Am Samstag, dem 9. Mai, öffnet das Weinviertler Museumsdorf Niedersulz von 14 bis 19 Uhr seine Tore zum Kellergassenfest. Dieses Fest feiert die Wiedereröffnung des sanierten Presshauses mit einer historischen Kellerröhre aus Ottenthal. Besucherinnen und Besucher dürfen sich auf ein abwechslungsreiches Programm freuen, das die Geschichte des Weinviertels hautnah erlebbar macht.
Über 20 Winzerinnen und Winzer aus der Region präsentieren ihre erlesenen Weine, köstlichen Traubensäfte und regionale Schmankerl. Die Veranstaltung bietet nicht nur die Möglichkeit, die verschiedenen Weinsorten zu verkosten, sondern auch historische Einblicke in die Weinarbeit an mehreren Stationen. Ein besonderes Highlight ist die Vorführung des Fassbindermeisters, der sein Handwerk vorführt und damit die Tradition der Weinbereitung lebendig hält.
Ein Nachmittag voller Genuss und Geschichte
Um 15 und 17 Uhr finden Führungen durch die Kellergasse statt, die den Teilnehmern die Geschichte und den Stellenwert der Kellergassen im Weinviertel näherbringen. Dabei werden Themen wie die „Weingartenarbeit im Jahresverlauf“ und die „Kellerarbeit im Jahresverlauf“ behandelt. Die Eröffnung des Presshauses um 14 Uhr markiert den Höhepunkt des Festivals. Das Presshaus stammt aus dem 19. Jahrhundert und bietet mit seiner originalen Ausstattung, darunter eine restaurierte Nabinger-, Kasten- oder Spindelpresse aus dem Jahr 1847, einen faszinierenden Einblick in die Weinproduktion der Vergangenheit.
Die Kellergassen sind charakteristische Wege in den Weinbauregionen im Osten Österreichs, die von Weinkellern gesäumt sind. Besonders im niederösterreichischen Weinviertel sind sie dicht vertreten. Diese Kellergassen sind Teil der Weinviertler Kellerkultur, die im „Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes in Österreich“ aufgenommen wurde. Mit etwa 1.100 Kellergassen, auch Kellertriften genannt, haben sie eine lange Geschichte, die bis ins 18. Jahrhundert zurückreicht.
Tradition und moderne Wiederbelebung
Ursprünglich entstanden die Kellergassen im Zusammenhang mit der Bauernbefreiung unter Maria Theresia und Joseph II. Die Lockerung der Abhängigkeitsstrukturen ermöglichte es den Bauern, eigenen Besitz zu erwerben und selbständig Wein zu produzieren und zu lagern. Im 20. Jahrhundert verloren viele Kellergassen an Bedeutung, doch in letzter Zeit hat ein Bewusstseinswandel eingesetzt. Intakte Ensembles werden restauriert und Veranstaltungen wie das Kellergassenfest bringen neues Leben in die Gassen.
Das Fest im Weinviertler Museumsdorf Niedersulz ist somit nicht nur ein Genuss für die Sinne, sondern auch eine Feier des kulturellen Erbes der Region. Verpassen Sie nicht die Gelegenheit, Teil dieses einzigartigen Ereignisses zu werden, das die Weinviertler Lebensart in all ihren Facetten zelebriert!