Insolvenz und Menschlichkeit: Ein Blick hinter die Kulissen bei HELLWEG
In den letzten Tagen war das Thema Insolvenz in aller Munde, und es betrifft nicht nur große Unternehmen, sondern auch die Menschen, die dort arbeiten. Eine Veranstaltung, die genau auf dieses Thema eingeht, findet am 2. Oktober um 17.15 Uhr auf Radio B138 statt. Der ÖGB Kirchdorf lädt dazu ein, mehr über die Rechte der Arbeitnehmer im Falle einer Insolvenz zu erfahren. Es wird spannend! Zu Gast sind Wolfgang Gerstmayer, der Landesgeschäftsführer der GPA Oberösterreich, und Bernhard Riedler, Betriebsrat bei HELLWEG. Gemeinsam werden sie die Herausforderungen beleuchten, vor denen Beschäftigte und Betriebsräte in solch schwierigen Zeiten stehen.
Die Insolvenz von HELLWEG ist besonders brisant. Die Dortmunder Baumarktkette hat in Eigenverwaltung Insolvenz angemeldet, und das betrifft etwa 2.900 Mitarbeiter. Hier wird es interessant, denn trotz der ernsten Lage bleiben alle 68 Märkte sowie der Online-Shop geöffnet. Für die Mitarbeiter gibt es zumindest eine vorübergehende Sicherheit: Die Lohnzahlungen für die nächsten drei Monate sind über das Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit abgesichert. Das Amtsgericht Essen hat dem Antrag bereits zugestimmt, und Sanierungsexperten wurden berufen, um die Restrukturierung zu unterstützen.
Rechte der Arbeitnehmer
Bei der Veranstaltung wird Wolfgang Gerstmayer die rechtlichen und politischen Hintergründe erläutern. Ein zentraler Punkt wird der Insolvenz-Entgelt-Fonds (IEF) sein, der die Ansprüche der Beschäftigten absichert. Was bedeutet das konkret für die Mitarbeiter von HELLWEG? Sie müssen sich keine Sorgen um ihre offenen Löhne und Gehälter machen, zumindest für die nächsten Monate. Doch die Unsicherheit bleibt, da die Insolvenz nicht ganz unerwartet kam – bereits im Dezember 2025 wurden Filialschließungen angekündigt. Zudem hat HELLWEG die Absicherung über die Markant-Gruppe verloren, was offene Rechnungen betrifft.
Erfahrungen und Herausforderungen
Bernhard Riedler wird seine persönlichen Erfahrungen mit der Insolvenz von HELLWEG teilen. Solche Geschichten sind oft bewegt und zeigen die menschliche Seite der Zahlen. Wie geht man mit der Angst um? Was denkt man über die Zukunft? Riedler wird sicher auch auf die Herausforderungen eingehen, die sowohl die Mitarbeiter als auch der Betriebsrat meistern müssen. Es ist eine Zeit des Umbruchs, und solche persönlichen Einblicke sind oft die wertvollsten.
Ein weiterer Aspekt, den die Veranstaltung beleuchten wird, ist der Oö. Inklusionszuschuss, der Unternehmen unterstützt, die Menschen mit Behinderungen einstellen. Bis zu 1.372 Euro monatlich kann dabei herauskommen. Eine wichtige Maßnahme, um mehr Inklusion in den Arbeitsmarkt zu bringen – gerade in Krisenzeiten.
Insolvenzgeld und weitere Informationen
Wer sich fragt, wie das mit dem Insolvenzgeld funktioniert, dem sei gesagt: Ein Zusatzblatt „Familienangehörige“ ist für den Antrag erforderlich. Alternativ kann auch ein Nachweis von der Deutschen Rentenversicherung eingereicht werden, der bestätigt, dass die Person Arbeitnehmer in der Firma ist. Ein bisschen bürokratischer Aufwand, aber wichtig, um die Ansprüche geltend zu machen. Wenn jemand die Firma leitet und Anteile daran besitzt, benötigt man wiederum ein anderes Zusatzblatt. Irgendwie kompliziert, aber notwendig.
Das Thema Insolvenz ist nicht nur ein rechtliches Problem, es geht um Menschen, um ihre Sorgen und Ängste. Die Veranstaltung am 2. Oktober bietet die Chance, mehr über die Rechte der Arbeitnehmer zu erfahren und sich vielleicht auch gegenseitig zu unterstützen. Und das ist auch in diesen Zeiten wichtig.
