Lena Schätte gewinnt Ingeborg-Bachmann-Preis 2026 für ihr bewegendes Werk „Was wir tragen“
Heute ist der 29.06.2026 und die Stadt Klagenfurt hat wieder einmal die Literaturwelt in Atem gehalten. Lena Schätte, eine aufstrebende Autorin aus Lüdenscheid, wurde mit dem renommierten Ingeborg-Bachmann-Preis ausgezeichnet. Sie setzte sich gegen 13 Mitbewerber durch und bekam für ihren eindrucksvollen Text „Was wir tragen“ nicht nur den Hauptpreis, der mit 30.000 Euro dotiert ist, sondern auch den Publikumspreis. Das ist schon eine ganz besondere Leistung, gerade wenn man bedenkt, dass der Bachmann-Preis seit 1977 verliehen wird und immer wieder herausragende Stimmen der deutschsprachigen Literatur ehrt.
In ihrem Werk beschreibt Schätte die Freundschaft zweier korpulenter Schülerinnen. Ein Thema, das oft ignoriert wird und das die Jury als „schonungslos und berührend“ bezeichnete. Thomas Strässle, der Schweizer Germanist und Philosoph, hielt die Laudatio und lobte die Stärke und Überzeugungskraft des Textes. Man könnte fast sagen, Schätte hat mit ihrer Erzählung eine ganz eigene Sprache für ein oft tabuisiertes Thema gefunden. Sie kritisierte den Mangel an geeigneter Sprache für das Thema Mehrgewichtigkeit und betonte die Aufgabe der Literatur, genau solche Lebenswelten sichtbar zu machen.
Ein bewegendes Werk
Ihr Text wurde nicht nur als vom „existenziellen Wucht“ beschrieben, sondern auch für die einfühlsame Behandlung des Themas Ausgrenzung gelobt – ganz ohne Anklage oder Belehrung. Schätte selbst bezeichnete ihren Sieg als „Fiebertraum“. Es ist beeindruckend, wie sie es schafft, ein so sensibles Thema mit einer emotionalen Tiefe zu behandeln, die den Leser mitnimmt. In einer Zeit, in der viele Menschen sich mit dem Thema Körperbild und Selbstakzeptanz auseinandersetzen, kommt ihr Werk wie gerufen.
Doch Schätte ist keine Unbekannte in der Literaturszene. Im Vorjahr war sie mit ihrem Roman „Das Schwarz an den Händen meines Vaters“ auf der Longlist des Deutschen Buchpreises. Dabei hat sie eine ganz andere Karriere begonnen – sie arbeitete zuvor als Psychiatriekrankenschwester, bevor sie 2020 ein Studium am deutschen Literaturinstitut Leipzig aufnahm. Ein mutiger Schritt, der sich nun auszahlt. Ihr Werdegang ist inspirierend und zeigt, wie wichtig es ist, seine Träume zu verfolgen.
Preisträger und ihre Themen
Neben Schätte wurden auch andere bemerkenswerte Talente ausgezeichnet. Ozan Zakariya Keskinkılıç erhielt den Deutschlandfunk-Preis von 12.500 Euro für seinen Text „Vater ohne Sohn“, der sich mit Themen wie Schuld und Vergebung auseinandersetzt. Außerdem wurde Magdalena Schrefel für ihren Text über eine 40-jährige Frau mit Brustkrebs mit dem 3sat-Preis von 7.500 Euro geehrt. Kinga Tóth erhielt ebenfalls eine Auszeichnung für ihren Text „Ostblock-Mädel“, in dem sie die Stimmen von Frauen an der Grenze zwischen Ungarn und Österreich thematisiert. Diese Vielfalt an Themen zeigt, wie breit das Spektrum der deutschsprachigen Literatur ist.
Die Spannung um den Ingeborg-Bachmann-Preis ist jedes Jahr groß und auch in diesem Jahr hat die Veranstaltung nicht enttäuscht. Es ist nicht nur ein Preis, sondern auch eine Plattform für Stimmen, die gehört werden sollten. Der Preis wurde zu Ehren der österreichischen Schriftstellerin Ingeborg Bachmann gestiftet, die 2026 ihren 100. Geburtstag gefeiert hätte. Die Erinnerung an ihr literarisches Erbe lebt durch die Auszeichnungen fort und inspiriert neue Generationen von Schriftstellern, ihre Geschichten zu erzählen.
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