Linz 2026: Kurzfilme, Queer-Feminismus und eine Hommage an Widerstandskraft
Von 14. bis 17. Oktober 2026 wird Linz zum Schauplatz des 9. Linz International Short Film Festivals (ISFF). Was für ein Fest! Die Vorfreude ist kaum zu bremsen, denn über 4.000 eingereichte Filme aus 121 Ländern wurden gesichtet und nur etwa 60 haben es ins Programm geschafft. Die Geschichten, die diese Filme erzählen, sind so vielfältig wie die Kulturen, aus denen sie stammen. Im City-Kino Linz werden die Werke präsentiert, und es gibt noch viel mehr als nur die Vorführungen – Filmgespräche und Diskussionen runden das Angebot ab.
Ein ganz besonderes Highlight ist der 4. Queer Feminist Day am 15. Oktober, der sich im City-Kino mit queer-feministischen Perspektiven im Film auseinandersetzt. Hier wird auch der Mahsa Jina Amini Queer Feminist Film Award verliehen. Ein prägender Moment, der die Bedeutung der Sichtbarkeit und Repräsentation in der Filmwelt unterstreicht. Und für die Filmschaffenden vor Ort gibt es die Chance auf Stipendien der Film Talent Academy – drei talentierte Kreative aus Linz werden dabei unterstützt, ihre Projekte zu entwickeln und sich mit internationalen Fachleuten zu vernetzen. Die Academy hat 30 Talente aus über 20 Ländern ausgewählt, und wer weiß, vielleicht geht der Weg eines dieser Talente bis zum Cinema de Demain in Cannes 2027.
Faszination Kurzfilm und die Queer-Feministische Perspektive
Das Festival ist nicht nur eine Plattform für Kurzfilme, sondern auch ein Ort des Austauschs und der Vernetzung. Das Stipendium, das speziell für weibliche und nicht-binäre Filmemacher aus Linz angeboten wird, ermöglicht es, ein neues Filmprojekt zu entwickeln und dieses vor Branchenprofis zu präsentieren. Die Möglichkeit, am Festival de Cannes 2027 teilzunehmen, ist ein weiterer Anreiz für die vielen kreativen Köpfe, die sich in Linz versammeln. Es tut gut zu sehen, wie das Festival die Türen zur internationalen Filmindustrie öffnet und den Zugang zum Filmmarkt erleichtert.
In diesem Jahr werden einige spannende Preise vergeben. Der Gewinner des Queer-Feminist Film Awards für die Beste Kamera ist „Cassettes 400“, während der Preis für die Beste Regie an „Almost Certainly False“ von Mehr geht. Die Vielfalt der Nominierungen – darunter auch der Beste österreichische Film – zeigt einmal mehr, wie bunt und lebendig die Filmszene ist.
Erinnern und Widerstand leisten
Das diesjährige Programm steht unter dem Motto „Remember & Resist“. Es ist eine Hommage an Stärke und Mut, die in der Geschichte verankert sind. Besonders wird an Marsha P. Johnson und Sylvia Rivera erinnert, die für eine bessere Zukunft kämpften. Diese Kämpfe sind nicht nur Teil der Vergangenheit, sie sind auch Teil der gegenwärtigen Resistance. Das Festival findet erstmals an der Schule am Bullenhuser Damm statt, einem Ort, der für seine Geschichte bekannt ist und nun in einen Schauplatz queerer Erinnerungskultur umgewandelt wird. Gespräche mit Expert*innen sollen Lehren aus der Vergangenheit erörtern und Verbindungen zwischen den Kämpfen ziehen.
Die Veranstaltung bietet Raum für Reflexion und Hoffnung. „Remember & Resist“ bedeutet, zurückzublicken, ohne stehenzubleiben; zu trauern, ohne die Hoffnung zu verlieren. Es wird eine Feier von Queer Joy als Widerstand – das ist eine Botschaft, die in Linz sicher viele Herzen erreichen wird.
Das wird ein Festival, das man nicht verpassen sollte! Freuen wir uns auf spannende Filme, tiefgehende Gespräche und die Möglichkeit, Teil einer bewegenden Gemeinschaft zu sein. Linz, wir sind bereit!
