In Korneuburg, wo die Raiffeisenstraße 4 steht, sorgt das Trainingszentrum der Bundespolizei für ordentlich Aufregung. Der ehemalige Grüne-Politiker Peter Pilz lässt kein gutes Haar an dem Gebäude. Er beschreibt es als „zugewachsen, verwildert und verdreckt“. Das klingt nicht gerade nach einem Ort, wo Sicherheit und Ordnung trainiert werden. Pilz bezweifelt zudem, dass es wirklich für Trainingszwecke genutzt wird. Doch, und das ist interessant, zeigt eine Recherche von MeinBezirk, dass dort mehrmals pro Woche etwa 20 Fahrzeuge, darunter auch die Einsatzfahrzeuge der Hundestaffel, vorfahren. Robert Laimer, ein Nachbar, bestätigt das rege Treiben auf dem Gelände.

Bürgermeister Christian Gepp sieht das Trainingszentrum jedoch als wichtigen Ausbildungsstandort. Er betont, dass die Mistkübel regelmäßig geleert werden und die Hecken im Frühjahr geschnitten wurden, um das Gelände ordentlich zu halten. Die hohe Wiese dient dazu, den Hunden beim Training Herausforderungen zu bieten. Ulli Holzer-Konstacky, die Pächterin des Gebäudes, weist die Vorwürfe von Pilz entschieden zurück. Sie hat keinen Nerv für persönliche Angriffe. Hier wird also klar: Die Meinungen über das Trainingszentrum könnten unterschiedlicher nicht sein.

Übungsszenario der Bundespolizei

Ein Blick auf die jüngsten Aktivitäten zeigt, dass das Trainingszentrum tatsächlich genutzt wird. Ein Lokalaugenschein des Bundespolizeidirektors Michael Takács fand kürzlich am künftigen Übungsstützpunkt in Korneuburg statt. Bei einem Übungsszenario, das die koordinierte Zusammenarbeit der österreichischen Sicherheitskräfte demonstrierte, simulierten mehrere Spezialeinheiten und Einsatzkräfte der Polizei die Verfolgung von Tätern nach einem bewaffneten Raubüberfall. Es ist beeindruckend, welche Vielfalt an Kräften zum Einsatz kam – von den Schnellen Interventionsgruppen (SIG) über die Bereitschaftseinheit (BE) bis hin zur Wiener Einsatzgruppe Alarmabteilung (WEGA) und der Flugpolizei.

Das Übungsszenario fand in einer stillgelegten Bundesbetreuungseinrichtung statt, die seit Mitte September 2024 nicht mehr als Asylquartier in Betrieb ist. Ab Frühjahr 2025 wird sie nun als Polizei-Übungsstützpunkt genutzt. Diese Entscheidung kam nicht von ungefähr. Der Rückgang der Asylanträge führte zur Schließung vieler Grundversorgungseinrichtungen. Von 27 Einrichtungen im Herbst 2022 sind aktuell nur noch 9 aktiv. Innenminister Gerhard Karner hebt die zentrale Lage des Übungsstandorts in der Nähe von Wien hervor – ein strategischer Vorteil für die Spezialeinheiten.

Ein Blick auf die Ausbildung

Der Wert solcher Trainings wird auch durch die Ausbildung von Polizeianwärtern deutlich. Diese durchlaufen ein dreijähriges Diplomstudium an der Hochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung. Neben Rechtswissenschaften und Psychologie stehen auch Einsatz- und Führungslehre auf dem Lehrplan. Nach erfolgreichem Abschluss können die Anwärter in verschiedenen Bereichen der Polizei tätig werden, sei es im Ermittlungsdienst oder in einer ersten Führungsrolle. Hier wird deutlich: Die Sicherheit in Österreich hängt nicht nur von Trainingszentren wie in Korneuburg ab, sondern auch von einer fundierten Ausbildung der künftigen Polizeikräfte.

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So bleibt die Diskussion um das Trainingszentrum in Korneuburg ein spannendes Thema. Die unterschiedlichen Perspektiven zeigen, wie wichtig die Zusammenarbeit zwischen den Institutionen und der Gemeinde ist. Bürgermeister Gepp ist stolz auf den neuen Übungsstützpunkt und die Kooperation – und das ist vielleicht das Wichtigste in Zeiten, in denen Sicherheit großgeschrieben wird.