In Sommerein wird kräftig an der Zukunft des Stromnetzes gearbeitet. Der Bereich hat sich aufgemacht, um die Anforderungen der modernen, nachhaltigen Energienutzung zu erfüllen. So hat Netz Niederösterreich am Kirchenplatz einen neuen Trafo errichtet, und das Ortsnetz wurde durch Erdkabel verstärkt. Diese Maßnahmen sind nicht nur ein Schritt in die richtige Richtung, sie sind vielmehr der Puls der Zeit – besonders in einer Ära, in der Elektromobilität und Wärmepumpen immer mehr an Bedeutung gewinnen. Der bestehende Trafo am Sarasdorferweg wird durch eine modernere, ferngesteuerte Version ersetzt, die mit einer neuen Trafo-Technologie ausgestattet ist. Das ist nicht einfach nur ein Upgrade; damit wird die Echtzeitüberwachung der Spannungssituation im Netz ermöglicht. Im Störungsfall können Umschaltungen aus der Ferne durchgeführt werden – ein echter Fortschritt, der Ausfallzeiten drastisch reduzieren wird.
Das Projekt soll bis Juni 2024 abgeschlossen sein, und auch die Niederspannungsverbindung sowie die Ortsnetzverstärkung im Bereich der Hauptstraße werden bis dahin fertiggestellt. Ziel ist die Erhöhung der Netzkapazität und die Verbesserung der Spannungsqualität. Die Netz NÖ hat sich hohe Ziele gesetzt: Bis 2034 plant man den Neu- oder Ersatzneubau von etwa 55 Umspannwerken und die jährliche Errichtung von etwa 700 Trafostationen. Das alles kostet Geld – viel Geld. Für dieses Geschäftsjahr sind rund 520 Millionen Euro in den Ausbau der Infrastruktur eingeplant. Und das ist nur ein kleiner Teil dessen, was in Niederösterreich im Bereich erneuerbare Energien geschieht. Der Bundesland hat bereits einen Spitzenplatz beim Anteil erneuerbarer Energien aus Wind- und Sonnenkraft.
Investitionen und Ausbaupläne
LHStv. Stephan Pernkopf hat kürzlich Investitionen von jährlich 350 Millionen Euro in den Stromnetzausbau angekündigt. Diese Investitionen sind nicht nur für die Infrastruktur wichtig, sondern auch für die Schaffung und Sicherung von Arbeitsplätzen. In den nächsten Jahren sollen in Niederösterreich bis zu 250 zusätzliche Windräder und 130.000 zusätzliche PV-Anlagen installiert werden. Das klingt nicht nur ambitioniert, das ist auch notwendig, wenn man bedenkt, dass dies zu einer Vervierfachung des Sonnenstroms führen könnte – über 10.000 GWh sauberen Strom zusätzlich, einfach nur beeindruckend!
Aktuell hat Niederösterreich eine durchschnittliche Ausfallzeit von lediglich 20 Minuten pro Jahr – das macht das Stromnetz zu einem der zuverlässigsten in Europa. Währenddessen kritisieren manche die steigenden Netzkosten für Haushalte, die um 87 Euro pro Jahr netto zugenommen haben. Und auch, dass 100.000 Menschen in diesem Jahr keine Förderungen für PV-Anlagen erhalten konnten, steht in der Debatte. Hier gibt es sicherlich noch Verbesserungsbedarf. Ein Aufruf an die Energieversorger, ebenso in die Infrastruktur zu investieren, wird laut. Schließlich ist der Netzausbau entscheidend für die Versorgungssicherheit, leistbare Energie und wirtschaftliches Wachstum in Österreich.
Der Netzentwicklungsplan
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist der Netzentwicklungsplan der Austrian Power Grid (APG), der von Wolfgang Hattmannsdorfer vorgestellt wurde. Die geplanten Investitionen von rund 9 Milliarden Euro in den nächsten zehn Jahren sollen die Versorgungssicherheit und die wirtschaftliche Stabilität langfristig sichern. Drei wesentliche Voraussetzungen müssen erfüllt werden: ausreichende Kapazitäten für die steigende Nachfrage, eine leistungsfähige Ost-West-Übertragung für den effizienten Stromtransport und eine stärkere internationale Anbindung, insbesondere durch die Deutschlandleitung. Hier geht es nicht nur um den Energiesektor – der Netzausbau hat auch weitreichende wirtschaftliche Auswirkungen, mit einer Wertschöpfung von insgesamt 6,57 Milliarden Euro.
Das alles geschieht vor dem Hintergrund, dass Österreich jährlich 10 Terrawattstunden Strom importiert, während der Rest aus erneuerbaren Quellen gedeckt wird. Eine Megawattstunde Strom ist hierzulande um 30 Euro teurer als in Deutschland. Das führt zu zusätzlichen Kosten von rund 2 Milliarden Euro. Die APG hat kürzlich die 200 Millionen Euro teure Weinviertelleitung in Betrieb genommen, die bis zu 3.000 MW erneuerbare Energie ins überregionale Netz einspeist. Mit der richtigen Strategie und den nötigen Investitionen wird es gelingen, die gesteckten Ziele zu erreichen und die Energiewende voranzutreiben.
Für mehr Informationen zu den Entwicklungen in Sommerein und darüber hinaus, besuchen Sie den Artikel auf meinbezirk.at.