Heute ist der 9.07.2026 und wir werfen einen Blick auf die faszinierende, aber auch manchmal unangenehme Welt der Quallen, die unsere Gewässer bevölkern. An den Küsten der Ost- und Nordsee sind sie vor allem im Sommer und Frühherbst anzutreffen. Hier tummeln sich vor allem die Ohrenqualle (Aurelia aurita), die als die häufigste Quallenart gilt. Sie zeigen sich in großen Schwärmen, die oft als Quallenblüten bezeichnet werden. Diese farbenfrohen Geschöpfe haben einen Schirmdurchmesser von fünf bis vierzig Zentimetern, und ihre Tentakel können bis zu einem Meter lang werden. Das Beste: Die Ohrenqualle ist für den Menschen weitgehend harmlos, ihre Nesselzellen verursachen meist nur leichte Hautreizungen.

Aber nicht alle Quallen sind so freundlich. Ein weiteres Beispiel ist die Gelbe Haarqualle, auch bekannt als „Feuerqualle“ (Cyanea capillata), die in Ost- und Nordsee vorkommt. Diese kann schmerzhafte Nesselverletzungen verursachen, und die abgerissenen Tentakel können ebenfalls noch Nesselungen hervorrufen. Man könnte fast sagen, dass sie ein wenig wie die unangenehme Bekannte sind, die man nicht so gerne auf Feierlichkeiten sieht – sie bringt einfach das falsche Klima mit!

Die Ohrenqualle im Detail

Die Ohrenqualle ist nicht nur ein schöner Anblick, sondern auch ein interessantes biologisches Wunder. Sie gehört zur Klasse der Schirmquallen (Scyphozoa) innerhalb der Nesseltiere (Cnidaria) und ist weltweit in Ozeanen von etwa 70° Nord bis 55° Süd verbreitet. An der deutschen Nordseeküste und in westlichen Bereichen der Ostsee ist sie besonders häufig, wo der Salzgehalt des Wassers ausreichend ist. Ihr Schirm ist flach gewölbt, oft weiß oder gelblich und hat vier ringförmige, braunrote Geschlechtsorgane. Wenn man ganz nah hinschaut, sieht man auch die bräunlichen Mundarme, die für die Nahrungsaufnahme zuständig sind.

Die Fortpflanzung der Ohrenqualle ist ein faszinierender Prozess: Nach der Befruchtung gibt sie ihre Eier ins offene Wasser ab, die dann eine Frühentwicklung durchlaufen. Schließlich entsteht eine mobile Planulalarve, die sich am Boden festsetzt und einen Polypen bildet. Ein bisschen wie ein kleines Experiment in der Natur, das sich über Generationen hinweg entfaltet. Und die Schwimmtechnik? Sie schwimmt durch eine zusammenziehende Bewegung ihres Schirmes und kann bis zu zehn Kilometer pro Stunde erreichen – was für eine Leistung für so ein zartes Wesen!

Quallen und ihre Gefahren

Die Leuchtqualle (Pelagia noctiluca) im Mittelmeer ist ein weiteres Beispiel für eine Qualle, die unangenehm für Badegäste sein kann. Sie ist meist violett, rosa oder rötlich und hat einen Schirmdurchmesser von fünf bis fünfzehn Zentimetern. Ihre Berührung verursacht brennende Schmerzen und rote Hautstellen – ganz zu schweigen von den Quaddeln und dem Juckreiz, die sie hinterlässt. Ähnlich verhält es sich mit der Kompassqualle (Chrysaora hysoscella), die ebenfalls im Mittelmeer vorkommt und schmerzhafte Beschwerden verursacht, wenn man ihr zu nahekommt.

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Die Lungenqualle (Rhizostoma pulmo), die im Mittelmeer anzutreffen ist, gilt zwar als „sanfter Riese“ mit vergleichsweise schwachen Nesselzellen, ist aber trotzdem nicht ganz ohne. Bei Quallenverletzungen ist es wichtig, nicht zu reiben oder zu kratzen. Stattdessen sollte man die betroffene Stelle vorsichtig mit Meerwasser abspülen und die Tentakel vorsichtig entfernen. Und wenn es wirklich brennt, kann es helfen, die Stelle zwanzig bis vierzig Minuten in warmes Wasser zu halten. Aber Vorsicht: Süßwasser kann die Nesselzellen aktivieren!

Ein unerwartetes Problem

Quallen sind nicht nur am Strand ein Thema. Im August 2025 sorgte ein Quallenschwarm dafür, dass Kühlwasserpumpen im Kernkraftwerk Gravelines verstopften, was zur Abschaltung von vier Reaktoren führte. Ähnliche Vorfälle gab es bereits in Schweden und Japan, doch die gute Nachricht: Es bestand keine Gefahr für Menschen oder die Umwelt. Dennoch, die Vorstellung, dass diese Geschöpfe auch in die Technik eingreifen, ist irgendwie irritierend.

Und dann gibt es da noch die Süßwasserqualle (Craspedacusta sowerbii), die im Bodensee lebt und ursprünglich aus Ostasien stammt. Mit einem Durchmesser von nur eins bis drei Zentimetern gilt sie als ungefährlich. Wenn man bedenkt, dass Quallen so viel Wasser enthalten – bis zu 98,2 % – kann man sich fast vorstellen, wie sie im Wasser treiben und sich den Wellen hingeben.

Für viele ist das Baden in diesen Gewässern ein großes Vergnügen, aber die Quallen sind und bleiben ein Teil des maritimen Lebens, das uns immer wieder überrascht – manchmal positiv, manchmal weniger. Wer weiß, was der Sommer noch so bringt? Vielleicht begegnet man einer Ohrenqualle, die uns freundlich zuwinkt, oder einer Feuerqualle, die uns auf die Finger haut! Ein Abenteuer ist es allemal.

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