Kaiserfahne in Murau: Ein Fest der Gemeinschaft und des Gedenkens
Am 4. Oktober 2026 war die Stadtpfarrkirche Murau der Schauplatz eines besonderen Ereignisses. Die restaurierte Kaiserfahne, ein stolzes Stück Geschichte, wurde feierlich gesegnet. Diese Fahne, die aus dem Jahr 1910 stammt, wurde nur zwei Jahre nach der Gründung des Österreichischen Kameradschaftsbundes (ÖKB) Stadtverbandes geweiht. Stadtpfarrer Thomas Mörtl übernahm die Segnung und sorgte so für einen würdigen Rahmen.
Viele Abordnungen des ÖKB aus dem Bezirk Murau waren mit ihren Fahnen zur Feier erschienen. Es war schön zu sehen, wie die Gemeinschaft zusammenkam, um dieses bedeutende Symbol zu ehren. Die musikalische Umrahmung übernahm der Musikverein Stadtkapelle Murau, dessen Klänge die Atmosphäre zusätzlich bereicherten. Die Weihepatinnen Clara Gugg, Klaudia Hummer und Diana van de Bunt hatten die Ehre, an diesem Tag besonders im Mittelpunkt zu stehen.
Gedenken an die Gefallenen
Im Anschluss an die Segnung fand eine Kranzniederlegung am Kriegerdenkmal statt. Hier wurde der gefallenen Kriegsteilnehmer und der verstorbenen Mitglieder des ÖKB gedacht – ein Moment der Stille und des Nachdenkens. Unter den Ehrengästen waren Bgm. Thomas Kalcher, Vizebgm. Martin Moser, Finanzreferent Vinzenz Müller sowie der ÖKB Bundes-Vizepräsident BO Manfred Pfandl und Landes-Vizepräsident Harald Schlager. Ein respektvolles Aufeinandertreffen, das einmal mehr die Bedeutung des Gedenkens unterstrich.
Die Organisation der Weihefeier und der Zeremonie am Kriegerdenkmal lag in den Händen von Peter Kern, dem Kommandanten der Kaserne Tamsweg. Sein Engagement trug dazu bei, dass alles reibungslos verlief und die Veranstaltung zu einem würdigen Anlass wurde.
Der Österreichische Kameradschaftsbund
Der ÖKB ist mehr als nur ein Traditionsverband – er ist eine Gemeinschaft von über 250.000 Mitgliedern, die sich für die Pflege des Heimatbewusstseins und die Förderung der Kameradschaft einsetzen. Gegründet wurde der Verein am 21. Juli 1951 in Wien, und er hat sich seither als größte wehrpolitisch relevante Organisation in Österreich etabliert. Die Mitglieder sind zumeist aktive oder ehemalige Soldaten und engagieren sich für das Gedenken an gefallene und verwundete Soldaten, insbesondere aus den beiden Weltkriegen.
Die Aktivitäten des ÖKB umfassen die Teilnahme an Totengedenkfeiern, militärischen Zeremonien und die Zusammenarbeit mit dem Österreichischen Schwarzen Kreuz im Bereich Kriegsgräberfürsorge. Auch die jährliche Allerheiligensammlung für das ÖSK auf Friedhöfen in Österreich ist Teil des Engagements. Dabei wird der Zusammenhalt innerhalb der Gemeinschaft gefördert, und das Bewusstsein für die eigene Geschichte wird lebendig gehalten.
Die Feierlichkeiten in Murau waren somit nicht nur ein einmaliges Ereignis, sondern auch ein Teil dieser wertvollen Tradition, die den Menschen in Österreich am Herzen liegt.
