Am 14. November 2026 wird St. Lambrecht zur steirischen Landesnarrenhauptstadt für den Bezirk Murau. Die Faschingsgilde St. Blasen richtet den Auftakt der neuen Faschingssaison erstmals dort aus. Der Titel bleibt damit in der Region: 2026 war Judenburg Landesnarrenhauptstadt.

Gefeiert wird nicht nur der Faschingsbeginn, sondern auch das Jubiläum „950 Jahre Stift St. Lambrecht“. Die Faschingsgilde St. Blasen, gegründet am 11. November 2011, widmet sich dem Erhalt des Faschingsbrauchtums. Präsident Max Hobelleitner und der Elferrat bereiten das Fest seit Monaten vor. Bis zum Ende der Faschingszeit werden die Ortstafeln um den Zusatz „Landesnarrenhauptstadt“ ergänzt.

Drei Prinzenpaare und ein voller Festtag

Im Mittelpunkt stehen Prinzessin Dagmar I. und Prinz Berny I. Sie übernehmen die Repräsentation des steirischen Faschings und waren bereits früher das Prinzenpaar der Faschingsgilde St. Blasen. Dazu kommen das amtierende Prinzenpaar der Gilde, Birgit und Mario, sowie das Kinderprinzenpaar Theresa und Benedikt. Macht also drei Prinzenpaare – da wird es auf der Bühne vermutlich nicht langweilig.

Faschingsgilden aus der gesamten Steiermark sowie aus Kärnten und Salzburg haben ihre Teilnahme angekündigt. Auch die Faschingrenner aus dem Bezirk Murau wirken mit und präsentieren ihr Brauchtum. Das Faschingrennen in Teilen des Bezirks Murau ist als immaterielles UNESCO-Kulturerbe anerkannt.

Vom Frühstück bis zum „Kranzl“

Los geht es ab 08:30 Uhr mit Treffpunkt und Frühstück für Gilden, Garden und Faschingsrenner im Pavillon des Benediktinerstifts St. Lambrecht im Stiftsgarten. Vorgesehen ist auch ein Fototermin mit dem Landesprinzenpaar. Das Frühstück veranstalten die Marktgemeinde St. Lambrecht, Murauer Bier und die Faschingsgilde St. Blasen.

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Um 10:15 Uhr folgen Andacht und Segen in der Stiftskirche St. Lambrecht mit Prior Pater Gerwig Romirer. Um 10:45 Uhr stellen sich die Teilnehmer im Stiftshof auf. Der Festzug zieht durch das Stiftstor zum Marktgemeindeamt. Dort werden Ehrengäste, Gilden und Garden aus der Steiermark und weiteren Regionen sowie die Faschingsrenner aus dem Bezirk Murau begrüßt.

Der Festakt beginnt um 11:11 Uhr. Auf dem Programm stehen der Tanz der Kinder- und Jugendgarde der Faschingsgilde St. Blasen, der protokollarische beziehungsweise offizielle Teil des Landesverbandes und ein traditionelles „Kranzl“ der Faschingrenner aus St. Lambrecht. In den Ankündigungen wird es als Weltkulturerbe bezeichnet. Danach geht es zurück zum Pavillon.

Ab 12:30 Uhr klingt der Tag im Stiftsgarten aus. Weitere Tanzeinlagen der angereisten Garden und Musik der Gruppe „Blosn Hoit“ begleiten den Nachmittag. Für Speisen und Getränke ist gesorgt. Veranstaltungsort ist die Stiftskirche St. Lambrecht.

Ein Brauch mit festen Regeln

Die Ausstattung der Faschingrennerinnen erinnert an die frühere Kleidung der Drescher und variiert je nach Ort ein wenig. Getragen wird der Brauch von örtlichen Vereinen wie Landjugend, Feuerwehr oder Musikvereinen, aber auch von nicht vereinsgebundenen Zusammenschlüssen der männlichen Dorfbevölkerung, die sich ausschließlich für das Faschingrennen bilden.

Bewohnerinnen der besuchten Häuser und Höfe sowie Zuschauerinnen werden in das Geschehen einbezogen. In der Gruppe der Faschingrennerinnen finden sich alle Alters- und Sozialschichten. Für die männliche Jugend gilt die Teilnahme als Ehrensache: Sie soll dabei sein, durchhalten und sich in ihrer jeweiligen Rolle bewähren. Mit der Zeit kann sie innerhalb der bestehenden Hierarchie eine höhere Position erreichen.

Als mögliche Risiken für den Erhalt der Tradition nennt die UNESCO Landflucht und die zunehmende Vereinnahmung der Faschingrennen durch den Tourismus. In St. Lambrecht soll am 14. November jedenfalls erst einmal ordentlich geweckt, getanzt und gefeiert werden.

Wann der Fasching wirklich beginnt

Der 11. November beziehungsweise ein Termin im November wird häufig für die Inthronisierung des Prinzenpaares genutzt. Der eigentliche Fasching beginnt laut dem Artikel aber erst am 7. Jänner, also am Tag nach Heilige Drei Könige, und endet am Faschingsdienstag um Mitternacht.

Max Hobelleitner führt den bevorstehenden Festtag auf den Zusammenhalt der Vereine und die Unterstützung vieler Bürgerinnen und Bürger zurück. Wenn im Stiftsgarten die Musik einsetzt, die Garden ihre Tänze zeigen und beim „Kranzl“ die alten Rollen sichtbar werden, dürfte der Pavillon jedenfalls schnell voller werden.