In Bruck an der Leitha hat sich die Situation für einige Bauherren und Mieter in letzter Zeit zuspitzen müssen. Die Geschichten von Familien, die mit Baumängeln kämpfen, sind so vielfältig wie tragisch. Da ist zum Beispiel die Familie Ratswohl aus Lamperstätten, die in ihrem Holzhaus Mängel entdeckt hat. Die Terassentüren sind nicht richtig abgedichtet und der Fußbodenaufbau ist schlichtweg zu niedrig. Solche Probleme sind nicht nur ärgerlich, sie können auch die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen.
Ähnlich ergeht es Daniel Baier aus Frankenmarkt. Er lebt seit 2011 in einem alten Massivbau, doch nach einer schlecht durchgeführten Sanierung der Dachterrasse dringt bei Starkregen Wasser ins Wohnzimmer. Solche Situationen sind nicht selten. Auch die Familie Badov in Friedersbach sieht sich einem schimmelbefallenen Zuhause gegenüber. Ihr Vermieter weigert sich, die notwendigen Sanierungsarbeiten durchzuführen. Günther Nussbaum, der als Experte für solche Fälle gilt, stuft den Zustand sogar als gesundheitsgefährdend ein. Das ist schon ziemlich alarmierend.
Fehlende Unterstützung und steigende Mängel
Die Liste der betroffenen Familien ist lang. Da gibt es die Familie Hintringer aus Geiersberg, deren Anbau droht, vom Altbau wegzubrechen. Auch in Niederösterreich plagen Stephanie Hofstätter und Christopher Mählich massive Wasserprobleme in ihrer Doppelhaushälfte. Nussbaum hat festgestellt, dass Wasser durch das Dach eindringt. Georg Kromoser aus Ybbsitz hat sogar eine Fachfirma mit der Installation eines regensicheren Daches beauftragt, jedoch ohne Erfolg. In Ligist haben drei Jungfamilien mit Schimmel im Dachboden zu kämpfen. Schimmel ist nicht nur unschön, er bringt auch gesundheitliche Risiken mit sich.
Auf der anderen Seite gibt es auch tragische Einzelfälle wie den von Andrea Menditto. Er hat in sein 2004 erbautes Haus investiert, sieht sich aber nun mit Wasserschäden konfrontiert, während die Baufirma die Haftung abstreitet. Das bringt nicht nur finanzielle, sondern auch psychische Belastungen mit sich. Man könnte meinen, dass in einem Land wie Österreich, wo der Bau eines Eigenheims oft das größte finanzielle Projekt im Leben darstellt, solche Probleme seltener auftreten. Doch die Realität sieht anders aus. Mangelnde Kommunikation und Überlastung sind häufige Ursachen für diese Mängel.
Ein Blick auf die Zahlen
Eine neue Studie des Bauherren-Schutzbunds (BSB) zeigt alarmierende Trends auf. Im Durchschnitt treten beim Neubau von Ein- und Zweifamilienhäusern 31 Mängel auf! Das sind zwei mehr als noch 2019. Die häufigsten Probleme liegen im Innenausbau, bei Dämmung und an Fenstern und Türen. Bei jedem zweiten Bauvorhaben gab es Mängel bei der Schlussabnahme. Das macht deutlich, wie wichtig es ist, den Bauprozess von einem Bausachverständigen begleiten zu lassen. Schließlich haben viele Bauherren oft nicht das nötige Fachwissen, um Mängel rechtzeitig zu erkennen und zu dokumentieren.
In der heutigen Zeit, in der Fachkräftemangel und steigende Materialkosten die Bauindustrie belasten, ist es umso wichtiger, wachsam zu sein. Die wenigsten Bauherren können es sich leisten, nach der Bauabnahme für Mängel aufzukommen, die sie nicht selbst verursacht haben. Die Beweislast liegt dann oft beim Bauherrn. Daher ist es ratsam, Zahlungsmodalitäten so zu gestalten, dass sie an den tatsächlichen Baufortschritt gebunden sind.
Die Situation in Österreich ist nicht isoliert; ähnliche Probleme treten auch in Deutschland auf. Dort sind die häufigsten Mängel oft das Resultat von unzureichend getrocknetem Estrich oder nicht normgerecht eingebauten Fenstern. Schimmel und Wasserschäden sind gravierende Probleme, die nicht nur den Wohnkomfort, sondern auch die Gesundheit gefährden können. Es ist eine komplexe Thematik, die uns alle angeht.
Es bleibt zu hoffen, dass die betroffenen Familien in Bruck an der Leitha und anderswo bald die Unterstützung bekommen, die sie benötigen, um ihre Wohnsituation zu verbessern. Baumängel sind nicht nur technische Probleme, sie beeinflussen das Leben der Menschen nachhaltig. Und das sollte nicht vergessen werden.
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