Ein Jahrhundert im Schatten des Meisterwerks: Egger-Lienz neu erleben
Heute ist der 21. Oktober 2026 und in Dölsach, einem kleinen Juwel in Osttirol, wird ein ganz besonderer Anlass gefeiert. Die Theaterwerkstatt Dölsach erinnert an den großen Maler Albin Egger-Lienz, dessen 100. Todestag sich bald jährt. Zu diesem Anlass wird die Filmaufzeichnung „Der Tod des Egger-Lienz“ im Kulturhaus sinnron präsentiert. Eine großartige Gelegenheit, sich mit dem Leben und Schaffen dieses bemerkenswerten Künstlers auseinanderzusetzen!
Die Filmvorführung findet an drei Terminen statt: am Freitag, dem 23. Oktober um 19.00 Uhr, am Sonntag, dem 25. Oktober und am Montag, dem 26. Oktober jeweils um 16.30 Uhr. Eintritt? Der ist auf freiwillige Spendenbasis, was einfach klasse ist – so kann wirklich jeder dabei sein!
Ein Blick zurück auf Egger-Lienz
Albin Egger-Lienz wurde am 29. Januar 1868 in Stribach bei Lienz geboren und verstarb am 4. November 1926 in St. Justina bei Bozen. Der Maler, bekannt für Werke wie „Der Totentanz von Anno Neun“ und „Christi Auferstehung“, war nicht nur ein Künstler, sondern auch ein Mensch mit einer bewegten Lebensgeschichte. Nach seinem Studium an der Akademie der Bildenden Künste in München lebte er als freier Maler und hatte viele Erfolge, darunter mehrere Auszeichnungen. Er war ein Meister des Spiels mit Licht und Schatten, und in seinen Werken spiegelt sich oft ein Spannungsfeld zwischen Leben und Tod wider.
Sein Todestag war ein großer Verlust für die Kunstszene. 6000 Menschen begleiteten ihn auf seinem letzten Weg durch Lienz, was für die Bedeutung seines Schaffens spricht. Egger-Lienz wünschte sich die Kriegergedächtniskapelle als letzte Ruhestätte, die ihm jedoch bis 1983 versperrt blieb.
Die Inszenierung und ihre Bedeutung
„Der Tod des Egger-Lienz“ wurde 2005 uraufgeführt und zeigt die letzten Lebenstage des Malers, der sich mit seiner eigenen Vergänglichkeit auseinandersetzen muss. In einer eindrucksvollen Inszenierung, die auf einem kühnen Holzgerüst basiert, nach dem Bild „Wallfahrer am Kreuz“ von Lois Fasching, wird der Zuschauer mit dem inneren Kampf und der Einsamkeit Egger-Lienz‘ konfrontiert. Robert Possenig verkörpert dabei die Titelrolle mit einer bemerkenswerten Intensität.
Die filmische Aufzeichnung von Ekkehard Schönwiese wird nun erstmals öffentlich gezeigt. Josef Eder, der die Aufzeichnung anfertigte, wollte damit die Produktion dokumentieren und den Zuschauern einen Einblick in die künstlerische Atmosphäre der Aufführung geben. Dabei wird nicht nur die künstlerische Kraft Egger-Lienz‘ thematisiert, sondern auch die Herausforderungen, die er in seinen letzten Tagen erlebte – Abschied von geliebten Menschen und die Auseinandersetzung mit dem eigenen Lebenswerk.
Ein Ort der Erinnerung
Die Vorführungen finden in der neu eingerichteten „Filmstube“ des Kulturhauses sinnron statt, einem Ort, der sicherlich zur besonderen Stimmung der Veranstaltung beitragen wird. Das Ensemble der Theaterwerkstatt Dölsach hat es verstanden, mit Licht und Bühnenbild das Innere des Malers und seine Lebensstationen sichtbar zu machen und dem Publikum ein unvergessliches Erlebnis zu bieten.
Die Filmaufzeichnung wird nicht nur die Zuschauer fesseln, sondern auch die Erinnerung an einen der bedeutendsten Maler Österreichs wachhalten. Albin Egger-Lienz hat mit seinen Werken und seinem Leben einen bleibenden Eindruck hinterlassen, und diese Veranstaltung ist eine wunderbare Möglichkeit, sein Erbe zu ehren.
