Am vergangenen Samstag war es wieder so weit: Der Maxlaunmarkt in Niederwölz öffnete seine Pforten und feierte ein ganz besonderes Jubiläum. Bereits seit 50 Jahren findet im Rahmen dieses Marktes eine Leistungsschau statt, die sich über die Jahre zu einer echten Tradition entwickelt hat. Bürgermeister Albert Brunner erinnerte sich in seiner Ansprache an die „einfache“ Idee, die vor fünf Jahrzehnten von Ehrenobmann Karl Regula aufgebracht wurde. Was damals als kleiner Markt mit nur 9 Ausstellern begann, hat sich mittlerweile zu einer beeindruckenden Leistungsschau mit 40 Ausstellern entwickelt. Insgesamt präsentierten über 300 Aussteller ihre Waren auf einer Fläche von 56.000 Quadratmetern.

Ein weiteres Highlight war die beeindruckende Wertschöpfung, die laut einer Studie über 5 Millionen Euro betragen soll. Sissi Gruber, die Obfrau der Leistungsschau, nahm eine Ehrenurkunde der Gemeinde entgegen. Sie betonte, dass es wichtig sei, Traditionen zu bewahren, aber auch offen für Neues zu sein. Dies scheint auch Landeshauptmann-Stellvertreterin Manuela Khom so zu sehen, die in ihrer Gratulation von einem „gelebten Miteinander“ sprach. Wirtschaftslandesrat Willibald Ehrenhöfer hob hervor, dass aus einer guten Idee eine langjährige Tradition entstehen kann. Und das wird beim Maxlaunmarkt eindrucksvoll unter Beweis gestellt!

Ein Markt mit Geschichte

Die Wurzeln des Maxlaunmarktes reichen weit zurück. Bereits 1450 erteilte Friedrich III. der Gemeinde Niederwölz das Privileg, am Tag des Kirchenpatrons Maximilian einen Jahrmarkt abzuhalten. Doch die Geschichte war nicht immer einfach: Eine Urkunde aus dem Jahr 1532 ging durch Plünderungen verloren, was dazu führte, dass das Recht zum Abhalten des Marktes nicht mehr nachgewiesen werden konnte. Der Markt wurde daraufhin zu Beginn des 16. Jahrhunderts verboten. Erst am 18. November 1536 erließ König Ferdinand I. einen neuen Freiheitsbrief, der den Niederwölzern erneut erlaubte, den Maxlaunmarkt abzuhalten.

Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts war der Maxlaunmarkt einer der größten Jahrmärkte der Steiermark, mit einem besonderen Fokus auf Vieh- und Lederwaren. Das Jahr 2014 war besonders erfolgreich, als zwischen 70.000 und 80.000 Besucher gezählt wurden. Auch das Brauchtum rund um den Markt ist nicht zu unterschätzen: Seit September 2013 zählt das Freiungsaustragen zum nationalen immateriellen Kulturerbe in Österreich. Diese Tradition symbolisiert den strafrechtlichen Schutz zur Marktzeit und garantiert freien Handel sowie Frieden durch ein Waffenverbot. Die Freiung, eine kunstvoll geschnitzte Schwerthand, wird beim Markt von verschiedenen Gruppen, darunter die Musikkapelle und die Freiwillige Feuerwehr, begleitet.

Ein Fest für alle Sinne

Der Maxlaunmarkt ist nicht nur ein Ort des Handels, sondern auch ein Ort des Feierns. Tausende Besucher füllten die Straßen und genossen das bunte Treiben. Es wird gelacht, geschmaust und getanzt! Die Atmosphäre ist einfach einzigartig. Am Sonntag des Marktes wird die Statue des Heiligen Maximilian zum Stinglbauer-Haus getragen, wo die originale Freiung aufbewahrt wird. Der Freiungsträger, der vom Bürgermeister ausgewählt wird, hat die ehrenvolle Aufgabe, die Freiung zum Marktgelände zu bringen. Dabei zieht der Maxlauner durch das Festgelände und bringt seinen Wangenfarben Glück zu den weiblichen Besuchern.

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Traditionell kleiden sich die Besucher in steirische Trachten und äußern ihr Vergnügen mit dem Ausruf „maxlaunerisch“. Es ist ein Fest, das die Gemeinschaft stärkt und die Herzen der Menschen verbindet. Ausgelassene Stimmung, köstliches Essen und die Freude am Miteinander – das ist der Maxlaunmarkt in Niederwölz! Hier wird deutlich, wie wichtig es ist, Brauchtum zu pflegen und gleichzeitig für neue Ideen offen zu sein. So bleibt dieser besondere Markt ein fester Bestandteil der steirischen Kultur und ein Ereignis, auf das sich die Menschen jedes Jahr aufs Neue freuen.