Am 10. Oktober 2026 fand in Leibnitz eine wichtige Fortbildung zur Krisenintervention des Roten Kreuzes statt. Damit wollten die Verantwortlichen sicherstellen, dass die Helfer optimal auf außergewöhnlich belastende Ereignisse vorbereitet sind. Das Thema der Veranstaltung war „Krisenintervention im Rahmen komplexer Ereignisse – akut und im Verlauf“. Dabei lag der Fokus besonders auf dem Amoklauf, der am 10. Juni 2025 am BORG Dreierschützengasse in Graz stattfand und der viele Menschen tief berührt hat.

Mag. Heidrun Nedoma berichtete während der Fortbildung über die Akutintervention und die Betreuungsmaßnahmen, die nach diesem schrecklichen Vorfall ergriffen wurden. Ihre Ausführungen machten deutlich, wie wichtig es ist, Menschen in solch kritischen Momenten zu begleiten und zu unterstützen. MMag. Dr. Liane Strohmaier teilte ihre persönlichen Erfahrungen und sprach über die Herausforderungen, mit denen die Schulgemeinschaft konfrontiert war. Aspekte wie die Rückkehr in den Schulalltag und die Abstimmungen mit Unterstützungsorganisationen standen dabei im Mittelpunkt. Der Zusammenhalt zwischen Rettungsdienst, Polizei, Behörden, Schulen und psychosozialen Einrichtungen wurde als entscheidend hervorgehoben.

Einblicke in die Hilfsmaßnahmen

Nach dem Amoklauf am BORG wurde bereits am 11. Juni 2025 mit der psychologischen Aufarbeitung begonnen. Schüler und Lehrer trafen sich in der Helmut-List-Halle mit einem Kriseninterventionsteam (KIT) sowie Schulpsychologen. Rund 68 Mitarbeiter des KIT waren am ersten Tag im Einsatz, um den Betroffenen beizustehen, gefolgt von über 50 Mitarbeitern am zweiten Tag. Diese Unterstützung fand nicht nur in der Halle statt, sondern auch beim ASKÖ-Stadion und in den privaten Umfeldern der Betroffenen. Das war eine riesige Herausforderung, aber auch ein Zeichen der Solidarität und des Zusammenhalts.

Besonders bemerkenswert war, dass Landeshauptmann Mario Kunasek und Landeshauptmann-Stellvertreterin Manuela Khom den Einsatzkräften und Unterstützern für ihren unermüdlichen Einsatz dankten. Bildungslandesrat Stefan Hermann besuchte ebenfalls die Helmut-List-Halle, wo er wichtige Unterstützungsmaßnahmen besprach. Das Engagement der rund 30 steirischen Schulpsychologen und 16 weiterer Fachkräfte aus anderen Bundesländern war ein weiteres Zeichen dafür, wie ernst die Situation genommen wurde. Die Bildungsdirektion informierte Schulen über die weiteren Schritte und organisierte sogar ein Webinar für die Lehrkräfte, um sie bestmöglich zu unterstützen.

Vernetzung und Zusammenarbeit für die Zukunft

Die Fortbildung des Roten Kreuzes förderte nicht nur den Austausch zwischen den Mitarbeitern, sondern auch die Vernetzung über die Regionen hinweg. Dr. Walter Hofer sprach über die Bedeutung von körperlicher Fitness und persönlicher Widerstandskraft für die Helfenden. In solchen Krisensituationen ist es unerlässlich, dass die Helfer auch für sich selbst sorgen, um anderen effektiv helfen zu können. Die Krisenintervention des Roten Kreuzes zeichnet sich durch ihre fachliche Kompetenz und Menschlichkeit aus, was in der Fortbildung deutlich wurde.

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Ein Blick über die Grenzen Österreichs zeigt, dass die Verantwortung für Prävention, Intervention und Nachsorge von Notfällen an Schulen auch in anderen Ländern, wie Deutschland, ernst genommen wird. Dort wurden in den letzten 20 Jahren systematische Planungen und Handlungsanweisungen entwickelt, um auf schulische Notfälle reagieren zu können. Die Vernetzung mit schulaufsichtlichen Behörden und schulpsychologischen Fachkräften hat dazu geführt, dass Schulpsychologische Dienste jetzt über eigene Melde- und Einsatzstrukturen verfügen.

Insgesamt ist es wichtig, dass solche Fortbildungen regelmäßig stattfinden, um die Helfer bestens auf die Herausforderungen in Krisensituationen vorzubereiten. Denn letztendlich sind es die Menschen, die hinter den Einsatzkräften stehen, die diese Arbeit so wertvoll machen.