In den letzten Tagen hat Mireille Ngosso, eine ehemalige Bezirkspolitikerin der City-SPÖ, mit ihren eindrücklichen Posts auf Social Media für Aufsehen gesorgt. Anlass ist der aktuelle „btw-Trend“, bei dem viele Nutzer alte Fotos mit persönlichen Geschichten teilen. Ngosso nutzt diese Welle, um über ihre Erfahrungen innerhalb der SPÖ zu berichten und erhebt schwere Vorwürfe gegen ihre ehemalige Partei. Im Jahr 2017 trennte sie sich im Unfrieden von der SPÖ und hat seitdem immer wieder auf die Schwierigkeiten hingewiesen, mit denen sie als erste Schwarze stellvertretende Bezirksvorsteherin zwischen 2018 und 2020 konfrontiert war.

Die 2018 erfolgte Angelobung, die sie auf Instagram kommentiert hat, stellt für sie nicht nur einen Höhepunkt ihrer Karriere dar, sondern auch einen Moment, in dem sie sich als „Alibi“ der SPÖ fühlte. Ngosso spricht von Hasswellen im Internet, die während ihrer Amtszeit, angestachelt von der FPÖ, entstanden sind. Sie berichtet, dass sie sich in ihrer politischen Laufbahn anpassen musste, um dem eurozentristischen Bild zu entsprechen, und erinnert sich an einen Bezirksparteitag, bei dem sie mit dem N-Wort tituliert wurde. Diese Erfahrungen werfen ein Schlaglicht auf die Herausforderungen, mit denen Frauen und insbesondere Frauen mit Migrationsgeschichte in der Politik zu kämpfen haben.

Rassismusvorwürfe und politische Hürden

Die Vorwürfe von Ngosso sind nicht unbeantwortet geblieben. 2020 stimmten nur 46% der Delegierten für sie als Spitzenkandidatin für die Wien-Wahl, was ihren Rückzug von der politischen Bühne im Jahr 2025, als sie ihr Gemeinderatsmandat niederlegte, vorwegnahm. Lucia Grabetz übernahm schließlich die Spitzenkandidatur, während Georg Niedermühlbichler, der Bezirksparteichef, eingestand, die Bezirksfraktion nicht im Griff zu haben. Ngosso äußerte, dass es innerhalb der SPÖ Menschen gebe, die ihre Position aufgrund ihrer Hautfarbe nicht akzeptierten. Dies ist ein weiteres Beispiel für die Herausforderungen, denen sich Frauen in der Politik gegenübersehen, besonders wenn sie von einer nicht-weißen Herkunft sind.

Die SPÖ wiederum warf Ngosso vor, aufgrund ihres Berufs als Ärztin nicht genügend Zeit für die Bezirksarbeit zu haben. 2021 scheiterte sie bei der Kandidatur zur SPÖ-Frauenchefin gegen Eva-Maria Holzleitner. Ihr Engagement in der Politik, trotz all der Rückschläge, zeigt den unermüdlichen Einsatz für Vielfalt und Gleichheit in einem System, das oft von traditionellen Strukturen geprägt ist. Ihr aktuelles Posting, das über 17.000 Likes erhielt, fand in der Öffentlichkeit großen Anklang; die SPÖ hat jedoch auf die Vorwürfe nicht reagiert.

Ein Blick auf die politische Landschaft

Die Diskussion um Rassismus und Frauen in der Politik ist nicht nur in Österreich relevant. Auch auf internationaler Ebene gibt es immer wieder Berichte über den stagnierenden Frauenanteil in politischen Ämtern. Studien zeigen, dass der Frauenanteil im Deutschen Bundestag seit über 20 Jahren bei einem Drittel stagniert. Initiativen, die eine gleichberechtigte Repräsentanz von Frauen in der Politik fordern, sind daher wichtiger denn je. Diese Themen stehen nicht isoliert da, sondern sind Teil eines größeren Diskurses über Gleichstellung und Diversität in der politischen Landschaft. Die Herausforderungen, die Ngosso erlebt hat, sind symptomatisch für viele Frauen, die sich in einer von Männern dominierten Welt behaupten müssen.

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Die Fragen von Diversität und Repräsentanz sind auch in anderen Ländern von Bedeutung. In Deutschland wird beispielsweise über gesetzliche Regelungen zur Parität in Parlamenten diskutiert. Diese Entwicklungen zeigen, dass der Kampf um Gleichheit und Sichtbarkeit für Frauen – egal welcher Herkunft – weiterhin notwendig ist. Vielleicht ist es genau dieser ständige Kampf, der die politische Landschaft allmählich verändert, auch wenn es manchmal wie ein mühsamer Weg erscheint.

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