Im Sportpark Lissfeld wird heute, am 8. November 2026, wieder aufgeschlagen: LZ Linz Froschberg empfängt den ASVÖ TTC Olympic Wien in der Damen-Tischtennis-Bundesliga. Nach fünf Runden steht Linz mit elf Punkten auf Platz drei, Wien folgt mit neun Punkten auf Rang fünf.

Für die Gastgeberinnen kommt das Duell nach einem echten Kraftakt. Ein 50-Stunden-Marathon endete für Linz mit zwei Siegen aus drei Spielen. Zuletzt wurde Salzburg mit 4:2 bezwungen – damit kletterte Froschberg auf einen Play-off-Platz. Pacharaphorn Chanvanitborikan setzte sich gegen Vanessa Tang 3:0 durch, gemeinsam mit Lilou Massart gewann sie auch das Doppel gegen Vanessa Tang und Li-Kath Ran mit 3:0. Sara Tokic und Lilou Massart siegten jeweils 3:0 gegen Sophia Pichler. Salzburg holte seine beiden Punkte durch Li-Kath Ran und kämpft weiter gegen den Abstieg.

Wien kommt mit einer Niederlage

Olympic Wien verlor zuletzt gegen Vizemeister Gartenstadt Tulln mit 1:4. Hana Kim besiegte Yousra Helmy 3:0, Ji Eunchae gewann gegen Fagr Shoman im Tie-Break mit 6:1. Danach holten Kim und Ji Eunchae auch das Doppel. Anastasiia Dymytrenko setzte sich gegen Yousra Helmy 3:0 durch, den Punkt für Wien erzielte Olena Pentiuk.

Der Ball fliegt ab 9:55 Uhr live: ORF SPORT + und ORF ON übertragen die Begegnung aus Linz. Kommentator ist Johannes Karner, Moderator Thomas Hölzl. Auf ORF ON ist das Spiel von 9:55 bis 13:00 Uhr in voller Länge zu sehen.

Neue Impulse aus Frankreich

Parallel zur laufenden Saison stellt LINZ AG Froschberg die Weichen für die weitere Entwicklung und verpflichtet den französischen Tischtennistrainer Vincent Aumoitte. Er bringt Erfahrung aus dem Spitzensport, der Nachwuchsentwicklung, dem Vereins- und Nationalmannschaftsbereich sowie dem Para-Tischtennis mit.

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Von 2006 bis 2013 arbeitete Aumoitte für den französischen Tischtennisverband Fédération Française de Tennis de Table, kurz FFTT. Danach war er beim französischen Verein ALCL Grand-Quevilly als Sportdirektor und im Trainingsbereich tätig. In Linz soll er Spielerinnen aus verschiedenen Ländern betreuen, die hier auf hohem Niveau trainieren und sich sportlich weiterentwickeln.

Sein Werkzeugkasten reicht von Kenntnissen des europäischen Profisports und internationaler Trainingssysteme bis zur Arbeit mit Nachwuchsspielern und Nationalmannschaften. Ein Schwerpunkt ist die Vorbereitung von Athleten auf den Schritt in Richtung Weltspitze. Leistungssport, sagt die Philosophie dahinter, besteht eben nicht nur aus Technik und Taktik: Vertrauen, Disziplin, Teamgeist, der Umgang mit Druck und kontinuierliche Verbesserung gehören genauso dazu. Aumoitte möchte Spielerinnen und Spieler dabei unterstützen, selbstständiger, stärker und erfolgreicher zu werden.

Die internationale Erfahrung und die französische Tischtennisschule sollen neue Impulse nach Linz bringen. Der Verein sieht Parallelen zwischen Aumoitttes Philosophie und seiner langjährigen Arbeit mit jungen Spielerinnen auf dem Weg zum internationalen Spitzensport. Gemeinsam mit LINZ AG Froschberg soll er die nächsten sportlichen Entwicklungsschritte gestalten.

Ein Verein mit langem Atem

Dass in Froschberg nicht nur für den nächsten Ballwechsel gearbeitet wird, zeigt ein Blick auf die Vereinsgeschichte. Ein Artikel von Manfred Wunder vom 23. April 2026 beschreibt LINZ AG Froschberg als führenden österreichischen Damen-Tischtennisclub und als einen der erfolgreichsten europäischen Frauenvereine des 21. Jahrhunderts.

Gegründet wurde der Verein 1970 als ASKÖ Linz Froschberg. Zunächst spielte eine Herrenmannschaft in der untersten oberösterreichischen Verbandsliga. 1986 entstand die Leistungssport-Sektion unter dem Namen „erdgas Linz Froschberg“, 2006 erfolgte die Umbenennung in LINZ AG Froschberg.

Der Aufstieg der Damen nahm ebenfalls 1986/87 Fahrt auf: Die Eigenbauspielerinnen Birgit Strasser und Anita Renner schafften den Sprung in die Staatsliga A. 1989 gewann Barbara Wiltsche den ersten Einzel-Staatsmeistertitel des Vereins. 1998 folgte mit Liu Jia, Edith Glanzer und Renata Budayova der erste Mannschafts-Staatsmeistertitel. Bis 2026 kamen mehr als 20 Mannschafts-Staatsmeistertitel, 13 Superliga-Titel und mehrere österreichische Cupsiege hinzu. 2026 gewann das Team den AUSTRIA Cup.

Auch international ist die Vitrine gut gefüllt. 2009 gewann LINZ AG Froschberg erstmals die European Women Champions League, 2013 folgte der zweite Titel. Weitere Finalteilnahmen gab es 2010 und 2015; insgesamt erreichte der Verein 13-mal mindestens das Halbfinale. 2026 steht das Team im Europacup-Halbfinale gegen den spanischen Club MIRÓ Ganxets Costa Daurada.

Von Liu Jia bis zum Nachwuchs

Liu Jia kam 1997 im Alter von 14 Jahren nach Linz und prägte den Verein 22 Jahre lang. Sie gewann fünf Jugend-Europameisterschafts-Goldmedaillen und wurde 2005 Europameisterin in der allgemeinen Klasse. Bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking führte sie gemeinsam mit Li Qiangbing und Veronika Heine ein vollständig aus Linzer Spielerinnen bestehendes österreichisches Nationalteam an.

Nach Liu Jias Abschied 2017 übernahm Sofia Polcanova eine Führungsrolle und wurde Europas Nummer eins. Zum Kader 2026 gehören unter anderem Suthasini Sawettabut, Ivana Malobabic und Andrea Pavlovic.

Der Sportpark Lissfeld, heute Schauplatz des Bundesliga-Duells, wurde im April 2010 eröffnet. Dort befindet sich eine modern ausgestattete Tischtennishalle für das Leistungszentrum, mit dauerhaften Trainingsmöglichkeiten sowie Betreuung durch Tischtennis- und Physiotherapietrainer. 2003 wurde außerdem das Leistungszentrum Linz Froschberg als Farmteam gegründet. Es spielt seit 2003/04 durchgehend in der 1. Damen-Bundesliga und qualifizierte sich 2018 als erster zweiter Verein einer Stadt für die Champions League.

Junge Spielerinnen erhalten Ausbildungsverträge; der Verein übernimmt einen großen Teil der Kosten für Ausbildung, Material und Wohnung. Auf der Männerseite stiegen die Herren 2000 in die 1. Bundesliga auf und gewannen 2017 mit Spielern wie Stefan Fegerl erstmals den Meistertitel. Bereits 2015 war die Spielgemeinschaft SPG LINZ aus den Bundesliga-Mannschaften von DSG Union Waldegg Linz und LINZ AG Froschberg gegründet worden. 2018 erreichte die Mannschaft erstmals das Cup-Finale, in der Saison 2018/19 gewann sie das Meister-Play-off.

Internationale Erfolge im Damenbereich, ein erfolgreicher Herrenbereich, professionelle Trainingsbedingungen und Nachwuchsförderung liegen in Linz also dicht beieinander. Heute Vormittag zählt trotzdem erst einmal jeder einzelne Ball gegen Wien.