In Perchtoldsdorf, einer charmanten Gemeinde im Bezirk Mödling, fand vor kurzem ein zweitägiges Pfarrfest statt, das nicht nur die Herzen der Einheimischen erobern konnte, sondern auch für ein wenig Verwirrung sorgte. Der neue „Hiatavata“, also der Hüter des Festes, ist Heinz Wolf aus der Neustiftgasse. Seine „Hiatamutter“ wurde als „Gisi“ vorgestellt, doch das Besondere an ihr ist, dass ihr tatsächlicher Vorname „Christa“ lautet. Ist das nicht interessant? „Gisi“ ist eine geborene Mayer aus einer traditionsreichen Heurigendynastie in der Brunner Gasse. Der Vorname „Gisi“ entstand übrigens, weil sie einst in einem Modegeschäft namens Susi-Kindermoden arbeitete, wo bereits vier andere Christas beschäftigt waren – die Chefin entschied kurzerhand, dass sie ab jetzt „Gisi“ genannt werden sollte.

Solche kleinen Anekdoten machen das Pfarrfest in Perchtoldsdorf zu einem besonderen Erlebnis. Es wird nicht nur gefeiert, sondern auch Tradition gelebt und weitergegeben. Das Fest, das jeden ersten Sonntag nach dem 6. November stattfindet, hat eine lange Tradition, die bis ins 15. Jahrhundert zurückreicht. 2010 wurde es sogar in das Nationale Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes der UNESCO aufgenommen. Ein wahrhaft bedeutendes Ereignis!

Tradition und Brauchtum

Im Mittelpunkt des Festes steht der traditionelle Hütereinzug, auch bekannt als „Hiataeinzug“. Hierbei handelt es sich um eine beeindruckende Zeremonie, bei der junge Männer aus Weinhauerfamilien als Hüter auftreten. Sie reiten auf prächtig geschmückten Pferden und werden von einer Blasmusikkapelle begleitet – das klingt nach einer wundervollen Atmosphäre, oder? An der Spitze des Zuges sehen wir drei Hüter, die den „Pritschn“ tragen. Dieser Drehkörper wiegt stolze 80 kg und ist mit Eichenlaub sowie zwei goldenen Herzen aus Walnüssen verziert. Der Pritschenträger muss das Gestell beim Gehen „tanzen“ lassen, was sicherlich eine Herausforderung ist!

Nach dem feierlichen Gottesdienst wird dem Pfarrer ein Ständchen dargebracht, bevor der Zug vor das Rathaus zieht. Dort versammeln sich Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, und der Bürgermeister hält eine kurze Ansprache. Ein Highlight des Festes sind die Gstanzln, in denen die Weinhüter humorvoll Personen des öffentlichen Lebens verspotten – ein bisschen Schalk gehört einfach dazu!

Ein Fest voller Genuss

Der festliche Umzug findet am Sonntagvormittag statt und dauert bis Montag, wobei die „Nachfeier“ im kleinen Kreis gehalten wird. An diesem besonderen Sonntag, dem 8. November 2020, fand der Einzug um 9:45 Uhr statt, gefolgt von einer Festmesse um 10:00 Uhr. Die Besucher hatten zudem die Möglichkeit, den jungen Jahrgang von 10:00 bis 12:00 Uhr zu verkosten. Ein Schmaus für die Sinne! Es ist doch einfach schön, wenn die Traditionen so lebendig gehalten werden und man dabei auch noch die regionale Kulinarik genießen kann.

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In Österreich wird Brauchtum großgeschrieben. Die Adventszeit bringt Christkindlmärkte mit Glühwein und Handwerkskunst, während die Faschingszeit mit bunten Umzügen und ausgelassener Stimmung aufwartet. In diesem Kontext fügt sich das Pfarrfest in Perchtoldsdorf wunderbar ein. Es ist ein Ort, an dem sich Gemeinschaft trifft, wo Geschichten erzählt werden und wo die Menschen zusammenkommen, um Traditionen zu feiern und weiterzugeben. Genau das macht das Leben hier so lebenswert!