Am 9. Mai fand eine spannende Exkursion statt, die rund 35 Kunstinteressierte aus der Region in ihren Bann zog. Mit einem Autobus – gelenkt von Seelsorger Ludwig Ecker – ging es zu den beeindruckenden Zielorten Frauenberg, Stift Admont und Pürgg im steirischen Ennstal. Diese Reise war nicht nur eine Gelegenheit, die Landschaft zu genießen, sondern auch eine tiefere Verbindung zur sakralen Kunst zu erfahren, angeleitet von dem Experten Dr. Lothar Schultes, der sich auf gotische und barocke Kunst spezialisiert hat.
Die erste Station, der Wallfahrtsort Frauenberg, begrüßte die Teilnehmer mit seiner malerischen Umgebung. Dort wurde der Kalvarienberg erkundet, und die beeindruckende Kirche mit ihrem gotischen Gnadenbild stand im Mittelpunkt. Eine besondere Note verlieh Frau Mag. Gertrud Alpi der Veranstaltung, die nicht nur als Organisatorin fungierte, sondern auch die barocke Orgel spielte – ein wahrhaft himmlisches Erlebnis! Nach dieser inspirierenden Besichtigung ging es weiter zum Stift Admont, wo die Gotiksammlung Mayer, die größte Klosterbibliothek Österreichs, auf die Gruppe wartete.
Einblick in die Gotiksammlung Mayer
In der Dauerausstellung des Stifts Admont verbergen sich wahre Schätze der sakralen Kunst. „Schöne Madonnen“ aus der Zeit um 1400, Heiligendarstellungen und biblische Szenen zeigen die Vielfalt der Stile und Arbeitsweisen der Bildhauer. Kuno und Helga Mayer, die die Sammlung maßgeblich geprägt haben, hinterließen ein Erbe, das für die Öffentlichkeit zugänglich ist. Helga Mayer verstarb leider kurz nach der Eröffnung der Gotik-Dauerausstellung im Jahr 2017, während Kuno Mayer, der im Juli 2022 nach jahrelanger Krankheit starb, im April 2018 den Silvester-Ritterorden aus den Händen von Papst Franziskus erhielt. Ihre Leidenschaft für die Gotik wurde in der Museumszeitung 2023 gewürdigt, wo ihr gemeinsamer Weg in einem „In Memoriam Kuno und Helga Mayer“ thematisiert wird.
Während des Aufenthalts im Stift Admont gab es auch ein Mittagessen im Stiftsrestaurant, das den Teilnehmern die Gelegenheit bot, sich über die Eindrücke auszutauschen. Ein Highlight war die Besichtigung der Gotiksammlung, die 2019 von der Österreichischen Post AG mit einer Sonderbriefmarke gewürdigt wurde – eine Auflage von 360.000 Stück mit dem Titel „Gotik-Sammlung Mayer im Museum Stift Admont“.
Die Reise nach Pürgg
Nachdem alle von den Kunstwerken des Stifts Admont beeindruckt waren, führte die Reise zur dritten Station, Pürgg. Hier warteten die Kirche und die Johanneskapelle mit ihren freigelegten Fresken aus dem 12. Jahrhundert. Ein weiterer Augenblick, der den Teilnehmern in Erinnerung bleiben wird. Die Fresken erzählen Geschichten aus einer Zeit, die längst vergangen ist, und bringen die Kultur und den Glauben der Menschen damals zurück ins Gedächtnis.
Die gesamte Exkursion war eine Quelle der Inspiration. Die Teilnehmer konnten nicht nur viele Eindrücke, sondern auch wertvolles Wissen über die Kunstwerke mit nach Hause nehmen. Die Verbindung zwischen Mensch und Kunst, zwischen Geschichte und Gegenwart – sie wurde an diesem Tag in voller Blüte sichtbar. Es bleibt zu hoffen, dass solche Veranstaltungen auch in Zukunft stattfinden werden, um die kulturelle Landschaft unserer Region weiterhin zu bereichern.