Betrugsfall in Murau: Wenn Vertrauen zum finanziellen Ruin führt
Heute ist der 23.10.2026 und die Nachrichten aus Murau bringen uns einen schockierenden Fall von schwerem Betrug, der am Landesgericht Leoben verhandelt wird. Ein Schweizer steht im Mittelpunkt des Prozesses, während ein weiterer Angeklagter in Dubai vermutet wird. Die Geschädigte, eine Obersteirerin, investierte in ein Schweizer Unternehmen, das mit hohen Gewinnen durch den Kauf und Weiterverkauf von Warenpaketen, darunter Babysachen, Outdoor-Bekleidung und Nahrungsergänzungsmittel, warb. Doch statt der erhofften Rendite hat sie nun 65.000 Euro verloren.
Der Angeklagte, der im Verwaltungsrat des Unternehmens saß, behauptet, von dem Betrug nichts gewusst zu haben. Er wurde zwar freigesprochen, weil die Beweislage nicht ausreichte, doch die Geschichte ist damit noch lange nicht zu Ende. Der zweite Angeklagte steht noch nicht vor Gericht, und die Geschädigte wird auf den Zivilrechtsweg verwiesen, um ihren Anspruch auf Schadenersatz geltend zu machen. Irgendwie ein bisschen wie in einem schlechten Film, oder? Die Frau, die anfangs skeptisch war, wurde überzeugt, dass es kein Risiko gibt – und nun steht sie vor einem finanziellen Scherbenhaufen.
Multi-Level-Marketing unter der Lupe
Ein weiterer Aspekt, der in diesem Fall eine Rolle spielt, ist das Multi-Level-Marketing (MLM), das hier eine entscheidende Rolle spielt. Interessant ist, dass die Schweizer „Stiftung für Konsumentenschutz“ erst vor kurzem einen Online-Ratgeber zu diesem Thema veröffentlicht hat. MLM hat einen eher zweifelhaften Ruf – es wird oft als eine Art Pyramidensystem betrachtet, das mehr Fragen aufwirft, als es Antworten gibt. In sozialen Netzwerken gibt es unzählige Jobangebote, die versprechen, dass man mit dem Empfehlungsmarketing schnell reich werden kann – oft ohne Vorkenntnisse.
Rund 910.000 Menschen in Deutschland arbeiten als selbstständige Kleinstunternehmer für MLM-Unternehmen. Dabei geht es nicht nur ums Verkaufen, sondern auch darum, neue Verkäufer zu rekrutieren. Das klingt verlockend, doch Studien zeigen, dass etwa 75% der MLM-Verkäufer:innen mehr Geld investieren, als sie zurückverdienen. Das ist schon ziemlich heftig, wenn man bedenkt, dass laut einer Studie des Consumer Awareness Institutes 99% der Netzwerkmitglieder Geld verlieren. Das ist ein echtes Glücksspiel!
Die Schattenseiten des Direktvertriebs
Und wie läuft das Ganze ab? Verkäufer:innen setzen auf persönlichen Kontakt und Vertrauen – oft im Freundes- und Bekanntenkreis. Da kann der Druck schon mal ziemlich hoch sein, wenn man seine Freunde und Familie überzeugen möchte, Produkte zu kaufen. Über Social Media wird dieses Geschäftsmodell stark beworben, Influencer:innen nutzen ihre Reichweite, um Produkte zu bewerben. Dabei werden auch gerne unzulässige gesundheitsbezogene Aussagen gemacht, was rechtliche Schritte nach sich ziehen kann.
In der ganzen Aufregung um Gewinn und Verlust, um Vertrauen und Betrug, bleibt die Frage: Lohnt es sich, in solche Systeme zu investieren? Es ist klar, dass das Risiko hoch ist, und es ist nicht nur die Geschädigte aus dem aktuellen Fall, die das leidvoll erfahren musste. Die Geschichten von Menschen, die in MLM-Systeme hineingezogen werden, sind leider viel zu häufig. Wer sich nicht gut informiert, kann schnell auf einen der vielen Fettnäpfchen treten. Und das ist wirklich kein Spaß.
