Bis zu 200 Stellen an der Universität Klagenfurt durch geplante Kürzungen gefährdet
In Klagenfurt wächst die Sorge vor einem deutlichen Stellenabbau an der Universität. Grund ist das geplante Uni-Budget der österreichischen Bundesregierung für die Leistungsvereinbarungsperiode 2028 bis 2030. Für die Hochschulen sind insgesamt 16 Milliarden Euro vorgesehen – zwei Milliarden Euro weniger, als die Universitäten gefordert haben.
Nach Angaben der Universität Klagenfurt plant die Bundesregierung sogar, die Universitätsfinanzierung auf 15,5 Milliarden Euro zu reduzieren. Die Budgets sollen eingefroren werden, ein Inflationsausgleich ist nicht vorgesehen. Zusätzlich stehen Kürzungen von insgesamt einer Milliarde Euro im Raum. Die Universitäten beziffern ihren Bedarf auf rund 18 Milliarden Euro, um allein moderate Kostensteigerungen auszugleichen. Daraus ergibt sich laut dem Bericht eine Finanzierungslücke von rund 2,5 Milliarden Euro.
Bis zu 200 Arbeitsplätze gefährdet
Rektorin Ada Pellert warnt vor erheblichen Einschnitten. Würden die Kürzungen gleichmäßig verteilt, müsste die Universität Klagenfurt jährlich mindestens zehn Millionen Euro einsparen. Das aktuelle Universitätsbudget beträgt rund 90 Millionen Euro. Über die gesamte Leistungsperiode könnte sich für die Universität ein Minus von bis zu 50 Millionen Euro ergeben.
Bis zu 200 der insgesamt etwa 1.700 Arbeitsplätze könnten wegfallen. Das entspricht bis zu 20 Prozent der derzeitigen Stellen. Besonders gefährdet sind laut Pellert Beschäftigte mit befristeten Verträgen, weil diese Stellen rechtlich am einfachsten nicht verlängert werden können. Betroffen wäre damit vor allem der wissenschaftliche Nachwuchs. Pellert warnt vor dem Verlust einer ganzen Generation junger Wissenschaftler.
Frei werdende Stellen könnten künftig unbesetzt bleiben oder nur noch in Teilzeit nachbesetzt werden. Auch das Studienangebot könnte schrumpfen. Die Universität will deshalb ihr gesamtes Studienangebot überprüfen, externe Lehraufträge stehen ebenfalls auf dem Prüfstand. Durch Kooperationen sollen möglichst viele Studienangebote erhalten bleiben. Größere finanzielle Reserven, um die kommenden Jahre zu überbrücken, hat die Universität laut Pellert nicht.
Proteste und Warnungen aus Kärnten
In der Kärntner Politik regt sich Kritik. Team-Kärnten-Chef Gerhard Köfer spricht von einem „Bildungs-Kahlschlag“. KPÖ-Landessprecherin Bea Samwald sieht in den Plänen einen Schritt in Richtung Privatisierung von Bildung. Auch die Österreichische HochschülerInnenschaft (ÖH) protestiert. Ob bereits in dieser Woche eine gemeinsame Demonstration stattfindet, wird noch beraten.
Rektorin Pellert tritt als Kämpferin gegen die Kürzungen auf und fordert eine gerechte und tragfähige Finanzierung der Universitäten. Wissenschaft, Forschung und Bildung seien Investitionen in die Zukunft, in Demokratie, Innovation und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Österreich verfügt kaum über nennenswerte Rohstoffvorkommen. Langfristiger Wohlstand beruht daher auf Bildung, Forschung, Innovation und qualifizierten Fachkräften.
Universitäten bilden hochqualifizierte Menschen aus, fördern technologische Innovationen und schaffen Grundlagen für wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit. Während andere europäische Länder ihre Investitionen in Wissenschaft und Forschung ausbauen, würde Österreich mit den geplanten Kürzungen ein gegenteiliges Signal senden. Als mögliche Folgen werden eine sinkende Innovationskraft, geringere internationale Wettbewerbsfähigkeit, der Verlust von Fachkräften und Talenten, eine schwächere wirtschaftliche Dynamik sowie geringere Wertschöpfung genannt.
Folgen für Forschung, Lehre und Versorgung
Die Finanzierungslücke könnte zu Stellenabbau und erheblichen Einschränkungen bei Forschung und Lehre führen. Verschlechterte Betreuungsverhältnisse könnten längere Studiendauern, eine geringere Ausbildungsqualität und zusätzliche Belastungen für den Arbeitsmarkt verursachen. Auch die universitätsmedizinische Versorgung wäre betroffen: Die Universitätskliniken in Wien, Graz, Linz und Innsbruck bilden laut dem Bericht das Rückgrat der österreichischen Spitzenmedizin und der ärztlichen Ausbildung.
Universitäten sind zudem Orte kritischen Denkens, wissenschaftlicher Aufklärung und faktenbasierter öffentlicher Debatten. Sie vermitteln Kompetenzen, mit denen sich gesellschaftliche Entwicklungen einordnen, Desinformation erkennen und demokratische Prozesse mitgestalten lassen. Budgetkürzungen könnten dadurch auch die demokratische Resilienz Österreichs beeinträchtigen – gerade angesichts zunehmender Polarisierung und Wissenschaftsskepsis.
Für Kärnten ist die Universität Klagenfurt ein wichtiger Innovationstreiber und Zukunftsfaktor. Sie soll junge, hochqualifizierte Menschen im Land halten und Perspektiven für Ausbildung, Forschung und qualifizierte Beschäftigung schaffen. Für die regionale Wirtschaft bedeutet das hochqualifizierte Arbeitsplätze, Forschungs- und Entwicklungsprojekte, Unternehmenskooperationen, Technologietransfer und die Ausbildung von Fachkräften. Kürzungen könnten in Kärnten den Verlust von Talenten, Innovationskraft und wirtschaftlicher Dynamik begünstigen.
Planungssicherheit fehlt
Universitäten brauchen langfristige Planungssicherheit und verlässliche Rahmenbedingungen. Wissenschaftliche Exzellenz, Innovation und Wettbewerbsfähigkeit entstehen nicht über Nacht, sondern über viele Jahre hinweg. Der Bericht fordert deshalb eine klare österreichische Strategie für Bildung, Forschung und Innovation – gerade angesichts globaler Unsicherheiten.
Die als Quelle angeführte WIFO-Datei lässt sich für eine weitere Einordnung nicht sachlich auswerten: Der gelieferte Text enthält keinen lesbaren Nachrichtenartikel, sondern verschlüsselte beziehungsweise binäre PDF-Daten. Eine Zusammenfassung daraus ist daher nicht möglich.
