In Krems an der Donau, wo die Weinlandschaft die sanften Hügel umarmt und die Donau still vor sich hin plätschert, wird ein neues Kapitel in der Verbindung von Weinbau und Naturschutz aufgeschlagen. Mehr als 600 Winzerfamilien haben sich zusammengetan, um ein Projekt zur Förderung der Biodiversität auf rund 150 Hektar in die Tat umzusetzen. Dieses Vorhaben, das den Namen „Lebendige Weingärten“ trägt, soll nicht nur die Böden stabilisieren, sondern auch neue Lebensräume für zahlreiche Vogelarten und seltene Tiere schaffen. Um die Natur zu stärken, sind einige spannende Maßnahmen geplant: Von vielfältigen Kräuter- und Pflanzenmischungen über die Installation von rund 500 Nistkästen bis hin zur Pflanzung von etwa 1.000 Bäumen und Sträuchern ist alles dabei.
Ein Ziel dieser Initiative ist es, Lebensräume für Vogelarten wie das Schwarzkehlchen, die Sperbergrasmücke und das Rebhuhn zu schaffen. Aber auch seltene Tiere wie der Ziesel, die Smaragdeidechse und der Große Feuerfalter sollen ein neues Zuhause finden. Randstreifen, Böschungen und Steinhaufen werden als Rückzugsorte gestaltet. Die Billa-Stiftung „Blühendes Österreich“ unterstützt dieses Vorhaben mit 41.500 Euro, was zeigt, wie wichtig die Förderung der Biodiversität in Österreichs Weinbauregionen ist. Insgesamt fließen 250.000 Euro aus dem Förderprogramm #wein.landschaft in fünf Vorzeigeprojekte im Weinbau. Ein klarer Schritt in die richtige Richtung, findet auch Winzer Florian Stöger, der die persönliche Verpflichtung zur Verbesserung der Umwelt unterstreicht.
Nachhaltigkeit im Weinbau
Robert Nagele von BILLA AG hebt ebenfalls die Bedeutung von Nachhaltigkeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette hervor. Es ist fast schon bemerkenswert, wie wirtschaftlicher Weinbau und Naturschutz Hand in Hand gehen können – ein echter Gewinn für alle, die in dieser Region leben und arbeiten. Das Projekt „Lebendige Weingärten“ zeigt, dass sich Umweltschutz und wirtschaftliche Interessen nicht ausschließen müssen, sondern sich gegenseitig stärken können.
Die Billa-Stiftung fördert nicht nur dieses spezielle Projekt, sondern setzt sich auch generell für die Biodiversität in Österreichs Weinbauregionen ein. Im Rahmen des Themenschwerpunkts #wein.landschaft können bis zum 12. September 2024 weitere Projekte eingereicht werden, die einen messbaren Beitrag zu Arten- und Biotopschutz leisten wollen. Die Unterstützung umfasst bis zu 40.000 Euro für vier Projekte, und die Möglichkeit, regionale Kooperationen zur Verbesserung und Erhaltung der Weinbaulandschaft zu fördern, ist ein wichtiges Anliegen. Hier können etwa Trockensteinmauern, Lesesteinhaufen oder Obstbäume neu angelegt werden.
Ein Blick auf die Biodiversität
Doch was bedeutet Biodiversität eigentlich für die Landwirtschaft? Der Agrarumweltindikator „High Nature Value Farmland“ beschreibt den Umfang und die Entwicklung von Landwirtschaftsflächen mit hohem Naturwert in Österreich. Diese Flächen sind nicht nur wichtig für die Natur, sondern auch für die Bestäubung von Kultur- und Wildpflanzen. Bienen spielen hier eine entscheidende Rolle. Sie sind Bioindikatoren für Umweltbelastungen und der Gesundheitszustand von Honigbienen sowie der Artenreichtum von Wildbienen geben wichtige Hinweise über die Intensität der Landnutzung. Trachtinseln, also Flächen, die nicht regelmäßig bearbeitet werden, sind für Bienen von großer Bedeutung. Sie bieten Nektar und Pollen und können in Form von Randflächen und naturnah gestalteten Gärten auftreten.
Insgesamt zeigt sich, dass die Verbindung von Weinbau und Naturschutz in Krems nicht nur eine Vision, sondern bereits eine gelebte Realität ist. Die kommenden Monate und Jahre werden zeigen, wie sich diese Initiativen entwickeln und welchen Einfluss sie auf die Region und die Artenvielfalt haben werden. Für die Winzerfamilien, die Natur und auch für die künftigen Generationen ist dies ein richtiger Schritt in die richtige Richtung.