La Gacilly-Festival 2025: Eine Hommage an die britische Kultur in Baden
In Baden, einer charmanten Stadt, die zur UNESCO-Weltkulturerbestadt ernannt wurde, findet seit 2018 das La Gacilly-Festival statt, das größte Outdoor-Fotofestival Europas. Jedes Jahr zieht es Tausende von Besuchern an, um die faszinierende Welt der Fotografie zu erkunden. Im Jahr 2025 haben mehr als 330.000 Menschen das Festival besucht, und der Eintritt war wie immer kostenlos. Die Route erstreckt sich über sieben Kilometer und zeigt über 30 Einzelausstellungen. Das diesjährige Motto „So British“ ist eine Hommage an die britische Kultur und zeigt eine Vielzahl von Perspektiven auf das Vereinigte Königreich.
Eine der herausragenden Ausstellungen widmet sich dem ikonischen Fotografen Robert Capa, geboren als Endre Friedmann in Budapest 1913. Capa gilt als einer der größten Fotografen der Geschichte und hat mit seinem immersiven Stil, der die Zuschauer direkt ins Geschehen zieht, die Dokumentarfotografie revolutioniert. Seine Werke zeigen die Schrecken des Krieges und die Schönheit des Lebens, oft in einem Atemzug. Leider starb er 1954, als er auf eine Landmine in Vietnam trat, aber seine Fotografien sind ein bleibendes Echo der Konflikte, die die moderne Welt prägten. Einige seiner bedeutendsten Arbeiten sind im Rahmen des Festivals in Baden zu sehen, zusammen mit Aufnahmen von Helmut Habersack, Corey Arnold und sogar Bildern vom Flughafen Wien-Schwechat.
Einblick in die britische Kultur
Die Ausstellungen sind nicht nur eine Reise durch die Fotografie, sondern auch ein Blick auf die britische Kultur. Peter Dench zeigt beispielsweise Aufnahmen, die die Verehrung der Royal Family und die Glamourwelt der Polo-Treffen festhalten. Auch die gesellschaftlichen Missstände in England werden thematisiert, etwa durch die Arbeiten von Mary Turner und Don McCullin. Letzterer ist bekannt dafür, die dunklen Seiten der britischen Gesellschaft schonungslos zu dokumentieren. Und Esther Haase bringt mit ihrer Ausstellung „Vivienne, Andreas and Me“ frischen Wind ins Festival, indem sie Aufnahmen von der legendären Modedesignerin Vivienne Westwood zeigt.
Ein weiteres Highlight ist die monumentale Gitarre, die im Kaiserhausgarten steht und auf die Ausstellung von Brian May verweist. Wer Rockmusik liebt, kommt ebenfalls auf seine Kosten: Terry O’Neill zeigt „Legenden der Rockmusik“ mit unvergesslichen Fotografien von Größen wie den Rolling Stones, den Beatles, Elton John und Amy Winehouse. Um die Sixties-Atmosphäre in Brighton festzuhalten, hat Tony Ray-Jones faszinierende Schwarz-Weiß-Bilder gemacht, während Josh Edgoose und Martin Parr mit „Swinging London“ grelle Street Shots präsentieren. Mike Taylor, der 2025 den CEWE-Street Photo Award für eines seiner Fotos erhielt, zeigt mit „The Beautiful Game“ die leidenschaftlichen Fußball-Fans in englischen Pubs.
Ein Blick auf die Vergangenheit und die Zukunft
Das Festival in Baden ist auch ein passendes Forum, um über den Brexit zu reflektieren, der sich 2023 zum zehnten Mal jährt. Die Abstimmung fand am 23. Juni 2016 statt, und der Austritt des Vereinigten Königreichs aus der EU erfolgte am 1. Februar 2020. Diese politische Wende findet sich auch in den Fotografien und Themen wider, die die britische Gesellschaft in der Gegenwart prägen.
Die EM 2028 wird im Vereinigten Königreich und Irland stattfinden, mit London als finale Location. Die Vorfreude auf das Event ist in der Luft, und die Verbindung zwischen Sport, Kultur und Fotografie könnte nicht stärker sein. Baden, mit seinem einzigartigen Festival, bietet den perfekten Rahmen, um all diese Aspekte zu feiern und zu reflektieren.
Für alle, die die Möglichkeit haben, das La Gacilly-Festival zu besuchen, ist es eine wunderbare Gelegenheit, in die Welt der Fotografie einzutauchen und die vielschichtige britische Kultur kennenzulernen. Mehr Informationen findet man in einem Artikel auf MeinBezirk.
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