Österreichs Elektroaltgeräte-Revolution: Rekorde und Verantwortung in der Abfallwirtschaft
Heute ist der 29.09.2026 und in Leoben gibt es Grund zur Freude! Österreich hat im Jahr 2025 einen neuen Rekord bei der Sammlung von Elektroaltgeräten aufgestellt. Über 161.000 Tonnen wurden eingesammelt – das sind 0,32 % mehr als im ohnehin schon erfolgreichen Jahr 2024. Das zeigt, dass die Bevölkerung zunehmend ein Bewusstsein für Recycling entwickelt und aktiv an der Reduktion von Elektroschrott teilnimmt.
Die beeindruckende Sammelquote für Elektroaltgeräte liegt bei rund 90 %. Damit sind wir klar über der EU-Mindestquote von 85 %. In Zahlen ausgedrückt bedeutet das, dass jeder Österreicher im Schnitt 17 Kilogramm Elektroaltgeräte pro Jahr zurückgibt. Das ist nicht nur ein Schritt in die richtige Richtung, sondern auch ein Zeichen, dass sich die Anstrengungen zur Sensibilisierung der Bevölkerung auszahlen.
Batterien im Fokus
Ein weiterer positiver Punkt: Bei den Gerätealtbatterien wurden 3.506 Tonnen gesammelt, was einer Sammelquote von 50,7 % entspricht – auch hier liegen wir über der EU-Vorgabe von 45 %. Allerdings hat die Elektroaltgeräte Koordinierungsstelle (EAK) Reformbedarf bei der Berechnung der Batterielebensdauer festgestellt. Während die EU von einer Lebensdauer von drei Jahren ausgeht, nutzen viele moderne Lithium-Batterien doch deutlich länger, oft bis zu zehn Jahre. Das ist ein Thema, das Aufmerksamkeit benötigt, denn jährlich landen hochgerechnet rund 17 Millionen Lithium-Batterien im Restmüll – viermal so viele wie noch vor einem Jahrzehnt!
Ein kleiner Lichtblick: Vom 12. bis 17. Oktober findet die erste österreichweite „Aktionswoche gegen Batteriebrände“ statt. Hier wird nicht nur aufgeklärt, sondern auch aktiv gegen das Problem der unsachgemäßen Entsorgung von Batterien angegangen. Ab dem 1. Oktober sind Händler mit einer Verkaufsfläche von mindestens 25 m² verpflichtet, Elektrokleingeräte mit Batterien unter 25 cm auch ohne Neukauf zurückzunehmen. Ein Schritt, der sicher vielen entgegenkommt.
Wo kann man Elektroaltgeräte abgeben?
Bürger in Österreich haben es leicht: Elektroaltgeräte können kostenfrei an vielen Stellen abgegeben werden. Von kommunalen Sammelstellen über Wertstoffhöfe bis hin zu großen Elektrogerätehändlern, Supermärkten und sogar Onlinehändlern – die Möglichkeiten sind zahlreich. Hersteller sind übrigens für die Entsorgung verantwortlich, was die Sache für die Verbraucher recht unkompliziert macht.
Und wie sieht es mit den rechtlichen Rahmenbedingungen aus? Seit 2019 gilt eine Mindestsammelquote von 65 % für Elektroaltgeräte, die allerdings 2024 mit 28,7 % deutlich verfehlt wurde. Das zeigt, dass trotz der positiven Entwicklungen noch viel Luft nach oben ist. Das Elektro- und Elektronikgerätegesetz (ElektroG), das im Oktober 2015 in Kraft trat, hat hier die WEEE-Richtlinie (2012/19/EU) in nationales Recht umgesetzt, mit dem Ziel, die Sammel- und Verwertungsquoten zu steigern.
Die Zukunft der Entsorgung
Österreich hat in der Umsetzung der WEEE-Richtlinie die verschiedenen Sammel- und Behandlungskategorien berücksichtigt. Dazu gehören Elektro-Großgeräte, Kühl- und Gefriergeräte, Bildschirmgeräte, Elektro-Kleingeräte und sogar Gasentladungslampen. Photovoltaikmodule fallen in die Kategorie der gewerblichen Großgeräte, was für viele Unternehmen neue Herausforderungen mit sich bringt. Eine Empfehlung ist, dass Firmen, die Montage von Photovoltaikmodulen durchgeführt haben, auch für die Demontage und Entsorgung verantwortlich sein sollten.
Es bleibt also spannend! Die Entwicklungen rund um die Sammlung und Entsorgung von Elektroaltgeräten und Batterien sind ein wichtiges Thema für die Umwelt. Wir dürfen gespannt sein, wie sich die Initiativen in den kommenden Jahren weiterentwickeln und welche neuen Lösungen für die Herausforderungen in diesem Bereich gefunden werden.
