Finanzielle Selbstbestimmung: Frauen im Fokus der Altersvorsorge
Heute, am 14. Oktober 2026, fand in Fohnsdorf eine spannende Veranstaltung unter dem Titel „Finanzfrau“ statt. Organisiert von der Landeshauptmann-Stellvertreterin Manuela Khom, dem Novum – Zentrum für Frauen- und Mädchen und dem Land Steiermark, zog die Veranstaltung über 100 interessierte Besucherinnen und Besucher an. Es ging um ein brisantes Thema: finanzielle Vorsorge gegen Altersarmut. In Zeiten, in denen die finanzielle Unabhängigkeit mehr denn je gefragt ist, konnten die Expertinnen wertvolle Tipps geben.
Julia Strabelgg-Muchitsch von der Schuldenberatung Steiermark sprach eindrucksvoll über die Wichtigkeit einer soliden Einnahmen- und Ausgabenplanung sowie über effektives Geldmanagement in Beziehungen. Auch Melanie Gößler vom AK Konsumentenschutz betonte, wie wichtig es ist, Eigenverantwortung zu übernehmen und warnte vor den typischen Geldfallen, in die viele Frauen tappen. Das Podiumsgespräch, geleitet von Lisa Lenz, bot eine Plattform für Vertreterinnen von Arbeiterkammer, AMS, WKO Frau in der Wirtschaft, Raiffeisen-Landesbank und Pensionsversicherungsanstalt, um ihre Perspektiven zu teilen und zu diskutieren.
Ein Blick auf die Herausforderungen
Einige der Herausforderungen, die viele Frauen in Bezug auf Finanzen und Altersvorsorge sehen, sind alarmierend. Laut einer Studie glauben 79 % der befragten Frauen, dass sie mit Teilzeitarbeit finanziell schlechter gestellt sind und im Alter eine Versorgungslücke haben. Tatsächlich arbeiten 49 % der Frauen in Teilzeit, während nur 12 % der Männer dies tun. Das hat nicht nur Auswirkungen auf die aktuellen Einkommen, sondern auch auf die Altersrenten: Frauen erhalten im Schnitt 37 % weniger Rente als Männer. Das ist einfach ungerecht!
Eine weitere interessante Information, die während der Veranstaltung zur Sprache kam, ist, dass 30 % der Frauen keine Vorkehrungen für ihre Altersvorsorge treffen. Dabei ist es wichtig, zeitnah Maßnahmen zu ergreifen – wie das alte chinesische Sprichwort sagt: „Die beste Zeit, um einen Baum zu pflanzen, war vor zwanzig Jahren. Die zweitbeste Zeit ist jetzt.“ Ein klarer Aufruf, aktiv zu werden!
Gesellschaftliche Dimension der Altersarmut
Altersarmut ist nicht nur ein persönliches, sondern auch ein gesellschaftliches Problem. Besonders Frauen sind betroffen. In Deutschland beispielsweise ist jede fünfte Frau ab 75 Jahren armutsgefährdet – mehr als Männer in derselben Altersgruppe. Die Ursachen sind vielfältig: Der Gender Pay Gap, der besagt, dass Frauen 16 % weniger pro Stunde verdienen als Männer (Stand 2024), sowie häufigere Teilzeitarbeit und Erwerbsunterbrechungen durch Familienarbeit sind nur einige Beispiele. Die Folgen sind gravierend: eingeschränkte Lebensqualität, gesundheitliche Belastungen und soziale Isolation sind nur einige der Herausforderungen, mit denen viele Frauen konfrontiert sind.
Die Veranstaltung in Fohnsdorf war ein wichtiger Schritt, um Frauen über ihre finanziellen Möglichkeiten zu informieren und sie zur Eigenverantwortung zu ermutigen. Es gibt Strategien zur Vorbeugung von Altersarmut, wie gleiche Bezahlung für gleiche Arbeit, Aufbau einer privaten und betrieblichen Altersvorsorge sowie gesetzliche Maßnahmen zur Unterstützung von Familien. Es ist entscheidend, dass Frauen frühzeitig mit ihrer finanziellen Planung beginnen, regelmäßig sparen und sich über betriebliche Angebote informieren.
Die musikalische Begleitung durch die Schulband des BG und BRG Judenburg und das regionale Buffet, das von Schülerinnen und Schülern der HLW Fohnsdorf angeboten wurde, rundeten diese informative Veranstaltung ab. Die nächste Gelegenheit, sich über finanzielle Themen zu informieren, gibt es am 19. Oktober im Bezirk Südoststeiermark im Bundesschulzentrum Feldbach. Es bleibt spannend, wie die Diskussion um Altersvorsorge und finanzielle Unabhängigkeit weitergeht!
