die Poesie begeistern. Erna Kienleitner, eine Vertreterin der Christine Lavant Gesellschaft, erläutert das Konzept der Bank: Der Name der Autorin sowie zwei gut sichtbare QR-Codes laden dazu ein, mehr über Christine Lavant zu erfahren. Während man auf der Bank Platz nimmt, umgeben von dem angenehmen Schatten der Weidenäste und dem sanften Gezwitscher der Vögel, können die Nutzer Informationen über Lavants Leben und Werk abrufen.
Ein Projekt mit Unterstützung
Die Stadtgemeinde Wolfsberg hat das Vorhaben tatkräftig unterstützt. Vizebürgermeisterin Michaela Lientscher und Stadtrat Josef Steinkellner haben ihre Zusage gegeben, das Projekt zu fördern. Bei der feierlichen Präsentation der Gedenkbank las Martina Graf eindrucksvolle Textpassagen von Christine Lavant, die das Publikum in ihren Bann zogen.
Die Bank bietet zudem einen weiteren QR-Code, der auf die Lavant-Skulptur der Bildhauerin Hortensia in St. Stefan verweist. Diese Initiative soll die Erinnerung an Christine Lavant lebendig halten und zukünftige Generationen inspirieren. Langfristig plant die Stadt, auch andere Schriftsteller auf Parkbänken zu würdigen, was die literarische Landschaft Wolfsbergs weiter bereichern würde.
Ein bewegtes Leben
Christine Lavants Leben war von vielen Herausforderungen geprägt, darunter gesundheitliche Probleme und eine fast vollständige Erblindung in ihrer Kindheit. Trotz dieser Rückschläge begann sie schon in ihrer Jugend mit dem Schreiben und musste erleben, wie ihre Werke nach der Absage ihres ersten Romans im Jahr 1932 vernichtet wurden. 1945 fand sie jedoch zurück zur Poesie, und ihr Durchbruch kam 1948 mit dem Gedichtband „Die Nacht an den Tag“. Ihre Werke spiegeln ihre persönlichen Kämpfe wider und machen sie zu einer der bedeutendsten Stimmen der österreichischen Literatur des 20. Jahrhunderts.
Christine Lavant starb am 7. Juni 1973 nach einem Herzinfarkt im Landeskrankenhaus Wolfsberg. 2015 wurde die Internationale Christine Lavant Gesellschaft gegründet, und seit 2016 wird der Christine Lavant Preis für Lyrik und Prosa verliehen, der mit 15.000 Euro dotiert ist. Diese Auszeichnungen tragen dazu bei, das literarische Erbe von Christine Lavant zu bewahren und zu fördern.
Weitere Informationen über dieses bereichernde Projekt können Sie in dem Artikel auf 5min.at und aktuelle-nachrichten.at nachlesen.