Im Jahr 2008 war Kärnten, insbesondere Klagenfurt, Zeuge eines bewegten Geschehens. Während die Stadt als Austragungsort der Fußball-Europameisterschaft diente und das Wörthersee Stadion Spiele mit Nationalmannschaften von Deutschland, Kroatien und Österreich beherbergte, wurde sie auch von einem tragischen Vorfall erschüttert. Der Landeshauptmann von Kärnten, Jörg Haider, starb in der Nacht vom 10. auf den 11. Oktober 2008 bei einem Autounfall, was das Land in einen Schockzustand versetzte. Haider, der zum Zeitpunkt des Unfalls mit 1,8 Promille Alkohol im Blut fuhr, überholte auf der Loiblpass-Bundesstraße mit 142 km/h ein anderes Fahrzeug und kam von der Straße ab. Er erlitt bei dem Unfall schwere Verletzungen und starb auf dem Weg ins Klinikum Klagenfurt.
Im Rückblick auf den Winterflugplan 2007/08 des Flughafens Klagenfurt sticht eine besondere Verbindung hervor: die letzte Anbindung an den Flughafen Frankfurt, die am 27. März 2008 stattfand. Diese Verbindung wurde von Austrian Airlines mit eigener Crew und Flugzeugen durchgeführt, bevor sie 2009 von Lufthansa übernommen wurde. Bis zu diesem Zeitpunkt war die Verbindung dreimal täglich, insgesamt 21 Mal pro Woche, verfügbar. Die Abflugzeiten waren strategisch auf morgens, mittags und abends gelegt, um den Bedürfnissen der Reisenden gerecht zu werden. Wochentags konnten Passagiere bis zu fünfmal täglich nach Wien fliegen, was insgesamt 31 Flügen pro Woche entsprach. Weitere Verbindungen nach Berlin, Hamburg, Hannover, Köln, Düsseldorf und London rundeten das Angebot ab.
Der Rückgang der Flugverbindungen
Doch die positive Entwicklung der Flugverbindungen währte nicht lange. Der Flughafen Graz bot zwar Verbindungen nach Berlin und Hamburg an, die für Klagenfurt vorteilhaft gewesen wären, jedoch blieb das Interesse der Airlines, kleinere Flugzeuge in ihren Flotten aufzunehmen, gering. Dies führte zu einem signifikanten Rückgang der Hub-Anbindungen: von 52 wöchentlichen Verbindungen nach Frankfurt und Wien im Jahr 2008 auf lediglich 11 pro Woche heute. Dies entspricht einem Rückgang von rund 79% im Flugangebot. Aktuell gibt es kein vergleichbar kleines Flugzeug mehr bei Austrian Airlines für Kurzstrecken, der kleinste Flugzeugtyp in der Flotte wird der Airbus A320neo mit rund 180 Sitzplätzen sein. Das Fehlen geeigneter kleiner Flugzeuge stellt ein zentrales Problem für Regionalflughäfen dar.
Die Corona-Krise 2020 verschärfte die Situation der Regionalflughäfen weiter. Im Jahr 2019 gab es noch bis zu vier tägliche Flüge nach Wien, doch die Entwicklung seitdem zeigt deutlich, dass die Zukunft der Regionalflughäfen, insbesondere Klagenfurts, vom Aussterben bedroht ist. Trotz dieser Herausforderungen bleibt Kärnten in jeder deutschen Region hinsichtlich der Nächtigungen überlegen, selbst ohne direkte Flugverbindungen.
Jörg Haiders Tod und die Nachwirkungen
Am 11. Oktober 2023 jährte sich der Todestag von Jörg Haider zum 17. Mal. Die Umstände seines tödlichen Unfalls sind nach wie vor von Spekulationen geprägt. Der Unfallbericht wies darauf hin, dass das Auto, in dem Haider saß, in technisch einwandfreiem Zustand war, was eine Sabotage oder ein Attentat zunächst ausschloss. Dennoch stellte der Enthüllungsjournalist Guido Grandt eine Strafanzeige wegen Mordes bei der Staatsanwaltschaft Klagenfurt und äußerte die Überzeugung, dass der Unfall ein Attentat gewesen sei. Verwirrung wurde auch durch ein „geheimes“ Kfz-Gutachten verursacht, das besagte, dass der Fahrergurt durch äußere Gewalteinwirkung abgerissen wurde, während eine Notärztin Haider beim Eintreffen angeblich angeschnallt vorfand.
Die Geschehnisse rund um Haiders Tod werfen auch heute noch Fragen auf. Insbesondere die Tatsache, dass die Geschwindigkeitsmessung durch einen nicht aktivierten Radarkasten erschwert wurde und unterschiedliche Angaben zur Geschwindigkeit vorliegen, tragen zu den anhaltenden Zweifeln bei. Ob der Unfall tatsächlich ein tragischer Unfall war oder ob es andere, dunklere Hintergründe gab, bleibt bis heute ungeklärt.
Der Rückblick auf das Jahr 2008 und die Ereignisse rund um den Flughafen Klagenfurt und Jörg Haider zeigt, wie eng persönliche Schicksale und wirtschaftliche Entwicklungen miteinander verknüpft sind. Die Herausforderungen für Regionalflughäfen, insbesondere in einem sich schnell verändernden Luftverkehrsmarkt, sind enorm, während die Erinnerung an Haider und die Fragen zu seinem Tod weiterhin einen Schatten auf die Region werfen.