Heute ist der 8.10.2026 und in Linz brodelt es. Der Grüne-Landesrat Stefan Kaineder hat sich lautstark gegen die Lebendtiertransporte am Flughafen Linz ausgesprochen. Anlass dafür sind die Frachtflüge, die Rinder von Ungarn nach Turkmenistan bringen. Abgesehen von der Frage, ob die Tiere dort geschlachtet werden oder ob sie vielleicht zur Zucht bestimmt sind, ist die Vorstellung, dass Hunderte von Rindern über große Distanzen transportiert werden, für Kaineder einfach nicht tragbar. Er bezeichnet diese Langstreckentransporte als unverständlich und fordert ein sofortiges Verbot.

Der Linz Airport, der im Alleineigentum des Landes Oberösterreich steht, hat bislang elf Flüge für die kommenden Wochen angekündigt. Pro Flug sollen etwa 60 Rinder mit einem Airbus der mexikanischen Frachtgesellschaft MAS nach Asgabat gebracht werden. Das klingt nach einer logistischen Meisterleistung, aber für Kaineder sind das keine Frachtstücke – es sind fühlende Lebewesen. Und genau hier sieht er das Land Oberösterreich in der Verantwortung, klare Grenzen zum Schutz der Tiere zu ziehen.

Transporte unter dem Radar

Die Tiere, die aus Ungarn stammen, werden zunächst per Landweg nach Hörsching gebracht und dann per Flugzeug weitertransportiert. Der Flughafen betont zwar, dass die Transporte veterinärmedizinisch kontrolliert und nach internationalen Vorschriften durchgeführt werden, doch Kaineder bleibt skeptisch. Die ungarischen Ohrmarken, die amtlichen Gesundheitsbescheinigungen und die Freigabe des ungarischen Grenztierarztes sind für ihn nicht ausreichend, um die Praxis zu rechtfertigen. Er verlangt eine klare Haltung des Landes gegen die Nutzung des Flughafens als Umschlagplatz für Schlachtrinder.

In seinem Appell erinnert Kaineder auch an die wirtschaftlichen Herausforderungen, mit denen der Linz Airport konfrontiert ist. Der Frachtverkehr ist zwar ein wichtiges Standbein; 2025 wurden über 47.000 Tonnen Luftfracht umgeschlagen, doch der Rückgang der Passagierzahlen während der Corona-Pandemie hat deutliche Spuren hinterlassen.

Tierschutz im Fokus

Die Diskussion um den Tierschutz während des Transports ist nicht neu, sie ist Teil einer breiteren Debatte. Die EU-Verordnung (EG) Nr. 1/2005 regelt die Bedingungen und Mindeststandards für den Tierschutz während des Transports. Diese Vorschriften sollen sicherstellen, dass die Tiere unter humanen Bedingungen transportiert werden. Dennoch bleibt die Frage, ob Langstreckentransporte von lebenden Tieren, die oft mit enormem Stress und Leid verbunden sind, wirklich im Einklang mit diesen Standards stehen.

Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Die nationale Verbindungsstelle für die EU hat hier eine wichtige Rolle, doch die Einhaltung der Vorschriften ist oft ein heikles Thema. Als Schnittstelle zwischen den Mitgliedstaaten behandelt das BVL auch Beanstandungen zum Tierschutz bei Tiertransporten. Aber wie effektiv ist dieses System wirklich, wenn man bedenkt, dass die Tiere oft über große Distanzen transportiert werden?

Kaineder hat eine klare Botschaft: Lebendtier-Langstreckentransporte müssen aufhören! Er fordert nicht nur ein Ende dieser Praxis, sondern auch einen bewussteren Umgang mit unseren tierischen Mitbewohnern. Die Frage bleibt, ob die Verantwortlichen bereit sind, dieser Forderung nachzukommen oder ob der wirtschaftliche Druck am Ende doch über das Wohl der Tiere siegt. Es bleibt spannend, was die nächsten Tage und Wochen bringen werden.