Rindertransport nach Turkmenistan sorgt für Aufregung in Linz
Heute ist der 17.10.2026 und in Linz sorgt ein geplanter Rindertransport nach Turkmenistan für ordentlich Aufregung. Der Flughafen Linz in Oberösterreich steht in der Kritik, weil rund 800 Fleckvieh-Bullen aus Ungarn diese Woche in die zentralasiatische Region geflogen werden sollen. Die Sorgen um das Wohl der Tiere sind groß. Es gibt Unklarheiten über den Verwendungszweck der Tiere – werden sie geschlachtet oder sollen sie zu Zuchtzwecken exportiert werden? Offiziell ist der Export von Tieren zur Schlachtung nicht erlaubt, was die Situation noch komplizierter macht.
Besonders interessant ist, dass Turkmenistan 800 Zuchtstiere benötigt, obwohl normalerweise weibliche Zuchtrinder exportiert werden. Die Transportkosten für die Rinder per Frachtflugzeug sind hoch, doch aufgrund der langen Reiseroute und der Umwege durch den Ukrainekrieg wird es wirtschaftlich interessant. Zunächst werden die Stiere mit Lastwagen aus Ungarn nach Linz gebracht, bevor sie in insgesamt zwölf Frachtflügen einer mexikanischen Fluggesellschaft nach Turkmenistan befördert werden. Durchschnittlich etwa 80 Tiere pro Flug – sechs Flüge sind bereits durchgeführt, der letzte sollte am Sonntag stattfinden.
Kritik an den Langstreckentransporten
Umwelt- und Klimaschutzlandesrat Stefan Kaineder hat klare Worte gefunden und fordert ein sofortiges Ende der Transporte. Er bezeichnet sie als Tierquälerei und hat ein Verbot von Lebendtier-Langstreckentransporten auf EU-Ebene gefordert. Die Situation wird zusätzlich dadurch kompliziert, dass das Gesundheitsministerium die Transporte nach Turkmenistan während der Abwicklung untersagt hat. Auf ungarischer Seite wurden Mängel im Abfertigungsprozess festgestellt, was die ohnehin kritische Lage weiter verschärft.
Der Flughafen Linz hat jedoch jegliche Vorwürfe zurückgewiesen und betont, dass man alle Richtlinien einhalte. Bei Kontrollen am 6. Oktober wurden keine Beanstandungen festgestellt. Die Tiere hatten ungarische Ohrmarken, amtliche Gesundheitsbescheinigungen und die Freigabe des ungarischen Grenztierarztes. Die Transporte erfolgen nach den „Live Animals Regulations“ des internationalen Luftfahrtverbandes IATA, und Veterinäre überprüfen die Reisetauglichkeit der Tiere vor dem Abflug.
Verantwortung und Transparenz
Die Kritik der Grünen bleibt bestehen, insbesondere hinsichtlich der langen Transportwege und der mutmaßlichen Schlachtung in Turkmenistan. Kaineder sieht auch die Verantwortung des Landes Oberösterreich für den Flughafen in der Pflicht und fragt sich, wie man solche Transporte zulassen kann. Der Flughafensprecher erklärt, dass der Transport lebender Tiere im internationalen Frachtgeschäft üblich sei und dass der Flughafen sich um den Auftrag beworben hat. Interessanterweise wurde der Auftrag über eine in England ansässige Spezialfirma vermittelt, was die Komplexität der Situation noch erhöht.
Die letzten drei Flüge wurden nicht mehr von Linz-Hörsching abgefertigt, was Fragen nach der ordnungsgemäßen Versorgung der Tiere aufwirft. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation weiterentwickeln wird und ob die Forderungen nach einem Verbot dieser Transporte Gehör finden werden. Die Diskussion über Tiertransporte und deren Bedingungen wird sicherlich noch lange anhalten.
