In Steyr tut sich was! Am 4. Juni eröffnen Kevin Pessl (28) und Philip Obergruber (29) ihr neues Wirtshaus s’Bogerl. Ein frischer Wind weht durch die Stelzhamerstraße 1a, wo zuvor ein griechisches Restaurant und zuletzt das „Putz und Stingl“ zu Hause waren. Die beiden Gastronomen haben sich einiges vorgenommen: Mit ihrem Konzept wollen sie dem Wirtshaussterben entgegenwirken und einen Treffpunkt für die Gemeinschaft schaffen. Wer also gerne gute Hausmannskost genießt, ist hier genau richtig!
Das Motto des Wirtshauses, „Heimat am Teller, Tradition im Glas“, spiegelt sich nicht nur in den Speisen wider, sondern auch in der Philosophie der beiden Betreiber. Pessl, der 2018 seine Lehre zum Gastronomiefachmann mit Auszeichnung abgeschlossen hat, und Obergruber, der bereits Erfahrung in Gastronomiebetrieben in Vorderstoder, Mondsee und Steyr sammeln konnte, setzen auf Regionalität und Gastfreundschaft. Klassische österreichische Gerichte werden hier teilweise modern interpretiert und bevorzugt mit regionalen Zutaten zubereitet. Das klingt nicht nur köstlich, sondern ist auch ein wichtiger Beitrag zur Stärkung der lokalen Wirtschaft.
Ein neuer Anlauf gegen das Wirtshaussterben
Auf die Idee, ein Wirtshaus zu eröffnen, sind die beiden nicht zufällig gekommen. Das Wirtshaussterben ist ein ernstes Thema, das vielen traditionellen Gastronomiebetrieben zusetzt. Laut aktuellen Berichten schließen viele Traditionsgasthöfe aufgrund von Personalnot, hohen Energiekosten und fehlender Nachfolge. In Bayern beispielsweise hat zwischen 2006 und 2015 etwa ein Viertel aller Schankwirtschaften dichtgemacht. Das ist für viele Gemeinden ein großes Problem, denn die Sehnsucht nach ländlichen Treffpunkten wächst.
Innovative Gastronomen wie Pessl und Obergruber setzen auf neue Konzepte, um Landgasthöfe wirtschaftlich stabil zu halten. Sie könnten sich an Beispielen wie dem Landgasthof Neukrug in Schleswig-Holstein orientieren, wo kreative Betreiber Bio-Qualität anbieten und sich von Standardangeboten abheben. Solche Ansätze sind vielleicht genau das, was die Gastronomie in der Region braucht, um nicht nur zu überleben, sondern zu florieren.
Die Rolle der Gemeinschaft
Der Standort des s’Bogerl wurde bewusst gewählt, um Synergien mit nahegelegenen Institutionen wie Anwälten und Notaren sowie dem Landesgericht Steyr zu nutzen. Jürgen Waldbrunner, der mit seinen Söhnen Lukas und Julian die Vilicus Real GmbH übernommen hat, kombiniert seine Maklertätigkeit mit Hausverwaltung und Projektentwicklung. Gemeinsam mit seinem Team entwickelt er auch Veranlagungsprojekte und Modelle für steuerliche und wirtschaftliche Optimierungen. Das zeigt, wie wichtig es ist, dass Gastronomie und Wirtschaft miteinander verknüpft werden.
Immer mehr Kommunen unterstützen Gasthöfe durch Pachtzuschüsse und Infrastrukturinvestitionen. In Waldkirchen etwa sucht die Stadt Pächter für sieben Lokale und bietet ein Leerstandsprogramm an. Das zeigt, dass die lokale Politik bereit ist, die Gastronomie zu stärken und leerstehende Betriebe wiederzubeleben. Ein Beispiel, das zeigt, wie wichtig solche Initiativen sind, ist die Marktgemeinde Frontenhausen, die 2014 ein denkmalgeschütztes Haus kaufte und in ein Gemeindezentrum mit Wirtshaus umwandelte.
Es bleibt spannend, wie sich die Gastronomie in Steyr entwickeln wird. Das s’Bogerl könnte ein Pionier für eine neue Wirtshauskultur werden. Und vielleicht wird es auch für andere Gemeinden ein Vorbild, wie man gemeinsam gegen das Wirtshaussterben ankämpfen kann. Die beiden Betreiber haben die Leidenschaft und das Know-how, um die Menschen zusammenzubringen und ihnen ein Stück Heimat zu bieten.
Für alle, die guten Geschmack und gemütliche Atmosphäre schätzen, ist das s’Bogerl ein neuer Anlaufpunkt in Steyr. Wenn das kein Grund zur Freude ist!
Für weitere Informationen und Details zu dieser spannenden Eröffnung können Sie die Originalquelle auf Tips.at besuchen.
