Heute ist der 5.05.2026 und wir befinden uns in Baden, wo die Themen Toleranz und Inklusion im Fußball immer mehr an Bedeutung gewinnen. Eric Orie, der Sportkoordinator des SCR Altach, hat in einem aktuellen Interview deutlich gemacht, wie wichtig diese Werte für den Fußball sind. Er sieht den Sport als einen Spiegel der Gesellschaft, der sich in den letzten Jahren – wohlgemerkt zum Positiven – verändert hat. Rassismus und Homophobie? Die sind in den meisten Stadien weitgehend verdrängt worden, dank jahrelanger Initiativen!

Orie hat eine spannende Karriere hinter sich. 1993 kam er vom VV Venlo zur Wiener Austria – eine Zeit, als das europäische Fußballgeschehen noch ganz anders aussah. Damals gab es noch kein Schengen-Abkommen und das Bosman-Urteil, das die freie Wahl des Arbeitsplatzes innerhalb der EU erst 1995 garantierte. Spielerberater waren noch in den Kinderschuhen und schickten Videokassetten von Spielern durch die Gegend. Orie selbst wurde durch eine Einladung von Peter Müller, dem Sekretär der Wiener Austria, zu einem Probetraining auf sich aufmerksam. Ein Testspiel gegen Norrköping folgte, aber zunächst wollte man ihn nicht verpflichten – bis er schlussendlich doch unterschrieb. In Wien fand er schnell seinen Platz und lernte sogar rasch Wienerisch!

Ein Aufstieg in schwierigen Zeiten

Obwohl der österreichische Fußball in den 1990er-Jahren in den Niederlanden nicht gerade hoch im Kurs stand, war die Austria für Orie ein echter Aufstieg. Ein echtes Highlight seiner Karriere war das Spiel im Europacup der Meister gegen Barcelona! Nach seinen Stationen in Österreich, wo er auch für Clubs wie Mödling und St. Pölten spielte, verschlug es ihn nach England und Italien, wo er viel Erfahrung sammelte. Auch als Trainer war er aktiv, unter anderem in Liechtenstein, Griechenland und Deutschland. Am Ende seiner aktiven Karriere ließ er sich in Vorarlberg nieder, gründete eine Familie und entschied sich, in Österreich zu bleiben.

Ories Geschichte ist nicht nur eine persönliche, sondern auch eine, die viele Facetten der Fußballgeschichte widerspiegelt. Wie er selbst betont, ist der Fußball nicht nur ein Spiel, sondern auch eine Plattform, um gesellschaftliche Themen anzusprechen. Die Werte von Toleranz, Inklusion und Offenheit sind heute mehr denn je gefragt. Es bleibt abzuwarten, wie sich diese Entwicklung weiterhin auf den Fußball und die Gesellschaft auswirken wird. Ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung ist jedoch bereits getan.