Am Dienstag, 27. Oktober 2026, wird es in der HUBER Arena ernst: WSC Hertha empfängt im Achtelfinale des ÖFB-Cups den Wolfsberger AC. Anpfiff ist um 18:30 Uhr. Es geht nur einmal über 90 Minuten – ein K.-o.-Spiel, in dem sich keiner auf ein Rückspiel verlassen kann.

Markus Lackner betreut die Gastgeber, Thomas Silberberger steht beim Wolfsberger AC an der Seitenlinie. Für Zuschauer in Deutschland sind derzeit keine TV-Übertragungen gelistet. Wer dabei sein will, braucht also entweder ein Ticket für die Arena oder muss auf einen klubnahen Liveticker ausweichen.

Hertha mit Heimvorteil, aber löchriger Abwehr

Die jüngsten Ergebnisse des WSC Hertha lesen sich durchwachsen: 2:6 gegen ASK Voitsberg, 2:2 gegen Austria Wien, 1:0 gegen Schwarz-Weiß Bregenz, 1:3 gegen First Vienna und zuletzt 1:4 gegen Blau Weiß Linz. Ein Sieg, ein Unentschieden und drei Niederlagen stehen damit zu Buche. Sieben eigene Treffer sind ordentlich, 15 Gegentore allerdings ein deutliches Warnsignal.

Im ÖFB-Cup hat Hertha am 4. September 2026 bereits angeschrieben. In der 2. Runde gelang ein 1:0-Auswärtssieg beim Kapfenberger SV. Nun soll die HUBER Arena helfen. Mehr Ballbesitz, mutige Aktionen und der kurze Weg zum eigenen Anhang könnten wichtige Pfunde sein. Hinter der Abwehr öffnen sich allerdings immer wieder Räume – genau dort könnte Wolfsberg ansetzen.

Der WAC kommt seinerseits mit einer schweren Serie nach Oberösterreich. In den vergangenen fünf Ligaspielen gab es ausschließlich Niederlagen: 0:1 gegen TSV Hartberg, 0:2 gegen WSG Tirol, 0:3 bei SCR Altach, 1:4 bei SV Ried und 0:3 gegen Rapid Wien. Ein Tor erzielt, 13 kassiert. Das ist in der Bundesliga eine ziemlich magere Offensivbilanz.

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Ganz anders klang der Pokalauftritt am 6. September 2026: Wolfsberg gewann gegen SC/ESV Parndorf mit 5:4. Das Team hat also durchaus gezeigt, dass es in diesem Wettbewerb viele Tore produzieren kann. Die Torflaute in der Liga bleibt trotzdem im Hinterkopf – und macht jede Prognose ein bisserl wackelig.

Konter gegen Ballbesitz?

Hertha könnte versuchen, das Spiel über Ballbesitz und den Heimvorteil zu kontrollieren. Wolfsberg dürfte sich kompakt zurückziehen und auf Umschaltmomente lauern. Für die Gäste sprechen mögliche Räume hinter der Hertha-Abwehr; beim WAC liegt die Schwachstelle eher in der geringen Durchschlagskraft im letzten Drittel.

Standardsituationen, Chancenverwertung und die psychologische Ausgangslage können in einem einzelnen Pokalspiel schnell den Ausschlag geben. Beide Trainer könnten außerdem rotieren, weil der Cup eigene Gesetze hat und frische Beine manchmal mehr wert sind als große Namen. Neuere direkte Duelle liegen in den vorliegenden Daten nicht vor. Das Achtelfinale wird daher als erstes Pflichtduell der jüngeren Historie eingeordnet.

Bei ADMIRALBET wird der Heimsieg mit 4,50 angegeben, ein Unentschieden mit 3,80 und der Auswärtssieg mit 1,65. Quoten für „Beide Teams treffen – Ja/Nein“ sind nicht verfügbar. Auch für das exakte Ergebnis 0:2 zugunsten Wolfsbergs gibt es keine Quote.

Der Artikel-Tipp lautet: Auswärtssieg des Wolfsberger AC. Begründet wird das mit der größeren Erfahrung auf höherem Spielniveau, dem nachgewiesenen Offensivpotenzial im Cup und Herthas defensiver Anfälligkeit. Die Einschränkung bleibt aber beträchtlich: Wolfsbergs aktuelle Torflaute in der Liga erhöht das Risiko dieser Einschätzung.

Ein Pokal mit langer Geschichte

Der ÖFB-Cup ist der nationale österreichische Fußball-Pokalbewerb für Männervereine und wird vom Österreichischen Fußball-Bund organisiert. Seit 2017 lautet der offizielle Name „UNIQA ÖFB Cup“, Uniqa ist seither Haupt- und Namenssponsor. In der Hauptrunde treten 64 Mannschaften im K.-o.-System an. Der Wettbewerb berechtigt zur Qualifikation für die UEFA Europa League und diente außerdem als Vorbild für den ÖFB-Ladies-Cup.

Seine unmittelbaren Wurzeln liegen im Niederösterreichischen Cup, der 1915 erstmals ausgetragen wurde. Davor hatte der Vienna Cricket and Football-Club bereits 1897 den Challenge-Cup für Vereine der österreichisch-ungarischen Monarchie ausgeschrieben; dieser Vorläufer wurde bis 1911 gespielt. Erster Sieger des Niederösterreichischen Cups war 1915 der Floridsdorfer AC. 1918 wurde ein Spiel zwischen Wacker Wien und Germania Schwechat erst in der 158. Minute mit 4:3 entschieden, während das Finale zwischen Floridsdorfer AC und Wiener Amateur-SV wegen einer eigenmächtigen Terminverschiebung nicht offiziell anerkannt wurde.

Seit 1919 wird der österreichische Männercup offiziell ausgetragen, damals war die Teilnahme für alle Mitglieder des Niederösterreichischen Fußballverbands verpflichtend. Rapid gewann das erste offizielle Finale mit 3:0 gegen den Sport-Club und verteidigte den Titel ein Jahr später. Die frühen Endspiele fanden auf der Hohen Warte statt. 1921 holte der Wiener Amateur-SV, der spätere FK Austria Wien, erstmals den Pokal; 1922 verlor er das Finale gegen den Wiener AF, 1923 gewann der Wiener Sport-Club als vierter Verein in fünf Jahren.

Austria Wien wurde danach mit drei Siegen in Folge Rekordcupsieger. Das Finale 1924 gegen Slovan endete nach 14 Toren 8:6. Weil der Cup damals saisonübergreifend im Frühjahr oder Herbst ausgetragen wurde, gewann Austria 1924 sogar zweimal: im Juli den Titel der Saison 1923/24 und im November jenen der Saison 1924/25. Admira und Vienna folgten als neue Sieger. Ab 1926/27 war der Cupsieger für den Mitropapokal startberechtigt.

Es gab auch kuriose Abzweigungen. 1931 wurde der Wettbewerb einmalig im Meisterschaftsmodus gespielt, der WAC gewann mit 16 Punkten. 1932 kehrte man zum K.-o.-Format zurück. Admira schlug 1934 Rapid im Finale mit 8:0 – bis heute der höchste Finalsieg. Nach dem „Anschluss“ Österreichs an das Deutsche Reich 1938 wurde der österreichische Cup eingestellt. Rapid gewann 1939 den deutschen Vereinspokal gegen den FSV Frankfurt mit 3:1, Vienna setzte sich 1943 gegen den Luftwaffen-Sportverein Hamburg mit 3:2 nach Verlängerung durch.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der ÖFB-Cup 1945 wieder ausgeschrieben. Rapid bezwang Vienna im Finale mit 2:1 vor der bis heute gültigen Rekordkulisse von 50.000 Zuschauern. Nach Streit über die Auslosung wurde der Wettbewerb 1946/47 zunächst in den Bundesländer-Cup umgewandelt; jeder der neun Landesverbände entsandte einen Vertreter. Austria Wien dominierte, im Halbfinale 1948 gelang ein 15:0 gegen den 1. Salzburger SK 1919. Ab der Saison 1949/50 schrieb der ÖFB vorerst keinen weiteren Cup aus.

Vor allem kleinere Vereine drängten danach auf eine Rückkehr. 1958/59 wurde der ÖFB-Cup wieder eingeführt, der WAC gewann. Weil der Verein damals international nicht teilnehmen durfte, entwickelten ÖFB und Mitropapokal-Komitee den Europacup der Cupsieger, der ein Jahr später von der UEFA übernommen wurde.

Vom Wiener Duell zur Bühne für Außenseiter

Bis 1964 prägten Austria, Rapid und Admira den Bewerb. 1965 gewann der Linzer ASK als erster österreichischer Cupsieger außerhalb Wiens. In den 1970er-Jahren konkurrierten Wacker Innsbruck, Rapid und Austria um den Titel, jeder dieser Vereine gewann in diesem Jahrzehnt fünfmal. In den 1980ern wurde der Kampf vor allem zwischen Rapid und Austria ausgetragen; der Grazer AK blieb 1981 der Ausnahmeverein.

Elfmeterschießen wurden ab Sommer 1970 möglich, ab 1971/72 entschieden sie ein Spiel nach Verlängerung unmittelbar. Rapid besiegte Austria 1985 nach einem 3:3 im Elfmeterschießen mit 6:5, Austria gewann 1986 nach einem weiteren 3:3 mit 6:4 in der Verlängerung. 1988 holte der Zweitligist Kremser SC überraschend den Titel, 1991 gelang dieses Kunststück dem SV Stockerau gegen Rapid.

Seit 1989/90 wird jedes Cupspiel grundsätzlich in einer Partie entschieden. In den späten 1990er-Jahren dominierten GAK und Sturm Graz: Sturm gewann 1996, 1997 und 1999, verlor 1998 gegen SV Ried. Der GAK holte den Pokal 2000, 2002 und 2004, 2001 gewann der FC Kärnten als vierter Zweitligist. Austria Wien sammelte zwischen 2003 und 2009 fünf Titel bei sechs Finalteilnahmen.

2007/08 wurde der Cup ab der dritten Leistungsstufe als reiner Amateurbewerb ausgetragen. Das Finale zwischen SV Horn und SV Feldkirchen bestand aus Hin- und Rückspiel: 1:1 im Hinspiel, 2:1 für SV Horn im Rückspiel. 2013 schrieb der FC Pasching Geschichte, als erster Drittligist im Finale – und besiegte den frischgebackenen Meister Austria Wien.

Red Bull Salzburg gewann von 2014 bis 2022 achtmal, nur Sturm Graz unterbrach die Serie 2017/18. Wolfsberger AC holte 2024/25 erstmals den Cup, Linzer ASK gewann 2025/26 seinen zweiten Titel. Der aktuelle Titelträger kommt also aus Linz, während Wolfsberg noch auf die nächste große Pokalnacht wartet.

In der Erfolgsbilanz führt FK Austria Wien mit 27 Cupsiegen. SK Rapid Wien kommt in der Gesamtstatistik auf 15 Titel, nach offizieller ÖFB-Zählweise auf 14. Red Bull Salzburg gewann neunmal, Wacker Innsbruck und Sturm Graz jeweils siebenmal, Admira Wacker sechsmal. Grazer AK und First Vienna stehen bei vier, Wiener AC bei drei, Linzer ASK und SV Ried bei zwei Titeln. Je einmal triumphierten Wolfsberger AC, FC Pasching, FC Kärnten, SV Stockerau, Kremser SC, Wiener Sport-Club und Wiener AF.

Insgesamt gewannen 19 verschiedene Vereine den ÖFB-Cup. Acht Mannschaften schafften außerdem das Double aus Meisterschaft und Pokal: Austria Wien zehnmal, Red Bull Salzburg neunmal, Rapid sechsmal, Admira fünfmal, Wacker Innsbruck dreimal, Sturm Graz und der Grazer AK jeweils zweimal sowie der Linzer ASK einmal. Der Tschammerpokal zählt dabei nicht zum ÖFB-Cup.

Austria Wien gewann von 1924 bis 1926 dreimal in Folge, Rapid von 1983 bis 1985. Austria holte zwischen 2005 und 2009 vier Cups – die Amateur-Ausgabe 2007/08 wird statistisch nicht als regulärer Cup gezählt. Salzburg gewann viermal in Serie von 2014 bis 2017 und erneut von 2019 bis 2022, dazu kommen Rekorde mit sieben Double-Erfolgen innerhalb eines Jahrzehnts, neun Doubles in Folge und neun Finalteilnahmen zwischen 2014 und 2022. Der Wiener Sport-Club wird häufig als besonders glückloser Finalist bezeichnet: einem Titel stehen sieben verlorene Endspiele gegenüber. Die Wiener Admira gewann dagegen fünf von fünf Finals, der Nachfolgeverein FC Admira Wacker verlor alle sechs Endspiele.

Regeln, Pokal und ein Platz in Europa

Ein Spiel dauert regulär 2 × 45 Minuten. Bei Gleichstand folgen 2 × 15 Minuten Verlängerung, danach seit 1971/72 ein Elfmeterschießen. Vorher gab es Wiederholungsspiele mit getauschtem Heimrecht; in einzelnen Fällen konnte bei Endspielen auch das Los entscheiden, etwa 1966/67. Seit 1959 wurden unentschiedene Wiederholungsspiele ebenfalls per Los entschieden, tatsächlich angewandt wurde das 1965 und 1970. 1974/75 gab es ab dem Viertelfinale Hin- und Rückspiele, ab 1975/76 war das nur noch im Finale vorgesehen. In den Jahren 1965, 1967, 1972–1984 und 1987–1989 wurde das Endspiel als Hin- und Rückspiel ausgetragen.

Die Teilnahme ist grundsätzlich verpflichtend. Landesverbandsvereine spielen zunächst regionale Vorrunden, Bundesliga-Vereine steigen direkt in der ersten Hauptrunde ein, Klubs mit UEFA-Teilnahme erst in der dritten Runde. In den ersten beiden Runden werden Amateurvereinen bevorzugt Profimannschaften zugelost, außerdem haben Amateure Heimrecht. Ab dem Achtelfinale gibt es nur noch einen Lostopf. Der Heimvorteil bleibt grundsätzlich bei Amateurvereinen, sonst bekommt ihn das zuerst gezogene Team. Das Finale ist die sechste Hauptrunde und wird auf neutralem Platz ausgetragen.

Wien war 48-mal Finalort, insgesamt wurden dort sechs Stadien genutzt. Klagenfurt war viermal Gastgeber, Graz zweimal, Maria Enzersdorf, Wals-Siezenheim und Mattersburg jeweils einmal. Der Wettbewerb ist seit den 1950er-Jahren allerdings weniger bedeutend als die Meisterschaft, die Zuschauerzahlen liegen meist deutlich unter jenen der Bundesliga. 2008 wurde ausnahmsweise ein Amateur-Cup mit Amateurmannschaften gespielt, um zusätzliche Termine für die Vorbereitung der Nationalmannschaft auf die Europameisterschaft zu schaffen.

International führte der Weg des Cupsiegers von 1927 bis zum Teilnahmeverbot durch die nationalsozialistischen Sportbehörden in den Mitropapokal. Österreichische Cupqualifikanten standen dort viermal im Finale und gewannen zweimal. Ab 1960 ging es in den Europacup der Cupsieger; nach dessen Abschaffung 1999 folgte der UEFA-Cup, seit 2008/09 die UEFA Europa League. Wenn der Cupsieger zugleich für den Europapokal der Landesmeister oder später die Champions League qualifiziert war, rückte der unterlegene Finalist nach – unter anderem 1963, 1964, 1966, 1967, 1969, 1974, 1976, 1981, 1984, 1987, 1988, 1990 und 1993. Seit 2015 erhält den Europa-League-Platz in diesem Fall der höchstplatzierte Bundesligaverein, der noch nicht für die Europa League qualifiziert ist.

Auch der Pokal selbst hat einiges erlebt. 1919 bekam der Sieger erstmals einen großen, verzierten Silberpokal. Der sogenannte „Häferl“-Pokal wurde 1925 erstmals vom Bundespräsidenten übergeben. 1986 folgte ein mehr als 60 Zentimeter hoher und 17 Kilogramm schwerer Goldpokal, von 2004 bis 2008 eine von Silvio Gazzaniga entworfene Trophäe. Ab 2009 wurde eine 70 Zentimeter große und 16,45 Kilogramm schwere Version dieses Pokals verwendet.

Seit der Jubiläumssaison 2019 gibt es eine neue Trophäe mit 38 Bauteilen, vier Materialien – Metall, Stein, Glas und Holz – sowie neun beteiligten Produzenten und Handwerksbetrieben. Sie ist 70 Zentimeter hoch, hat 43 Zentimeter Durchmesser und wiegt zwölf Kilogramm. Walnussholz und der burgenländische Naturstein „Pannonia Grün“ sind darin verarbeitet. Der Pokal ist ein Wanderpokal: Der Siegerverein darf ihn vier Wochen präsentieren, danach geht er an den ÖFB zurück. Eine Erinnerungsplakette bleibt beim Klub. Bei Finalspielen erhalten beide Mannschaften Medaillen; laut Durchführungsbestimmungen von 2022 stehen jedem Verein jeweils 50 Sieger- oder Finalistenmedaillen zu. Seit 1919 werden diese in nahezu unveränderter Form vergeben, bis etwa 2018 von GDE Bertoni, seit etwa 2019 von kerschbaumer trophies & more in neuem Design.

Für den WSC Hertha und den Wolfsberger AC zählt am Dienstag freilich keine Pokalgeschichte auf Papier. In der HUBER Arena geht es um den nächsten Schritt – und um die Frage, ob Herthas Heimenergie oder Wolfsbergs größere Erfahrung stärker trägt. Der Anpfiff kommt um 18:30 Uhr.